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23.06.2014

19:51 Uhr

Entwurf der Abschlusserklärung

EU-Staaten denken über gemeinsamen Grenzschutz nach

Ende der Woche beraten die Staats- und Regierungschefs der EU über die Flüchtlingspolitik der Staatengemeinschaft. Dabei wollen sie offenbar auch eine Änderung der umstrittenen Grenzschutz-Agentur Frontex diskutieren.

Frontex-Beamte an der türkisch-griechischen Grenze: Bislang verfügt Frontex über keine eigenen Polizeieinheiten. dpa

Frontex-Beamte an der türkisch-griechischen Grenze: Bislang verfügt Frontex über keine eigenen Polizeieinheiten.

BrüsselDie EU-Staaten erwägen den Aufbau eines gemeinsamen Grenzschutzes. Im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Grenzschutz-Agentur Frontex sollte die Möglichkeit eines europäischen Systems zur Verbesserung der Kontrolle und Überwachung der EU-Außengrenzen geprüft werden, heißt es in einem der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorliegenden Entwurf für die Abschlusserklärung des EU-Gipfels. Zudem solle die Rolle von Frontex gestärkt werden.

Frontex koordiniert zwar Maßnahmen an den EU-Außengrenzen, verfügt aber über keine eigenen Polizei-Einheiten. Es sei ebenso unerlässlich, das Leben von Flüchtlingen zu schützen, die über gefährliche Wege in die EU gelangen wollten, wie die irreguläre Einwanderung zu bekämpfen, heißt es in dem Entwurf. Die Staats- und Regierungschefs der EU beraten Ende der Woche in Brüssel unter anderem über die Flüchtlingspolitik.

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In dem Entwurf wird zudem das Recht der EU-Bürger auf freie Wahl des Wohn- und Arbeitsortes in der EU unterstrichen. Dieses Recht müsse zugleich gegen Missbrauch verteidigt werden. Vor allem in Großbritannien gibt es seit Monaten eine heftige Debatte über die Zuwanderung aus ärmeren EU-Ländern wie Rumänien oder Bulgarien. Die rechtspopulistische Partei Ukip, die den Austritt Großbritanniens aus der EU fordert und gegen Zuwanderer wettert, hat bei der Europawahl massive Stimmenzuwächse verzeichnet und damit die Regierung in London unter Zugzwang gesetzt.

Auch in anderen EU-Ländern haben rechtsgerichtete Parteien mit Parolen gegen Zuwanderer gepunktet. Menschenrechtsorganisationen werfen der EU nach mehreren Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer mit Hunderten Toten dagegen vor, zu wenig zum Schutz von Asylsuchenden aus Afrika und Bürgerkriegsländern wie Syrien zu tun.


Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

24.06.2014, 10:46 Uhr

Da bis dato KEIN europ. Bundesstaat existiert (der 2005 von 3 Bevölkerungen ABGELEHNT wurde), ist der Grenzschutz eine Sache der einzelnen EU-Länder, wobei jedoch die Eu sicherlich die Länder mit EU-Außengrenzen finanziell unterstützen können. Polizei- oder Militäreinheiten unter der Kontrolle einer "EU-Instituion" oder "EU-Behörde" kann es jedoch NICHT geben, da sie dafür KEINE demokratische Legitimation besitzen, weil KEIN einheitlicher europ. Bundesstaat mit einem einheitlichen europ. Volk existiert ! OHNE positive Volksabstimmungen (in allen EU-Ländern!) für einen europ. Bundesstaat, ist eine weitere Integration über den Vertrag von Lissabon NICHT möglich, wie bereits unser Bundes-Grundgesetz-Gericht am 30.06.2009 geurteilt hat !

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