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05.02.2015

20:16 Uhr

Epidemie

IWF erlässt Ebola-Ländern Schulden

Die Ebola-Epidemie beschäftigt weiter die Vereinten Nationen: Der Internationale Währungsfonds erlässt den von der Epidemie betroffenen Ländern die Schulden, und der UN-Generalsekretär ernennt eine neue Krisenmanagerin.

Impfung gegen Ebola: Die Zahl der Toten durch die Epidemie liegt in Guinea, Liberia und Sierra Leone bei fast 9000. Reuters

9000 Tote in drei Ländern

Impfung gegen Ebola: Die Zahl der Toten durch die Epidemie liegt in Guinea, Liberia und Sierra Leone bei fast 9000.

WashingtonAls erste internationale Organisation erlässt der Internationale Währungsfonds (IWF) den Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone wegen der Ebola-Epidemie einen Teil ihrer Schulden. Es handele sich um fast 100 Millionen Dollar (87,5 Millionen Euro) über die nächsten beiden Jahre, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde am Donnerstag in Washington. Das Geld komme aus einem neuen Katastrophenfonds (CCR).

Zudem soll den drei westafrikanischen Ländern mit weiteren Nullzinskrediten von rund 160 Millionen Dollar geholfen werden. Letzteres muss aber noch vom Exekutivrat genehmigt werden.

Die UN-Organisation vergibt normalerweise nur Kredite und keine Beihilfen. Der CCR-Fonds „zielt darauf ab, unsere Unterstützung der von Ebola betroffenen afrikanischen Länder zu verbessern“, sagte Lagarde. „Und auch andere einkommensschwache Länder, die in Zukunft von einem öffentlichen Gesundheitsnotstand betroffen sein könnten.“

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ernannte unterdessen Bintou Keita aus Guinea zur Leiterin der Krisenmission zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika (UNMEER). Sie werde gemeinsam mit allen anderen Beteiligten an einer raschen und effektiven Reaktion auf die Ebola-Epidemie arbeiten, teilte Ban am Donnerstag in New York mit.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Keita arbeitet seit mehr als 25 Jahren für die Vereinten Nationen und war unter anderem schon im Tschad, in Ruanda und in Burundi auf Posten. Zuvor hatte Amadu Kamara aus den USA als UN-Krisenmanagerin für UNMEER gearbeitet.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bisher etwa 22.500 Ebola-Fälle in den drei westafrikanischen Ländern registriert. Die Zahl der Toten liegt dort bei fast 9000, wie die WHO am Donnerstagabend meldete.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Frau Ich Kritisch

05.02.2015, 20:50 Uhr

Ach nee, ich dachte das geht beim IWF nicht - ein Schuldenerlass ...

na, dann weis ja Griechenland nun auch an wen sie sich wenden können! und Madam Lagarde soll mir dann bloß nicht damit kommen Deutschland müsse dann für die Schulden als Bürge gerade stehen - was einmal geht muss! auch woanders gehen. Alle! Menschen sind gleich. Also sollten die Griechen bitte genausoviel wert sein wie die Afrikaner.

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