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17.09.2014

01:52 Uhr

Epidemie

Obama drängt zur Ebola-Bekämpfung

Der amerikanische Präsident Barack Obama fordert die Weltgemeinschaft zum schnellen Handeln gegen Ebola auf. Der Ausbruch des tödlichen Virus in Westafrika gerate außer Kontrolle. Die USA haben einen Plan.

„Hier ist die harte Wahrheit: In Westafrika ist Ebola inzwischen eine Epidemie, wie wir sie noch nicht gesehen haben“, sagte Obama bei seinem Besuch im Zentrum zur Prävention und Kontrolle von Krankheiten (CDC) in Atlanta dpa

„Hier ist die harte Wahrheit: In Westafrika ist Ebola inzwischen eine Epidemie, wie wir sie noch nicht gesehen haben“, sagte Obama bei seinem Besuch im Zentrum zur Prävention und Kontrolle von Krankheiten (CDC) in Atlanta

Atlanta/New YorkUS-Präsident Barack Obama hat die Weltgemeinschaft zum raschen Handeln gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika gedrängt, bevor „Hunderttausende“ infiziert sind. „Das ist eine potenzielle Gefahr für die globale Sicherheit“, sagte Obama am Dienstag bei einem Besuch im Zentrum zur Prävention und Kontrolle von Krankheiten (CDC) in Atlanta, bei dem er einen US-Aktionsplan gegen die Epidemie vorstellte. Demnach werden die USA 3000 Militärangehörige nach Westafrika schicken, um beim Aufbau von Gesundheitszentren zur Bekämpfung der tödlichen Seuche zu helfen.

„Hier ist die harte Wahrheit: In Westafrika ist Ebola inzwischen eine Epidemie, wie wir sie noch nicht gesehen haben“, sagte Obama. „Sie gerät außer Kontrolle. Es wird schlimmer. Sie breitet sich schneller und exponentiell aus. Heute sind tausende Menschen in Westafrika infiziert. Diese Zahl kann rasch auf zehntausende anwachsen.“ Wenn die Epidemie nicht gestoppt werde, könnten sich gar hunderttausende Menschen infizieren. Dies hätte tiefgreifende politische, ökonomische und sicherheitspolitische Konsequenzen, warnte der US-Präsident.

Auch die Vereinigten Nationen verdeutlichen die Dringlichkeit, in Westafrika aktiver zu werden. Bei einer Pressekonferenz am Dienstag in New York vermeldete Generalsekretär Ban Ki Moon, bei den internationalen Bemühungen im Kampf gegen den Ebola-Ausbruch in Westafrika „jetzt die Führung“ übernehmen zu wollen. Im Anschluss an die UN-Generalversammlung in der kommenden Woche werde ein hochrangiges Treffen zur Ebola-Krise stattfinden.

Zunächst ist demnach für Donnerstag ein Dringlichkeitstreffen geplant, bei dem Ban und die Direktorin der Weltgesundheitsorganisation „den internationalen Maßnahmenplan skizzieren“ wollen, „um diese Gefahr einzudämmen“.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Aus US-Regierungskreisen war vor Obamas Ansprache in Atlanta verlautet, dass die US-Militäreinheiten in Westafrika insgesamt 17 Behandlungszentren mit je 100 Betten für Ebola-Patienten errichten sollen. Im Zentrum der Bemühungen steht demnach das am schlimmsten betroffene Liberia. In der dortigen Hauptstadt Monrovia soll eine Kommandozentrale geschaffen werden, um den Einsatz zu koordinieren. Zudem soll in Liberia ein Ausbildungszentrum eingerichtet werden, in dem mindestens ein halbes Jahr lang wöchentlich 500 Ortskräfte im Umgang mit Ebola-Patienten geschult werden sollen.

Weiterhin werde Washington mit 65 Experten aus dem Gesundheitswesen ein Lazarett für an Ebola erkranktes medizinisches Personal aufbauen. In Zusammenarbeit mit dem UN-Kinderhilfswerk Unicef soll die US-Entwicklungshilfebehörde USAID ferner Schutz- und Präventionspakete an 400.000 Familien in Liberia verteilen, die als besonders gefährdet gelten. Neben Liberia leiden auch Sierra Leone und Guinea besonders stark unter der Epidemie, an der in Westafrika nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits mehr als 2400 Menschen gestorben sind.

Die US-Regierung brachte unterdessen im UN-Sicherheitsrat eine Resolution zu Ebola ein. Der Entwurf, der am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP vorlag, ruft die Staatengemeinschaft auf, Feldkrankenhäuser und andere dringend benötigte Hilfe nach Westafrika zu schicken. Zudem werden die Länder aufgerufen, Reisebeschränkungen aufzuheben und Flug- und Schifffahrtslinien werden gedrängt, ihre Verbindungen zu den betroffenen Ländern aufrechtzuerhalten. Es wird erwartet, dass der Sicherheitsrat die Resolution bei einer Dringlichkeitssitzung am Donnerstag annimmt.

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr Woifi Fischer

17.09.2014, 07:17 Uhr

"Viel mehr als ein Gesundheitsnotstand", Staaten in Westafrika könnten wegen Ebola kollabieren.

Hier wird eine Hysterie durch die USA entfacht, um von sich selbst abzulenken.
Längst ist doch bekannt, die USA sind die Entwickler von EBOLA,
hier eine Information aus den USA:

Die U.S. Centers for Disease Control and Prevention (CDC, Gesundheits- und Seuchenschutzbehörde der USA) besitzen ein Patent auf einen bestimmten Ebola-Stamm, der als »EboBun« bezeichnet wird. Es handelt sich um das Patent Nr. CA2741523A1, es wurde 2010 vergeben.
Die USA führen die Weltgemeinschaft wie so oft, an der Nase herum.
Es ist auch bekannt, wer ein Gegenmittel besitzt, und das alleinige Recht zur Herstellung, nämlich die USA, sie alleine sollen die Kosten für die Bekämpfung von EBOLA tragen, und nicht die Weltgemeinschaft.

Herr reiner tiroch

17.09.2014, 19:37 Uhr

politiker traten vor der EU-wahl mit dem Einsatz von Ebola an wegen der Überbevölkerung. entwickelt in den USA, und wohl versehentlich ausgekommen (haha), wurde lange nichts gemacht, um nun ganz groß zu warnen. haha, perverser geht es wohl nicht mehr?

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