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19.11.2013

19:30 Uhr

Erasmus-Programm

Wo Europa schon funktioniert

VonStefan Kaufmann, Christof Kerkmann, Stefan Menzel

Die EU steckt weitere Milliarden in sein Bildungsprogramm „Erasmus“. Damit können bis zu fünf Millionen junge Europäer bis 2020 im Ausland studieren. Eine gute Entscheidung – wissen drei Redakteure aus eigener Erfahrung.

Auch eine Erkenntnis: Nicht in jedem Land sind die Hörsäle so voll wie an deutschen Universitäten. dpa

Auch eine Erkenntnis: Nicht in jedem Land sind die Hörsäle so voll wie an deutschen Universitäten.

DüsseldorfEs gibt kaum ein Förderprogramm für das sich die EU so wenig rechtfertigen muss wie jenes, das nach Erasmus von Rotterdam benannt ist. Seit 1987 können Studenten und Dozenten mit Hilfe des Erasmus-Stipendiums für ein, zwei Semester die Hochschule wechseln. Ein Erfolgsprogramm. Zentraler Punkt – neben einer finanziellen Beigabe – ist die jeweilige Anerkennung von Studienleistungen im Ausland. Jetzt hat die EU das Programm noch einmal ausgebaut, künftig sollen noch mehr junge Europäer als bisher im Ausland studieren oder sich weiterbilden können.

Das EU-Parlament stimmte am Dienstag in Straßburg für das Austauschprogramm für Jugend, Bildung und Sport. Für die Jahre 2014 bis 2020 stehen dafür 14,7 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Berichterstatterin des Parlaments und Vorsitzende des Kulturausschusses, die CDU-Abgeordnete Doris Pack, sagte, dass bis zu fünf Millionen junge Europäer aller Bildungsstufen bis 2020 Auslandsstipendien beantragen könnten. Das erweiterte Programm ist nicht mehr auf Studenten beschränkt, sondern gilt für junge Menschen zwischen 13 und 30 Jahren.

Das erweiterte europäische Austauschprogramm „Erasmus+“

14,7 Milliarden Euro bis 2020

„Erasmus+“ ist Teil des Programms für lebenslanges Lernen der Europäischen Union. Für den Zeitraum 2014 bis 2020 sind darin für Jugend, Bildung und Sport 14,7 Milliarden Euro vorgesehen. Für das kommende Jahr stehen dem Gesamtprogramm etwa 1,6 Milliarden Euro zur Verfügung.

Nicht nur studieren

Das erweiterte Austauschprogramm „Erasmus+“ vermittelt nicht nur Studierende und Uni-Lehrpersonal ins europäische Ausland, sondern ermöglicht auch berufliche Aus- und Weiterbildung in einem anderen Land.

200.000 Studenten jedes Jahr

Seit dem Programmstart von Erasmus 1987 haben rund 2,5 Millionen Studierende und 300.000 Lehrende einen Auslandsaufenthalt mit Erasmus absolviert. Jährlich kommen mehr als 200.000 Studenten dazu.

Nicht nur EU-Staaten

Mehr als 3000 Hochschulen aus 33 Europas waren dabei, neben den 28-EU Mitgliedsstaaten nehmen auch die Schweiz, Liechtenstein, Norwegen, Island und die Türkei teil.

320 deutsche Hochschulen

Aus Deutschland beteiligen sich derzeit 320 Hochschulen und ermöglichten im Studienjahr 2011/2012 mehr als 33.000 Studierenden sowie 4000 Personen aus Lehre und Verwaltung einen Auslandsaufenthalt.

Zu „Erasmus+“ gehören neben den Hochschulprogrammen Erasmus für Studierende und Jean Monnet für die internationale Hochschulkooperation auch andere Bildungsprogramme wie Comenius für Schüler bis zur Sekundarstufe II, Leonardo da Vinci für Auszubildende und Grundtvig für die Erwachsenenbildung. Außerdem wird mit Jugend in Aktion erstmals ein eigener Förderbereich Sport eingerichtet.

„Erasmus-Stipendiaten können ihr Auslandsstudium künftig flexibler gestalten. Für Master-Studierende wird versuchsweise die Möglichkeit eingeführt, ein Darlehen zur Finanzierung ihres Studiums zu beantragen“, sagte Pack. Die EU-Kommissarin für Bildung und Kultur, Androulla Vassiliou, verwies darauf, dass im Vergleich zum laufenden Programm das Budget für Erasmus+ um 40 Prozent aufgestockt worden sei. „Erasmus+ wird auch dazu beitragen, die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen“, sagte sie.

Seit dem Programmstart haben rund 2,5 Millionen Studierende mit Hilfe von Erasmus einen Auslandsaufenthalt gemeistert. Unter ihnen sind auch drei Redakteure von Handelsblatt Online. Sie berichten über ihre Erfahrungen in Madrid, Neapel und Dublin.

Kommentare (3)

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Placker

19.11.2013, 20:59 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Lutz

19.11.2013, 21:08 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

jossef

20.11.2013, 11:29 Uhr

Auswandern wäre ja auch eine Möglichkeit, lieber Herr Placker.

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