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22.04.2012

13:48 Uhr

Erbeutetes Fluggerät

Iran will US-Drohne nachbauen

Iranische Experten haben nach eigenen Angaben die Daten einer US-Drohne entschlüsselt, welche sie im vergangenen Jahr erbeutet haben. Mit der Technik wollen sie nun eigene unbemannte Fluggeräte herstellen.

Iran will mit erbeuteter Technik nun auch unbemannte Fluggeräte produzieren (das Bild der US Air Force zeigt eine Drohne vom Typ MQ-1 Predator). dpa

Iran will mit erbeuteter Technik nun auch unbemannte Fluggeräte produzieren (das Bild der US Air Force zeigt eine Drohne vom Typ MQ-1 Predator).

TeheranIm vergangenen Jahr hat der Iran nach eigenen Angaben eine US-Drohne abgeschossen und erbeutet - nun wollen Experten die Daten entschlüsselt haben und planen, eine Kopie des Fluggeräts anzufertigen. Zudem seien sie damit beschäftigt, die in der US-Drohne gespeicherten Daten zu sichern, zitierte die halbamtliche Nachrichtenagentur Mehr General Amir Ali Hadschisadeh, den Leiter der Luftfahrtabteilung der mächtigen Revolutionsgarden.

Die US-Drohne vom Typ RQ-170 Sentinel ging im Dezember nach einem Aufklärungsflug in Afghanistan im Osten des Irans zu Boden. Die USA haben den Verlust bestätigt, nannten als Grund aber nicht einen Abschuss, sondern technische Probleme. Der Iran hat bisher alle Forderungen der USA auf Rückgabe der unbemannten Maschine abgelehnt. Die Vereinigten Staaten haben erklärt, dass der Iran es schwer haben werde, die Daten und die Technik der Drohne zu nutzen, da entsprechende Vorkehrungen getroffen worden seien.

Unterdessen spitzt sich auch der Konflikt zwischen Iran und Israel zu. So erklärte Israels Generalstabschef Benny Ganz, dass die israelischen Streitkräfte notfalls bereit für einen Militäreinsatz gegen das iranische Atomprogramm sind. „Der Staat Israel denkt, dass Atomwaffen in iranischen Händen eine sehr schlechte Sache sind“, sagte Ganz der israelischen Zeitung „Jediot Achronot“. Die Welt und Israel müssten dies stoppen. Man habe entsprechende Pläne vorbereitet, betonte er. „Grundsätzlich sind wir bereit für einen Einsatz.“ Dies bedeute jedoch nicht, dass er in unmittelbarer Zukunft die Luftwaffe losschicken werde.

Der Generalstabschef sagte dem Blatt, 2012 sei im Atomstreit mit Teheran ein „Jahr von entscheidender Bedeutung“. Israel sei „der einzige Staat auf der Welt, dessen Zerstörung von jemandem gefordert wird, der auch die Waffen baut, um dies zu tun“. Seit Beginn seiner Amtszeit vor gut einem Jahr habe es deutlich mehr verdeckte Einsätze gegen Israels Feinde in aller Welt gegeben, betonte Ganz zudem. Der Militärchef sagte weiter, Israel werde im Kriegsfall auch in der Lage sein, mit möglichen Raketenangriffen aus dem Gazastreifen und dem Libanon umzugehen. „Ich kann nicht versprechen, dass hier keine Raketen einschlagen werden“, sagte Ganz. „Sie werden einschlagen, viele von ihnen. Das wird kein einfacher Krieg, nicht an der Front und nicht an der Heimatfront.“

Kommentare (1)

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Istdochklar

22.04.2012, 23:12 Uhr

Ja solln die nur! Ist aber vergebene Liebesmüh, da viel zu teuer. Das kann man sich viel leichter im Modellbaukatalog bestellen, da gibt es sogar Raketentreibsätze völlig legal (zumindest in der Schweiz).

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