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28.03.2012

11:13 Uhr

Erdogan kritisiert Assad

Syrien missachtet den Friedensplan

Trotz der Zustimmung Assads zum Friedenplan werden die Kämpfe in Syrien fortgesetzt. Die syrische Opposition berichtet von weiteren Toten. Auch der türkische Ministerpräsident zweifelt an den Absichten von Assad.

Ein syrische Rebell vor einem zerschossenen Gebäude in Homs. dapd

Ein syrische Rebell vor einem zerschossenen Gebäude in Homs.

Damaskus/IstanbulIn Syrien geht auch einen Tag, nachdem die Führung den Friedensplan des Sondergesandten Kofi Annan akzeptiert hat, das Töten weiter. Am Mittwoch starben nach Angaben von Regimegegnern in der seit Monaten umkämpften Ortschaft Al-Rastan drei Soldaten. Deserteure hätten sich Gefechte mit Regierungstruppen geliefert. 16 Soldaten und vier Deserteure hätten Verletzungen erlitten, hieß es.

Auch aus mehreren anderen Dörfern und Städten in de Provinzen Daraa, Idlib, Hama und Homs meldeten die Aktivisten Angriffe der Armee von Präsident Baschar al-Assad. Die staatlichen syrischen Medien betonten unterdessen, bislang habe nur die Regierung den Annan-Plan angenommen, die Opposition aber nicht.

Der Plan sieht unter anderem eine Waffenruhe, Zugang für humanitäre Hilfe und einen politischen Dialog zwischen dem Regime und seinen Gegnern vor. Die Oppositionsgruppen, deren wichtigste Vertreter sich in Istanbul versammelt hatten, erklärten am späten Dienstagabend: „Wenn es das Regime ernst meint, dann müssten morgen schon die Panzer aus den Straßen verschwinden und die politischen Gefangenen freigelassen werden, doch dies wird nicht geschehen.“

Die sogenannten Revolutionskomitees warnten die Mitglieder des Syrischen Nationalrates (SNC) unterdessen davor, ihre persönlichen Ambitionen und Eifersüchteleien wichtiger zu nehmen als den Erfolg der Revolution.

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Der Plan beinhaltet einen sofortigen Waffenstillstand aller beteiligten Parteien.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Annahme des Friedensplanes des Syrien-Sondergesandten Kofi Annan durch die Regierung in Damaskus als unglaubwürdig zurückgewiesen. „Ich glaube ihm nicht, ich traue ihm nicht“, sagte Erdogan nach Zeitungsberichten vom Mittwoch über den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Erdogan erinnerte daran, dass Assad mehrmals Reformen versprochen habe, ohne diese Zusagen einzuhalten. Der türkische Regierungschef traf unterdessen in Teheran ein, wo er mit der iranischen Führung über die Syrien-Krise und den Atomstreit reden will.

Am Rande des Gipfeltreffens zur atomaren Sicherheit in Seoul hatte Erdogan laut Presseberichten mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew gesprochen und ihn aufgefordert, Russland solle seine Unterstützung für Assad beenden. Es werde Zeit, dass auch Moskau einsehe, „dass es mit Assad nicht weitergeht“, wurde Erdogan zitiert.

Am kommenden Sonntag will der türkische Regierungschef in Istanbul bei der zweiten Konferenz der so genannten „Freunde Syriens“ eine Rede halten. Die „Freunde Syriens“, eine Gruppe aus etwa 80 westlichen und arabischen Staaten, treten dafür ein, den Druck auf Assad zu erhöhen.

Beim Vorgehen syrischer Sicherheitskräfte gegen die Protestbewegung sind seit März vergangenen Jahres nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 9000 Menschen ums Leben gekommen.

Syrische Führung stimmt Annans Friedensplan zu

Video: Syrische Führung stimmt Annans Friedensplan zu

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Kommentare (4)

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Buddha

28.03.2012, 11:47 Uhr

Der selbe Erdogan der für den Tod von 15 kurdischen Frauen vor 3 Tagen verantwortlich ist, poltert gegen Assad? Seine Vorgänger sind für 1,5 Millionen tote armenische Zivilisten und mindestens weitere 2 Millionen christliche Zivilisten verantwortlich. Die Gräueltaten der Osmanen nicht mitberechnet. Ich trau diesen Erdogan, der seine Schlägertruppe über die besetze Zypernzone auf auf die Mavi-Marmara einschleuste auch keinen mm!

ben

28.03.2012, 12:59 Uhr

1.Der Herr Erdogan macht das einzig richtige für die Türkei.Das Land wird verteidigt gegen Terroristen.
Ich denke Sie kennen die terroristischen Methoden nicht der PKK, menschliche Schutzschilder zu benutzen wie Frauen und Kinder, das wirkt natürlich als unmenschlich in den Medien.
2.Die Problematik mit den Armeniern ist noch nicht gelärt bis zum heutigen Tage, aber es gibt dort Klärungsbedarf...
3.Die Gräueltaten von denen Sie sprechen sind mir unbekannt.
Das osmanische Reich ist durch eine hervorragende Armee und diszipliniertes Verhalten zu dem damaligen Reichtum gekommen und haben zum Schluß als einziges Land auf dieser Welt unter Atatürk nicht gegen die Engänder verloren.
4.Lassen Sie uns lieber über die ekelhafte braune Suppe in Deutschland unterhalten wo leider 10 türkische und griechische Mitbürger getötet worden sind...
5. Lassen Sie uns lieber über die 6 Millionen getöteten Juden im Holocaust unter Adolf Hitler und seinem Naziregime unterhalten
6.Lassen Sie uns lieber darüber , daß es keinen 2.Adolf Hitler geben wird , denn leider sind die Neonazis noch sehr aktiv und warten nur auf den nächsten Führer

Ben

Buddha

28.03.2012, 15:01 Uhr

So lange sie kein Arzt, Anwalt, Polizist oder Redakteur sind, ist mir Ihre Ankaratreue ganz Schnuppe.


Was Hitler in Europa nicht erreichte, erreichte Mustafa vor ihm in Kleinasien.

Nur über letzteres zu reden, beleidigt automatisch das Türkentum. Dies bedeutet, dass niemand stattgefundene Ereignisse über die Türkei kritisch thematisieren darf ohne dafür den Zorn des Neu-Türken auf sich zu ziehen. Darum keine Anerkennung eines Völkermords möglich, darum keine Kurdenlösung, darum keine Friedensbemühungen nach geltendem Völkerrecht für Zypern, Karabach, Tenedos, Imbros, Prinseninsel, darum Unterdrückung allem was nicht ins Bild einer um 1920 frei erfundenen Identität passt.

Diskussionen im herkömmlichen Sinne sind erst gar nicht erwünscht, es gilt nur die Vorgaben aus Ankara zu verbreiten. Aus diesem Grund und solange Sie sich als Sprachrohr Ankara verstehen, wird es nicht in 1000 Jahren ein gemeinsames "wir" geben! Zumindest nicht mit mir.

Jeder der sich intensiv mit Ihren Ansichten beschäftigen würde, würde diese ganz klar in die von Ihnen selbst verachtete "ekelhafte braune Suppe" werfen. Wie ich darauf komme? Stellen Sie sich vor, der Papst fordert die Hagia Sophia an die Kirche zurück. Was wurde in Ihnen vorgehen? wäre der Papst nicht direkt Staatsfeind Nr. 1? obwohl Sie wissen, dass es diese Kirche lange vor den Türken dort gab! Für alle Menschen dieser Welt wäre die Forderung nur recht und billig aber für Sie wäre sie eine Beleidigung des Türkentums die bestraft gehört. Denken Sie darüber nach wer Sie sind und warum sie so anders sein sollen.

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