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11.06.2011

17:54 Uhr

Erdogan und die AKP

Wahlsieg durch türkischen Wirtschaftsboom

VonGerd Höhler

Der Aufschwung beschert den Türken ein neues Selbstbewusstsein und Premier Tayyip Erdogan den fast sicheren Wahlsieg. Umfragen sehen sogar die absolute Mehrheit in Reichweite - und das hätte Konsequenzen.

Wahlplakat für Erdogan hinter einem Denkmal für Kemal Atatürk. Quelle: dapd

Wahlplakat für Erdogan hinter einem Denkmal für Kemal Atatürk.

IstanbulWenn es ein Bild gibt, das die Türkei symbolisiert, dann ist es das Postkartenmotiv mit der Moschee von Ortaköy, erbaut am Ufer des Bosporus vor mehr als 150 Jahren. Einst ein armes Fischerdorf, ist Ortaköy heute zum Szeneviertel aufgestiegen – mit trendigen Clubs, schicken Restaurants und edlen Galerien.

Hinter den Minaretten der Moschee ragen die fast 150 Meter hohen Pylone der Bosporusbrücke auf, die Europa mit Asien verbindet. Die Türkei, so die Botschaft dieses Bilds, ist ein Land im Spannungsfeld zwischen Ost und West, aber vor allem ein Land im Aufbruch.

Im Vorjahr legte das türkische Bruttoinlandsprodukt (BIP) um mehr als acht Prozent zu, die Wirtschaft des Landes wuchs damit fast so rasant wie in China. Das Pro-Kopf-Einkommen hat sich seit 2001 verdreifacht – ein Wohlstandszuwachs, der Wählerstimmen und politische Stabilität bringt.

Vor den Parlamentswahlen am Sonntag beschäftigt Analysten nur noch die Frage, wie hoch der dritte Wahlsieg von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan ausfallen wird. Optimisten trauen seiner Regierungspartei AKP eine Zweidrittelmehrheit zu, mit der sie praktisch im Alleingang eine neue Verfassung durchsetzen könnte. „Die Türkei ist bereit. Ziel 2023“, hat Erdogan mit Blick auf den 100. Geburtstag der Türkischen Republik plakatieren lassen – als wäre bis dahin alles möglich.

Erdogan: Prediger von Istanbul & "Imam Beckenbauer"

Erdogan

Prediger von Istanbul & "Imam Beckenbauer"

Seit Atatürk hat kein Politiker die Türkei so verändert wie Tayyip Erdogan. Der "Prediger von Istanbul", früher bekannt als "Imam Beckenbauer", wird auch so bald nicht von der politischen Bühne abtreten.

Begleitet wird das türkische Wirtschaftswunder von tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen: Eine neue Mittelschicht fordert die etablierten kemalistischen Eliten heraus. Sie ist verwurzelt in den konservativ-religiösen Traditionen Anatoliens, repräsentiert aber zugleich den wirtschaftlichen Aufbruch des Landes. Ihre Fabriken und Handelshäuser stehen in Städten wie Konya und Kayseri, Gaziantep und Adana, den „anatolischen Tigerstädten“. Dieses neue, zunehmend wohlhabende Bürgertum will auch politisch mitreden. In Erdogan und seiner konservativ-islamischen Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei hat es seinen Vertreter gefunden.

Kommentare (35)

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Elektriker_aus_Berlin

11.06.2011, 19:22 Uhr

Das ist doch noch gar nichts.Wartets ab wie sich Erdogan
auf das deutsche Hoheitsgebiet konzentriert,wenn
wir einen Innenminister Özlemözle haben,oder gar Bundeskanzler Özdemözle haben.Der holt dann seinen Führungsoffizier ins Kabinett.Deutsche Pässe gibts ja nun schon am Automaten.
Dann boomt die Wirtschaft,daß es eine helle Freude ist.
Doch auch dann ist die Frage für wen.
Da kriegt die Bundesdruckerei z.B. bestimmt den Auftrag Koranse für alle Moslems neu zu drucken.Was für ein Profit,hä!

a_la_turka

11.06.2011, 19:42 Uhr

Mit Erdogan werden wir noch alle unsere Freude haben, nach dem türkischen Reichsparteitag in Düsseldorf 2010.

Account gelöscht!

11.06.2011, 21:17 Uhr

Ich gründe dann eine sicher äußerst erfolgreiche schwäbsiche Volksbewegung für den Übertritt Baden-Württembergs in die Schweiz, ich bin mir sicher, die Bayern werden auch mitmachen! Und wenn Merkel und Co. so weitermachen, kann das auch schon viel früher passieren, Hauptsache, die Schweizer wollen uns, aber Mercedes, BMW und AUDI steuerfrei kaufen können ist doch sicher ein gutes Argument neben besten Bieren und vielen immerhin gut trinkbaren Weinsorten! Allerdings wird das mit der CSU so eine Sache werden... - vielleicht solten wir es doch lieber alleine versuchen!

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