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21.05.2015

19:21 Uhr

Erfolge der Terrorgruppe

Obama glaubt an Sieg im Kampf gegen den IS

Die Terroristen des Islamischen Staats kontrollieren inzwischen die Hälfte Syriens. Trotzdem glaubt US-Präsident Barack Obama den Kampf nicht verloren – und sichert der irakischen Regierung weitere Unterstützung zu.

Militär, Diplomatie, wirtschaftliche Hilfe – US-Präsident Obama will den irakischen Kampf gegen den IS mit allen Mitteln unterstützen. ap

Jede Unterstützung

Militär, Diplomatie, wirtschaftliche Hilfe – US-Präsident Obama will den irakischen Kampf gegen den IS mit allen Mitteln unterstützen.

WashingtonUS-Präsident Barack Obama hält den Einsatz gegen die radikale Miliz Islamischer Staat (IS) trotz deren jüngster Erfolge für noch nicht gescheitert. Der Fall der irakischen Provinzhauptstadt Ramadi sei ein „taktischer Rückschlag“, sagte Obama in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview des US-Magazins „The Atlantic“. Er glaube aber nicht, dass der Kampf gegen den IS verloren sei. Die sunnitischen Stämme müssten gleichwohl intensiver ausgebildet werden. Zugleich müssten sie aber auch dazu gebracht werden, sich mehr in den Einsatz gegen den IS einzubringen.

Das Interview wurde am Dienstag geführt, also noch vor dem Einmarsch des IS in der strategisch wichtigen antiken Stadt Palmyra in Syrien. Zu dem Zeitpunkt stand vor allem der Fall Ramadis am vergangenen Wochenende im Zentrum der Debatte, denn er zeigte, dass die Miliz wohl noch längst nicht geschlagen ist.

Glossar – der politische Islam

Einen einheitlichen Islam...

… gibt es nicht. Die Religion hat etwa 1,6 Milliarden Anhänger weltweit. Doch die regional unterschiedlichen Spielarten des Glaubens variieren stark. Die meisten Muslime leben beispielsweise nicht etwa in einem Land auf der arabischen Halbinsel, sondern in Indonesien. Dort sind mit knapp 13 Prozent aller Muslime der Welt so viele Gläubige beheimatet wie in keinem anderen Staat.

Die Verwendung...

… von Begriffen wie Islamismus, politischem Islam, Fundamentalismus, radikalem Islam und Dschihadismus erfolgt in der Debatte oft nicht trennscharf. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 werden sie oftmals synonym und wenig trennscharf verwendet. Meist sollen mit „Islamismus“ solche fanatischen und gewalttätigen Gruppen mit terroristischer Ausrichtung erfasst werden, die sich auf den Islam beziehen.

Islamismus...

… bzw. Islamisten stehen für für alle politischen Auffassungen und Handlungen, die im Namen des Islams die Errichtung einer allein religiös legitimierten Gesellschafts- und Staatsordnung anstreben.

Problematisch ist,...

… dass gerade späteren Strömungen die Absicht eigen ist, den Islam nicht nur zur verbindlichen Leitlinie für das individuelle, sondern auch für das gesellschaftliche Leben zu machen. Oft geht das einher mit einer Ablehnung der Trennung von Religion, was ein Spannungsverhältnis schafft zu den Prinzipien von Individualität, Menschenrechten, Pluralismus, Säkularität und Volkssouveränität.

Friedliche Islamisten...

… sehen die Gewaltanwendung zur Durchsetzung ihres Ziels – der Errichtung eines islamischen Staats - nicht als ihr vorrangiges politisches Instrument.

Als Mittel des Widerstands...

… haben sich islamistische Strömungen allerdings in vielen Staaten entwickelt. Grobe Faustregel: Je stärker sie unterdrückt wurden, desto eher neigten sie zur Radikalisierung und einer Fokussierung auf den bewaffneten Kampf. So etwa in Syrien und in Ägypten.

Terrorismus...

… ist daher eines von mehreren Mitteln und Handlungsstilen, die Islamisten benutzen. Andere Beispiele sind Parteipolitik und Sozialarbeit.

Der Dschihad...

… bedeutet wörtlich „Anstrengung, Kampf, Bemühung, Einsatz“ für Gott, nicht Gotteskrieg. Man muss unterscheiden zwischen dem „großen Dschihad“ als Kampf gegen sich selbst, also umgangssprachlich gesagt Überwindung des eigenen „inneren Schweinehundes“ und dem „kleinen Dschihad“, dem Kampf im militärischen Sinne. Die Übersetzung von Dschihadisten als „Gotteskrieger“ verzerrt den Begriff daher, weil es einen einseitigen Fokus auf den bewaffneten Kampf legt.

Obama bekräftigte, er stehe an der Seite der irakischen Regierung. „Ich werde unser Militär weiterhin anweisen, den irakischen Sicherheitskräften jede Unterstützung zukommen zu lassen, die sie brauchen, um ihr Land zu sichern. Und ich werde die diplomatische und wirtschaftliche Unterstützung aufbieten, sie zur Stabilisierung benötigen.“

Die USA beteiligen sich seit mehreren Monaten am Kampf gegen den IS, der im Irak und im benachbarten Syrien große Landesteile unter seine Kontrolle gebracht hat.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Herr Gerd Kintzel

21.05.2015, 19:51 Uhr

Vermutlich glaubt Obama auch noch an das Christkind und das die Erde eine Scheibe ist. Wäre der Westen nur nicht so feige und hätte eigene Truppen ins Spiel gebracht - der Spuk wäre längst zu Ende. So werden wir erleben, daß mehr und mehr "Kämpfer" der IS in ihre Heimatländer zurückkehren und dort den Terror gegen die eigene Bevölkerung fortsetzen. Und dann?

Herr Josef Schmidt

22.05.2015, 10:31 Uhr

Obama faselt was von „taktischen Rückschlag” und „Ich glaube nicht, dass wir verlieren.”

Klingt sehr überzeugend.

Herr mathias müller

22.05.2015, 14:21 Uhr

Sehr geehrter Herr Kintzel,
Wenn Sie den IS als Terroristen bezeichnen, als was bezeichnen Sie dann das
Mehrheitssystem bei Wahlen??

Sie vergessen, dass die Stärke der IS die Mehrzahl der Bürger repräsentiert.

Bush hat S.H. beseitigen lassen, und dafür den IS den Weg geebnet.

Obama glaubt am Sieg - RICHTIG nur welchen Sieg das sagt er nicht
Er hofft, dass die IS auch Syriens Machthaber für Ihn beseitigt.

Nur die Geister die Bush rief, gehorchen dem Westen nicht. Was nun ??

Das arabische Volk muss sich vereinen, damit FRIEDEN entstehen kann.
Aber dann hat Obama die Weltherschaft verloren.
Bitte seien Sie künftig etwas vorsichtiger mit Worten, wie "Terroristen",
westliche Truppen u.a.
MfG

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