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18.05.2015

19:35 Uhr

Erfolgsdaten aus Madrid

Spaniens Wirtschaft beschleunigt Wachstum

Spanien auf Erfolgskurs: Regierungskreisen zufolge erholt sich die kriselnde Wirtschaft Spaniens zusehends. Das Wachstum beschleunige sich stetig und könnte bald gar die vorsichtigen Prognosen übertrumpfen.

Die spanische Börse in Madrid: Auf der Iberischen Halbinsel geht es wirtschaftlich wieder voran. dpa

Es wird wieder mehr gehandelt

Die spanische Börse in Madrid: Auf der Iberischen Halbinsel geht es wirtschaftlich wieder voran.

MadridDie spanische Wirtschaft kommt nach Angaben der Regierung immer schneller auf Touren. Sollten sich die positiven Zeichen fortsetzen, werde das Land dieses Jahr eine Expansion des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von bis zu 3,6 Prozent erzielen können, versicherte Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Montag vor Journalisten in Madrid. Bisher hatten die Behörden für 2015 in „vorsichtigen Prognosen“ ein Wachstum von 2,9 Prozent vorausgesagt.

Eine mögliche politische Instabilität nach den Parlamentswahlen Ende des Jahres sei das größte Risiko für die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone, warnte das Mitglied der konservativen Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy mit Blick auf die guten Umfrageergebnisse der neuen Linkspartei Podemos.

De Guindos kündigte an, er werde auch bei einem Wahlsieg von Rajoys Volkspartei seinen Ministerposten zur Verfügung stellen. Der 55-Jährige will Präsident der Eurogruppe werden. Das Mandat des aktuellen Gremiumschefs Jeroen Dijsselbloem, der die Euro-Finanzminister führt, läuft im Juli aus. Der Niederländer will aber erneut kandidieren.

So stehen die Euro-Krisenländer da

Frankreich

Lage: Mit 0,3 Prozent wuchs die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone im vierten Quartal 2013 etwas schneller als erwartet. Sie befreite sich damit aus der Stagnation. Dennoch reichte es im Gesamtjahr 2013 nur zu einem Plus von 0,3 Prozent.
Aussichten: Für 2014 rechnet die Notenbank mit einem Wachstum von 0,9 Prozent. Frankreich leidet unter einer hohen Arbeitslosigkeit. "Steigende Arbeitslosigkeit und Steuererhöhungen wirken sich negativ auf die Einkommen aus", befürchtet deshalb die EU-Kommission. Das bremse den Konsum.

Italien

Lage: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Oktober bis Dezember 2013 um 0,1 Prozent zu. Das war das erste Wachstum seit Mitte 2011. Dennoch schrumpfte das BIP im Gesamtjahr 2013 um 1,9 Prozent.

Aussichten: Zwei Rezessionsjahren folgt eine kraftlose Erholung. 2014 wird von der EU-Kommission ein Wachstum von 0,7 Prozent erwartet, 2015 von 1,2 Prozent. Steigende Exporte dürften die Unternehmen zu mehr Investitionen ermutigen. Die Arbeitslosenquote soll 2014 noch einmal leicht steigen, was den Konsum dämpft.


Spanien

Lage: Der Notenbank zufolge ist das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2013 um 0,3 Prozent gewachsen. Trotzdem dürfte die Wirtschaft 2013 das zweite Jahr in Folge geschrumpft sein - voraussichtlich um 1,2 Prozent.

Aussichten: 2014 soll es ein mageres Wachstum von 0,5 Prozent geben, erwartet die EU-Kommission. Das Plus soll sich 2015 auf 1,7 Prozent erhöhen. Sowohl Unternehmen als auch Verbraucher dürften durch den Umbau des Bankensektors nach wie vor schwer an Kredite kommen. Die Exporte sollen dagegen gut laufen und stetig zulegen.

Griechenland

Lage: Im Vergleich zum Vorjahresquartal ging es Ende 2013 noch einmal um 2,6 Prozent nach unten. Immerhin: Zu Jahresbeginn war die Wirtschaftsleistung noch um mehr als das Doppelte eingebrochen.

Aussichten: Das BIP soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder wachsen, wenn auch nur um 0,6 Prozent. "2015 dürfte die Erholung an Kraft gewinnen, wenn die Investitionen zum Motor der Belebung werden", erwartet die EU-Kommission. Schwachpunkt bleibt die Rekordarbeitslosigkeit von aktuell 28 Prozent, die den Konsum bremst.


Portugal

Lage: Das Wachstum beschleunigt sich im vierten Quartal auf 0,5 Prozent. Dadurch schrumpfte die Wirtschaft 2013 nur noch um 1,4 Prozent, nach 3,2 Prozent 2012.

Aussichten: 2014 soll nach drei Minus-Jahren wieder ein Plus folgen. Dann dürfte ein Wachstum von 0,8 Prozent herausspringen, das sich 2015 auf 1,8 Prozent erhöhen soll, erwartet die Regierung. Wachstumstreiber sind vor allem die Exporte, aber auch die Binnennachfrage soll 2014 wieder anziehen.

Zypern

Lage: Um voraussichtlich 5,5 Prozent ist die Wirtschaftsleistung 2013 eingebrochen. Ursprünglich war sogar ein Minus von 8,7 Prozent erwartet worden, doch lief der private Konsum besser als angenommen.

Aussichten: 2014 wird ein weiteres Minus von 3,9 Prozent erwartet. "Die zyprische Volkswirtschaft sieht sich starkem Gegenwind ausgesetzt", so die EU-Kommission. Sowohl Konsum als auch Exporte dürften sinken. Erst 2015 wird mit einem Wachstum gerechnet, das aber mit 1,1 Prozent dünn ausfallen soll. Die Arbeitslosenquote dürfte 2014 auf 19,2 Prozent hochschnellen.

Zu seiner Bewerbung sagte de Guindos, er habe „Unterstützer“, die er aber nicht nennen könne. Die Wende der spanischen Wirtschaft spreche für sich. Nach einer langen Krise wächst Spanien zur Zeit deutlich stärker als die übrigen großen Staaten der Eurozone.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Jürgen Jantschik

18.05.2015, 20:04 Uhr

Wie sagt doch der alte Spruch: "Traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast". Und die Politiker, gerade in Spanien, sind in zahllose Bestechungsskandale etc. vesrtrickt ! We glaubt da noch an "wahrhaftige" Statistiken ",

Was aber stimmt :-))) !!
Das ist das Wachstum der Schulden in Spanien !! Wirklich beachtlich ! So sind die Schulden seit 2008 von 436,98 Milliarden Euro bis zum Jahr 2014 auf 1021,56 Milliarden Euro gewachsen !
Ein toller Erfolg !!

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