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20.05.2012

15:31 Uhr

Erinnerung an blutige Proteste

Rund 50.000 demonstrieren in Bangkok

Mit einer Großdemonstration hat die Bewegung der „Rothemden“ in Thailand an die Ausschreitungen im Jahr 2010 erinnert. Damals wurden mehr als 90 Menschen getötet. Noch immer sind die politischen Lager unversöhnlich.

Am zweiten Jahrestag der heftigen Auseinandersetzungen in Thailand rufen die Anhänger von Ex-Regierungschef Shinawatra Parolen. AFP

huGO-BildID: 26403094 "Red Shirt" supporters shout slogans during a demonstration to mark the second anniversary of a deadly crackdown on s

Am zweiten Jahrestag der heftigen Auseinandersetzungen in Thailand rufen die Anhänger von Ex-Regierungschef Shinawatra Parolen.

BangkokZehntausende Anhänger des früheren thailändischen Regierungschefs Thaksin Shinawatra haben in Bangkok an die blutigen Proteste vor zwei Jahren erinnert. Rund 50.000 sogenannte "Rothemden" versammelten sich am Samstag im Handelszentrum der Hauptstadt, wo 2010 bei den schwersten Ausschreitungen seit Jahrzehnten mehr als 90 Menschen getötet worden waren. Thaksin rief in einer Videobotschaft zur Versöhnung der politischen Lager in Thailand auf.
Die Demonstranten trotzten starkem Regen, um die Videoschalte des im Exil lebenden Thaksin nicht zu verpassen. "Heute sollten wir alle Voreingenommenheit beiseite lassen und uns einander zuwenden", sagte der frühere Regierungschef, dem bei einer Rückkehr in seine Heimat eine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung droht. Er erneuerte damit seinen Appell zu einer Versöhnung der Rothemden mit den zur Elite zählenden Gelbhemden und anderen kleineren Gruppierungen.
Die Rivalität zwischen den politischen Lagern spaltet Thailand seit dem Jahr 2005. Ihren dramatischen Höhepunkt erlebte sie im Frühjahr 2010, als das Militär gegen die damals oppositionellen Rothemden vorging. Diese hatten wochenlang im Zentrum Bangkoks gegen die Regierung unter Abhisit Vejjajiva demonstriert. Abhisit wurde von den Gelbhemden unterstützt, zu denen vor allem Vertreter der traditionellen Eliten gehören. Die Rothemden sind zumeist Landbewohner aus dem Norden des Landes.
Thailand wird seit der Parlamentswahl im Mai 2011 von Thaksins jüngerer Schwester Yingluck Shinawatra geführt. Ihr wird vorgeworfen, an einer Amnestie für ihren Bruder zu arbeiten und damit seine Rückkehr zu ermöglichen. Allerdings kritisieren die Rothemden, dass bisher noch kein Verantwortlicher für die Niederschlagung der Proteste zur Rechenschaft gezogen wurde. Bei den Protesten von 2010 waren mehr als 90 Menschen getötet und fast 2000 Menschen verletzt worden, vor allem Zivilisten.

Von

afp

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