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12.01.2012

07:41 Uhr

Ermittlungen nach Skandalvideo

US-Soldaten sollen Leichen von Taliban geschändet haben

Im Internet ist ein Amateurvideo mit Bildern aufgetaucht, in denen US-Elitesoldaten auf die Leichen von Taliban-Kämpfern urinieren. Das US-Marinekorps hat Ermittlungen aufgenommen, um die Echtheit des Videos zu klären.

Vermutete Leichenschändung

Skandal-Video schockt Pentagon

Vermutete Leichenschändung: Skandal-Video schockt Pentagon

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WashingtonNach der Veröffentlichung eines Videos mit Bildern von US-Soldaten, die auf Leichen von mutmaßlichen Taliban-Kämpfern in Afghanistan urinieren, hat das US-Marinekorps Ermittlungen aufgenommen. Die Herkunft und Echtheit des im Internet verbreiteten Amateurvideos seien bislang noch ungeklärt, erklärte die US-Elitetruppe am Mittwoch. Derartige Taten stünden jedoch nicht im Einklang mit den Werten der Marineinfanterie.

In dem Video, das offenbar bei einem Einsatz in Afghanistan aufgenommen wurde, sind vier Männer in US-Uniform zu sehen, die über drei blutverschmierten Leichen urinierten. Einer der Soldaten sagt „Schönen Tag noch, Kumpel“, während er sich offenbar darüber im Klaren ist, gefilmt zu werden.

Pentagon-Sprecher John Kirby sagte, die Aufnahmen hätten ihm „den Magen umgedreht“. Egal unter welchen Umständen das Video entstanden und wer die Personen darin seien, handele es sich um ein „abstoßendes, monströses und inakzeptables Verhalten für jede Person in Uniform“. Ein Militärvertreter, der anonym bleiben wollte, sagte, Helm und Waffen eines der Beteiligten in dem Video deuteten darauf hin, dass es sich um Mitglieder einer Elite-Scharfschützeneinheit handeln könnte.

Die muslimische US-Bürgerrechtsvereinigung Council on American-Islamic Relations (CAIR) verurteilte die mutmaßliche Leichenschändung. Sollte sich das Video als echt herausstellen, könne es „andere Soldaten und Zivilisten„ gefährden, hieß es in einer Erklärung. CAIR vertraue darauf, dass der Fall umgehend und auf transparente Weise aufgeklärt werde und „angemessene Schritte“ ergriffen würden. Mögliche Schuldige müssten nach der US-Militärgesetzgebung und US-Gesetz bestraft werden.

In Afghanistan sind derzeit rund 20.000 Marines stationiert, die meisten in den Regionen Kandahar im Süden und Helmand im Südwesten. Insgesamt sind rund 130.000 US- und NATO-Soldaten in Afghanistan im Kampf gegen Taliban-Kämpfer im Einsatz.

Von

afp

Kommentare (7)

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bothrops

12.01.2012, 10:03 Uhr

Was eine Doppelmoral. Töten ist ok, aber pinkeln nicht......so ein weltfremde Ansicht kann nur Tintenrittern einfallen.
Wenn ihr Killer einsetzt, dann müsst ihr Demokraten und Bürokraten auch mit Nebenfolgen rechnen. Den sauberen Krieg gibt es nicht. Das sollte selbst der dümmste allmählich wissen.

marcello_de_grande

12.01.2012, 10:29 Uhr

Dem kann ich nur beipflichten! Dieses Verhalten ist eine logische Folge von Verrohung, welche in einem Krieg jeder Teilnehmer erfährt. Das muss jedem klar sein. Im Krieg werden Menschen zu Tieren. Sauberen Krieg gibt es auf CNN, aber nicht in der Realität! Krieg ist brutal und bringt die grausamsten Eigenschaften der Menschen ans Tageslicht.
Und viel Geld in die Taschen einiger weniger!
Was hier für großes Aufsehen sorgt, ist in der russischen Armee normal, wie viele Videos aus dem Kaukasus-Krieg ziegen.

Account gelöscht!

12.01.2012, 13:00 Uhr

.
Meint ihr jetzt daß dadurch weniger US Bürger fallen oder die Anzahl ihrer Feinde abnimt?
In meiner Generation schätze ich wohl nicht mehr.
Ihr moralischer Niveau hat auf jeden Fall den des ideologischen Herrenmenschen erreicht.
Ein Anderes herrschte eigentlich schon Jahrhunderte in diesem Kulturkreis nicht.
Man kann seinen Feind zwar Pfählen um ihm Angst zu machen, aber eine Entwürdigung von Toten?

Hitler war ein Weisenkind gegenüber euch.
Sowas habe ich in seiner Propaganda noch nicht gesehen.
Er hat zwar auch seine Gegner entwürdigt, aber nienmals dabei die Würde seiner eigenen Rasse aufs Spiel gesetzt.
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