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05.01.2010

21:47 Uhr

Erneuerbare Energie

Ein Super-Netz für die Windkraft auf hoher See

VonEric Bonse, Klaus Stratmann

Europa macht Ernst mit erneuerbaren Energien. Nach dem Wüstenstrom-Projekt Desertec planen neun EU-Länder, darunter Deutschland, nun ein gigantisches Hochspannungsnetz in der Nordsee. Neun Staaten wollen Milliarden investieren, damit an den Küsten produzierter Strom auch zu den Verbrauchern gelangt.

Blick auf den deutschen Offshore-Windpark "Alpha Ventus". Mit Hochspannungsleitungen in die Nordsee wollen die Anrainerstaaten künftig ihre Windparks, Wasser- und Gezeitenkraftwerke verbinden. dpa

Blick auf den deutschen Offshore-Windpark "Alpha Ventus". Mit Hochspannungsleitungen in die Nordsee wollen die Anrainerstaaten künftig ihre Windparks, Wasser- und Gezeitenkraftwerke verbinden.

BRÜSSEL/BERLIN. Es soll Strom aus Windparks, Wasser- und Gezeitenkraftwerken in Nordeuropa bündeln und verteilen. Zwar wird das Supernetz frühestens in zehn Jahren in Betrieb gehen. Doch schon in den nächsten Wochen soll die Planung beginnen. Die Energiebranche begrüßt die Aktivitäten der neun Partnerländer.

Bereits im Dezember hatte die EU-Kommission 565 Mio. Euro für die erste Projektphase freigegeben. Davon sollen 165 Mio. Euro auf den sogenannten "North Sea Grid" entfallen. Das Geld kommt aus dem Konjunkturprogramm der Brüsseler Behörde und soll zum Aufbau einer wettbewerbsfähigen Offshore-Windenergie-Industrie beitragen.

Neben Deutschland sind auch die Benelux-Länder sowie Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland und Schweden beteiligt. Die neun Staaten haben eine enge Zusammenarbeit und eine faire Lastenteilung vereinbart. Bereits am 9. Februar soll es ein Treffen auf Arbeitsebene geben.

Projekt mit strategischer Bedeutung

"Für Deutschland als Land mit ambitionierten Offshore-Ausbauplänen hat die Initiative große Bedeutung", sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). "Sie richtet ihr Augenmerk auf Fragen der Netzanbindung und Netzintegration, auf die es entscheidend ankommt, damit die Windenergie zu den Verbrauchern gelangt und die Offshore-Stromerzeugung zu einem Erfolg wird." Das Projekt hat nach Ansicht der EU-Kommission hohe strategische Bedeutung. Energiekommissar Andris Piebalgs spricht von einer "Schlüsseltechnologie, die für die Bekämpfung des Klimawandels von entscheidender Bedeutung" sein werde.

Windkraftwerke könnten nach Angaben der Europäischen Umweltagentur bis 2030 mehr als 3000 Terawattstunden liefern, was fast 80 Prozent des geschätzten Stromverbrauchs entspräche. Die EU könnte sich so von fossilen Brennstoffen unabhängig machen und ihre Führungsrolle beim Kampf gegen den Klimawandel ausbauen. Koordinator der EU-Kommission für die Netzanbindung der Offshore-Windkraft in Nordeuropa ist Georg Wilhelm Adamowitsch, unter Rot-Grün Staatssekretär im Wirtschaftsministerium.

Spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2010 wollen die neun EU-Staaten eine Absichtserklärung vorlegen. Auf Unternehmensseite sind unter anderem Vattenfall Europe (Deutschland), Scottish Hydro Electric Transmission (Großbritannien) oder C-Power (Belgien) beteiligt.

Kommentare (2)

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Joe groth

06.01.2010, 00:41 Uhr

Erst "Desertec" - nun auch noch "Super-Netz" in der Nordsee.

interessant für Fachleute ist, dass in der Praxis noch keine Lösungen für die Leitungsverluste über längere Wege gefunden wurden. Die Übertragungsverluste betragen zwischen 1 bis 8 % je 100 km. im Wasser dürften die Verluste noch höher sein. Selbst die vielgepriesenen HGÜ Leitungen vermeiden zwar die blindleistungen, aber dafür sind Konverterverluste vorhanden.
Für mich sind deshalb keine Projekte Ökologisch, bei denen an der Quelle die doppelte Menge eingespeist werden muss.

Wichtig ist dies Projekt nur zur Versorgungssicherheit, aber diese sollte der EV bieten, nicht der Steuerzahler im Namen der Ökologie.

Dipl.-Ing. Theobald

06.01.2010, 17:36 Uhr

Strompreis-Verdopplung durch unsachgemäße EE

Der nötige Umbau unserer Energieversorgung wird von ideologen und Dilettanten völlig
unsachgemäß gesteuert. Dies führt zum doppelten Strompreis und ruiniert unseren Wohlstand.

Was wir brauchen ist endlich eine p r i o r i t ä t e n g e r e c h t e Energiepolitik, wie es Tanja Gönner in baden Würtemberg jetzt vormacht

Hier die deutschen Energiefakten: Wärme 60%, Verkehr 22%, Strom 18%. Jedem ist doch sofort klar: bei Wärme läßt sich mit den geringsten Kosten am meisten einsparen.

Darum "bravo" für die schwäbische Entscheidung, endlich bei Wärme mobil zu machen. Zudem fällt dabei dank KWK Strom als „Nebenprodukt“ mit an. Und in der Energie-Region Güssing/Ö. kann man sich anschauen, wie dank Synergie auch noch brennstoff für den Verkehr erzeugt wird. Stichwort „Energie-autarke Region“ !

Die berliner Politik hingegen verschwendet entgegen den Prioritäten "unser Geld via Strom-rechnung" an der völlig falschen Stelle und zudem mit den falschen Lösungen: bei PV und WiND. Nötig ist jetzt nach Faktenlage: Ausbau-Stopp für die Geldverschwender PV (6GW) und WiND (25GW), genau wie beim Sicherheitsrisiko ATOM (21GW) !

Deutschland reitet bei Erneuerbaren das falsche (Stecken)Pferd! PV ist, ebenso wie WiND, keine Zukunftstechnologie, macht uns nicht zum Technologieführer u. bringt auf Dauer keine Arbeitsplätze sondern verdoppelt den Strompreis! (Wissensch. Studie Dr. Kruck, Uni Stgt.)

WiND und PV sind p a r a s i t ä r e Erneuerbare Energien (PEE), da sie alleine keine stabile Versorgung ermöglichen, sondern den Parallelbetrieb von i.d.R. hochreagiblen GAS-Kraftwerken erzwingen. beweis: Röttgen/bMU plant mit der WiND-Verdopplung bis 2020 auch die GAS-Verdopplung. Wo bleibt die offiziell propagierte "Energie-Unabhängigkeit"?
ich sehe nur ein Plus für die GAS-Verkäufer Schröder (GAZPROM) / Fischer (NAbUCCO).
Haben diese mit ihrer EEG-Novelle 1998 das ganze vorausschauend eingefädelt ?

Ergebnis: PEE belasten die Umwelt u. verdoppeln den Strompreis. Die Forderung der WiND-industrie nach Netzausbau belegt die unter Fachleuten bekannte Tatsache, daß WiND /PV die Netze instabil macht. Die wg. WiND/PV nötigen Milliarden für Stromleitungen zahlt natürlich nicht die WiND/PV-iindustrie, sondern die Stromverbraucher über die Stromrechnung und mit der verkorksten Natur muß er auf Jahrzehnte leben!

Auf den Punkt gebracht: Wer die Physik –und nicht an ideologien – glaubt, muß sofort den WiND-und PV-Ausbau stoppen (genau wie ATOM) und das Geld in die Entwicklung
n a c h h al t i g e r Erneuerbarer Energie (NEE) wie Geothermie oder biomasse u.a. –nach denen noch zu forschen ist - stecken, da diese alleine arbeiten-ohne Doppelinvestment! Vorteile: bürger- und industriefreundliche Strompreise und Umweltschutz! Sowie Technologie-Führerschaft bei Produkten mit hohem Exportpotential und damit sicheren Arbeitsplätzen.

Links und wissensch. Studien sowie beratung für bürgerinitiativen unter sekuria(at)t-online.de gratis abrufbar oder googlen: "Darmstädter Manifest".

Dipl.-ing. Ernst Theobald
sekuria@t-online.de
Tel. 06167 912162

PS.: Daß hier -genau wie ehedem bei ATOM- ohne Konzept ge(M)erkelt wird, sieht man daran, daß Merkel für Oktober eine "Strategiekonferenz" einberufen hat

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