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25.04.2012

18:16 Uhr

Erneuerbare Energien

Japan eifert deutscher Solarförderung nach

Japan hat ein massives Stromproblem. Die Förderung erneuerbarer Energien soll Abhilfe schaffen. Finanziert werden sollen die Hilfen ähnlich wie in Deutschland: Über die Stromrechnung der Verbraucher.

Demonstranten in Tokio protestieren gegen Kernkraft. Reuters

Demonstranten in Tokio protestieren gegen Kernkraft.

TokioGut ein Jahr nach der Atomkatastrophe von Fukushima plant Japan eine Förderung erneuerbarer Energien nach deutschem Vorbild. Eine Regierungskommission empfahl am Montag einen festen Abnahmepreis für Solarstrom über 20 Jahre. Die Einspeisevergütung für Investoren in Solaranlagen soll demnach ab Juli greifen und zunächst umgerechnet knapp 40 Euro-Cent pro Kilowattstunde betragen. Dies entspricht in etwa Forderungen aus der Industrie, so dass mit einem Schub für Sonnenenergie gerechnet wird.

Auch für Windstrom soll es ähnliche Regelungen über ebenfalls 20 Jahre geben. Japan hat nach dem Fukushima-Desaster und der Abschaltung von fast allen der über 50 Reaktoren eine massives Energieproblem. Solarstrom trägt wegen fehlender Investitionsanreize derzeit weniger als ein Prozent zur Stromerzeugung bei. Atomkraft hatte vor Fukushima einen Anteil von rund 30 Prozent. Die Kommission will noch in dieser Woche ihre Vorschläge an Handelsminister Yukio Edano weiterleiten, der bis Ende Mai eine endgültige Entscheidung treffen soll.

Ähnlich wie in Deutschland sollen die Kosten für die Hilfen über die Stromrechnung auf alle Verbraucher umgelegt werden. . „Aus dem Blick der Haushalte mag dies eine Last sein. Aber es ist auch eine Investition in die erneuerbaren Energien“, sagte Kommissionsvorsitzende Kazuhiro Ueta. „Das Gesetz macht es notwendig, dass wir in den ersten drei Jahren besonders auf die Rendite der Investoren schauen müssen.“

Auch in Deutschland hatte sich die Debatte über die Kosten der Förderung an den hohen Renditen für Investoren entzündet. Diese profitierten von einem weltweiten Preisverfall für Module, der schneller voranging als die Kürzungen der Subventionen. Nach neuer Gesetzeslage liegen die Vergütungen in Deutschland schon unter 20 Cent pro Kilowattstunde.

Von

rtr

Kommentare (5)

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vandale

25.04.2012, 19:02 Uhr

Das EEG ist sehr geschickt konzipiert. Die Subventionen für den wertlosen, umweltschädlichen Zufallsstrom werden über 20 Jahre in die Zukunft verteilt. Im Gegensatz zu einer unmittelbaren Subventionierung werden die Folgen erst langsam spürbar. Allerdings steigen dann die Lasten gnadenlos an. Mit jedem Jahr wird eine Schicht Subventionen aufgepackt, so dass diese Subventionen ohne Neuinstallation konstant bleiben und die Subventionen der Neuinstallationen hinzukommen.

In Deutschland befindet man sich bereits im Stadium der rasanten Strompreissteigerung. 2012 sind dies 3,59c/kWh EEG Umlage zuzüglich der nichterfassten Kosten. Mit Marge, Vertriebskosten und Steuern sind dies ca. 10c/kWh die sich auf den Strompreis addieren. Kommendes Jahr wird die EEG Umlage nach Schätzungen bei 4.5 - 5c/kWh zuzüglich wiederum Marge, Vertriebskosten und Steuern betragen. In wenigen Jahren wird der Verbraucher mit diesen Kosten vorraussichtlich übefordert sein.

Japan sollte sich dies gut überlegen.

Vandale

CarmenF

25.04.2012, 19:28 Uhr

Japan hat als Inselstaat mit starker Sonneneinstrahlung und heißen Quellen doch alles was man zur Energiegewinnung braucht. Dort laufen von über 50 Reaktoren nur noch 1er, trotzdem ist das Licht noch an! Die Energiepreise sind schon gestiegen und werden immer weiter steigen, da die Kosten für den Atomgau auf die Energiepreise draufgeschlagen wird.
Aber das sind ja nur ein paar Billönchen ;)
In Deutschland nutzt die Schlaue Energiewirtschaft und die Politik, wie man den Bürgern noch mehr Geld aus der Tasche ziehen kann. Dank der Ökostromförderung hat man ja einen Prügelknaben der von eigenen Schweinereien ablenken soll.
Wer nach solcher Katastropen immer noch an Kerntechnologie zum Wasserkochen feshält, dem kann man nichtmehr helfen, ich schlage vor die Keller der Befürworter als Endlagerstättem für Atommüll zu nutzen, da kann ja schließlich nix passieren ;)

patze

26.04.2012, 12:11 Uhr

@Vandale -

um mit ihnen zu diskutieren, wäre es von Vorteil ihren Standpunkt/Vorschlag zur Energieversorgung der Zukunft zu kennen.

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