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24.05.2011

13:22 Uhr

Erneute Scharmützel

Gefechte in Jemens Hauptstadt Sanaa halten an

Jemens Präsident Salih weigert sich weiterhin, einem friedlichen Machtwechsel zuzustimmen und warnte stattdessen seine Gegner vor einem Bürgerkrieg. Derweil gehen in der Hauptstadt Sanaa die Scharmützel weiter.

Soldaten stehen Wache in einer Straße der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Quelle: dpa

Soldaten stehen Wache in einer Straße der jemenitischen Hauptstadt Sanaa.

SanaaIm Jemen bleibt die Situation angespannt, nachdem Präsident Ali Abdullah Salih eine Machtübergabe an seinen Stellvertreter abgelehnt hatte. Am Dienstag kam es nach Angaben von Augenzeugen erneut zu Scharmützeln rund um die Residenz des Stammesscheichs Sadik al-Ahmar in der Hauptstadt Sanaa.

Am Vortag waren dort nach Angaben aus Stammeskreisen fünf Angehörige des Haschid-Stammes getötet worden. 35 Menschen seien verletzt worden. Unabhängige lokale Medien hatten zudem von zehn getöteten Regierungssoldaten und zwei erschossenen Passanten berichtet.

Nach Darstellung der staatlichen Medien hatten Anhänger des Scheichs das Gebäude der staatlichen Nachrichtenagentur Saba mit Panzerfäusten beschossen und dabei zwei Journalisten verletzt. Unabhängige Beobachter berichteten dagegen, die Sicherheitskräfte hätten zuerst versucht, zur Residenz des Scheichs vorzudringen und seien dabei von den Wachleuten des Stammesführers beschossen worden. Daraufhin hätten sich Angehörige der Sicherheitskräfte auf dem Dach des Saba-Gebäudes postiert und von dort auf die Wachleute geschossen.

Salih, der in Sanaa seit 1978 regiert, hatte sich am vergangenen Sonntag geweigert, eine Vereinbarung für einen friedlichen Machtwechsel zu unterzeichnen. Stattdessen hatte er die Opposition davor gewarnt, einen Bürgerkrieg anzuzetteln. Die Opposition und die Protestbewegung fordern den Rücktritt Salihs, dem sie Korruption und den Einsatz von Gewalt gegen politische Gegner vorwerfen.

Die Oppositionsparteien, denen sich auch Scheich Sadik al-Ahmar angeschlossen hat, wären bereit, Salih in Würde ins Exil gehen zu lassen. Die jungen Demonstranten fordern, dass er vor Gericht gestellt wird. Die Nachrichtenwebsite „Marib Press“ meldete unter Berufung auf die Opposition, kurz vor dem Angriff auf die Residenz des Stammesführers der Haschid am Montag habe in dem Haus eine Versammlung von Oppositionellen stattgefunden.

Von

dpa

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