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11.07.2013

16:19 Uhr

Erschreckende Bilder aus Ägypten

Ein Fotograf filmt, wie er erschossen wird

VonMartin Gehlen

Der Journalist Ahmed Samir Assem wollte die Gewalt des ägyptischen Militärs gegenüber Kindern und Frauen beweisen. Als er einen Mann filmt, der auf Demonstranten schießt, legt dieser plötzlich auf ihn an.

Mehrmals taucht der Mann in Militäruniform mit seinem Sturmgewehr aus der Deckung auf, zielt und drückt ab. Gefilmt wird er dabei vom Hochhaus gegenüber von einem jungen Journalisten der Muslimbrüder. Bis er stirbt. Foto: Screenshot

Mehrmals taucht der Mann in Militäruniform mit seinem Sturmgewehr aus der Deckung auf, zielt und drückt ab. Gefilmt wird er dabei vom Hochhaus gegenüber von einem jungen Journalisten der Muslimbrüder. Bis er stirbt. Foto: Screenshot

KairoDer Mann in beiger Militäruniform hockt hinter einer Dachbrüstung, von unten schallen protestierende Topfschläge und entsetzte Schreie der Demonstranten herauf. Mehrmals taucht er mit seinem Sturmgewehr aus der Deckung auf, zielt und drückt ab. Gefilmt wird er dabei vom Hochhaus gegenüber von einem jungen Journalisten der Muslimbrüder.

Dann plötzlich entdeckt der Scharfschütze den Fotografen, dreht sein Gewehr in dessen Richtung und schießt – das Video bricht ab. Ahmed Samir Assem, auch bekannt unter dem Namen Ahmed Assem El-Senousy, wird von der Kugel in den Kopf getroffen. Er hat seinen eigenen Tod gefilmt, berichten Angehörige. Eine Stunde später soll ein Unbekannter offenbar Assems blutverschmierte Kamera und das Mobiltelefon in dem Medienzelt nahe der Rabaa al-Adawiya Moschee abgeliefert haben, wo die Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi seit Tagen campieren. Die Darstellung konnte nicht unabhängig überprüft werden

Der 26-Jährige wäre dann eines von 51 Opfern, die Anfang der Woche bei dem Blutbad von Militär und Polizei an Muslimbrüdern ihr Leben verloren. 435 Menschen wurden verletzt. Nach Angaben von Augenzeugen hatten etwa 1.000 Protestierer, die seit zwei Tagen vor dem Hauptquartier der Republikanischen Garden einen Sitzstreik veranstalteten, gerade ihr Morgengebet beendet, als der Horror begann. Am Ende war jeder zweite aus dem Menge tot oder verletzt.

Was die Gewalt auslöste, ist bislang ungeklärt und umstritten. Die Demonstranten behaupten, sie hätten friedlich gebetet, als plötzlich der Einsatz von Tränengas und das wilde Schießen begannen. Die Armee wiederum erklärte, Terrorkommandos hätten versucht, ihre Kaserne zu stürmen. Andere Zeugen sprechen von bewaffneten Motorrad-Kommandos, die im Tränengasnebel um sich feuernd in die Versammlung hineingefahren seien. Das erst hätte den Waffeneinsatz der Armee ausgelöst, den die Menschenrechtsorganisation Amnesty International jetzt als „exzessiv“ anprangerte.

Kommentare (17)

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11.07.2013, 16:42 Uhr

wie in Syrien, und Lybien, Sniper, die auf Menschenmengen jeder Art anlegen.... um Chaos und Schuldzuweisugen zu entfesseln

Angela-Wendehals

11.07.2013, 16:43 Uhr

es erfüllt mich mit tiefer Sorgen, wie man sogar in Ägypten mit Menschen umgeht, die Unrecht aufdecken wollen. Und fast denkt man die USA, wo man auch die beseitigen will / Mr. Snowden/, der Schnüffel-Unrecht aufdecken wollte.

Schade nur, dass Frau angella wendehals das gewusst und und trotzdem die widerrechtliche Schnüffelei gedeckt hat. aber so ist Frau Angela Wendehals, früher hat sie die STASI wohl mit gedeckt, heute die NSA

Account gelöscht!

11.07.2013, 16:50 Uhr

Da gibt es mehrere Beispiele:

http://www.guardian.co.uk/world/2011/jan/04/philippines-murder-suspect-caught-camera

Ich werde auch nie vergessen, wie ein Kameramann von einem US-Panzer erschossen wurde - seine letzte Aufnahme (ich glaube im Irak war dies).

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