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12.01.2012

21:52 Uhr

Erschreckendes Video

Leichenschändung bringt USA in Bedrängnis

Ein Video, das US-Soldaten bei der Schändung von Leichen getöteter Taliban zeigt, ist offenbar echt und könnte die Friedensbemühungen am Hindukusch empfindlich beschädigen. Die Täter sollen aus North Carolina stammen.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Hamid Karzai. dpa

US-Verteidigungsminister Leon Panetta während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Hamid Karzai.

KabulEin Video mit einer Leichenschändung durch US-Soldaten beschädigt zu einem wichtigen Zeitpunkt das Ansehen der ausländischen Streitkräfte in Afghanistan. Auf den Aufnahmen, die im Internet veröffentlicht wurden, sind offenbar US-Marineinfanteristen dabei zu sehen, wie sie auf getötete Taliban-Kämpfer urinieren und Witze reißen. Die Täter seien identifiziert worden und sollen aus dem in North Carolina stationierten 3. Bataillon stammen, sagte ein Offizier am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Verteidigungsminister Leon Panetta verurteilte die Taten und kündigte eine Untersuchung an. Sein Ministerium hat nach eigenen Angaben keine Hinweise, dass es sich um eine Fälschung handelt. Die internationale Afghanistantruppe Isaf bezeichnete die Aufnahmen in höchstem Maße verwerflich und ekelhaft.

US-Außenministerin Hillary Clinton sagte, das Verhalten der Soldaten sei "absolut unvereinbar mit amerikanischen Werten und den Standards, die wir von unserem Militärpersonal erwarten."

Der afghanische Präsident Hamid Karsai sprach von unmenschlichen Aufnahmen und forderte Ermittlungen. Ein Vertreter des Hohen Friedensrates erklärte, wegen derartiger Aufnahmen könnten die Taliban leicht junge Menschen für sich gewinnen. „Solche Taten haben einen sehr, sehr schlechten Einfluss auf die Friedensbemühungen“, sagte Arsala Rahmani. Dagegen erklärte ein Sprecher der Taliban in Afghanistan, es handle sich bei dem Video nicht um einen „politischen Vorgang“. Die Aufnahmen würden daher auch nicht die Gespräche mit den USA oder den geplanten Gefangenenaustausch beeinflussen.

Nach einem mehr als zehnjährigen Krieg versuchen die USA und die afghanische Regierung, mit den Taliban Frieden zu schließen. So wollen die Taliban im Golfstaat Katar ein Verbindungsbüro eröffnen. Ein Unterhändler von US-Präsident Barack Obama soll am Wochenende in die Region reisen und unter anderen mit Präsident Karsai und Vertretern der Türkei, Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate sprechen.

Die US-Streitkräfte sind bereits wegen einer Reihe von Vorfällen bei der afghanischen Bevölkerung in Misskredit geraten. So kam es in den vergangenen Jahren zu Bombenangriffen auf Hochzeitsgesellschaften, bei denen zahlreiche Zivilisten getötet wurden. Zudem soll ein „Kill Team“ aus Soldaten in der Provinz Kandahar unbewaffnete Afghanen umgebracht haben. Darüber hinaus wurden auch in Afghanistan die Bilder aus dem irakischen Gefängnis Abu Ghraib mit Entsetzen wahrgenommen: Auf den Fotos waren Misshandlungen irakischer Gefangener durch US-Soldaten zu sehen.

Kommentare (6)

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weltenbrand

12.01.2012, 21:45 Uhr

well done, guys!!!

Carlos

12.01.2012, 22:24 Uhr

es wird zeit dem amerikanischen abschaum die rote karte zu zeigen.
deutschland raus aus der nato , amerikanisches militär raus aus deutschland.

Carlos

13.01.2012, 00:14 Uhr

von den taliban haben wir vielleicht nichts anderes erwartet , von einer hightech berufsarmee aus einem angeblich zivilisierten land schon.

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