Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.10.2013

20:17 Uhr

Erste Prognosen

Regierungskandidat bei Georgien-Wahl vorn

Prognosen sehen Ex-Bildungsminister Margwelaschwili bei der Präsidentschaftswahl in Georgien klar vorn. Er holte zwei Drittel der Stimmen. Die Regierung feiert das Ergebnis als Schritt zur europäischen Integration.

Präsidentschaftskandidat Giorgi Margvelaschwili (links) bei der Stimmabgabe. Der Ex-Bildungsminister liegt laut Wahlprognosen klar vorn. dpa

Präsidentschaftskandidat Giorgi Margvelaschwili (links) bei der Stimmabgabe. Der Ex-Bildungsminister liegt laut Wahlprognosen klar vorn.

TiflisIn der Südkaukasusrepublik Georgien wird der frühere Bildungsminister Georgi Margwelaschwili Prognosen zufolge Nachfolger von Staatschef Michail Saakaschwili. Damit kann das Lager von Regierungschef Bidsina Iwanischwili, der der reichste Georgier ist, künftig uneingeschränkt Macht ausüben. Saakaschwilis Kandidat, der frühere Parlamentschef David Bakradse, räumte am Sonntag seine Niederlage ein. Er wolle als Oppositionsführer die Arbeit von Regierungschef und Präsident überprüfen, kündigte er an.

Der 44 Jahre alte Margwelaschwili erhielt nach den Prognosen von zwei Fernsehsendern zwischen 66,7 und 68 Prozent der Stimmen und damit die notwendige absolute Mehrheit. Margwelaschwilis Anhänger feierten in der Hauptstadt Tiflis mit Autokorsos den Sieg.

Künftig dominiert in dem Land am Schwarzen Meer, das in die EU und die Nato strebt und keine diplomatischen Beziehungen mit Russland unterhält, das Regierungslager die Politik. Experten warnten vor einem neuen Machtmonopol. Der neue Präsident wird in der Ex-Sowjetrepublik künftig nur eine repräsentative Rolle spielen. Eine Verfassungsänderung überträgt die wichtigsten Machtbefugnisse auf das Amt des Regierungschefs. Erste aussagekräftige Ergebnisse wurden noch am Abend erwartet.

Der Milliardär Iwanischwili hatte vor mehr als einem Jahr die Parlamentswahl gewonnen. Die Präsidentenwahl galt deshalb auch als wichtiger Stimmungstest für seine Politik. Der zuletzt umstrittene Saakaschwili, der vor knapp zehn Jahren mit der Rosenrevolution von 2003 die Führung übernommen hatte, durfte nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.

Oppositionsführer Bakradse erhielt 17 bis 21 Prozent der Stimmen. Er sprach von einem anständigen Ergebnis und bot Margwelaschwili Zusammenarbeit an, „damit unser Land sich nach vorn bewegt und das Volk besser lebt“. Die frühere Parlamentspräsidenten Nino Burdschanadse landete mit 7,5 bis 10 Prozent der Stimmen weit abgeschlagen auf dem dritten Platz.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×