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26.12.2011

20:30 Uhr

Erste Reise seit 2007

Hamas-Führer zu Besuch in Ägypten

Nach vier Jahren ist der ranghohe Hamas-Führer Ismail Hanijeh erstmals zu einer Reise ins Ausland aufgebrochen. In Ägypten wurde er heute jubelnd empfangen.

Der Hamas-Ministerpräsident Ismail Hanijeh in Kairo. dapd

Der Hamas-Ministerpräsident Ismail Hanijeh in Kairo.

KairoDer ranghohe Hamas-Führer Ismail Hanijeh ist zu einem Besuch in Ägypten eingetroffen. Es ist seine erste Reise außerhalb des Gazastreifens, seit die Hamas das Gebiet 2007 überrannte. In der ägyptischen Hauptstadt Kairo traf Hanijeh am Montag mit dem Chef der Arabischen Liga und dem Anführer der Muslimbruderschaft zusammen.

Die Hamas hatte den Gazastreifen 2007 gewaltsam unter ihre Kontrolle gebracht und die rivalisierende Palästinenserorganisation Fatah von Präsident Mahmud Abbas verdrängt. Israel und Ägypten reagierten daraufhin mit einer Blockade des Gebiets.

Kairo bemüht sich derzeit um eine Versöhnung von Hamas und Fatah. Hanijeh sagte am Montag, eine Versöhnung mit der Fatah sei eine „strategische“ Angelegenheit.

Hanijeh will mehrere arabische Staaten sowie die Türkei besuchen, wie ein Berater mitteilte. Ziel sei es, mehr Unterstützung für die Palästinenser und den Wiederaufbau des Gazastreifens zu gewinnen. Hanija wolle unter anderem in Ägypten, Katar, Tunesien und dem Sudan Gespräche führen.

Es war das erste Mal seit der gewaltsamen Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen im Juni 2007, dass Hanija das Palästinensergebiet verließ. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte ihn damals des Amtes enthoben. Die radikalislamische Hamas herrscht seit dem blutigen Putsch im Gazastreifen und die Fatah im Westjordanland.

Israel hatte nach der Hamas-Machtübernahme die Blockade des Gazastreifens verschärft, so dass Hanija und andere Hamas-Führer nicht ausreisen konnten. Im vergangenen Jahr wurde die Abriegelung des Küstengebiets nach scharfer internationaler Kritik an der blutigen Stürmung des Schiffs „Mavi Marmara“ durch die israelische Marine gelockert. Bei dem Einsatz waren neun türkische Aktivisten getötet worden. Ägypten öffnete den Rafah-Grenzübergang zum Gazastreifen im Mai wieder für den Personenverkehr.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

26.12.2011, 20:55 Uhr

Am 18. August 1988 veröffentlichte die Hamas ihre Gründungscharta.Darin sind Ideologie und strategische Überlegungen vereint.


Als Ziel der Hamas nennt die Charta, „die Fahne Allahs über jedem Zoll von Palästina aufzuziehen“. Palästina umfasst für die Charta die gesamte Region inklusive Israels und Teilen Jordaniens. Israel wird als „zionistisches Gebilde“ bezeichnet, dessen „islamisches Heimatland“ (Waqf) niemals Nicht-Muslimen überlassen werden dürfe, weil es bis zum Tag des Jüngsten Gerichts den Muslimen anvertraut worden sei (Art. 11). Deshalb sei es die religiöse Pflicht (fard `ain) eines jeden Muslims, für die Eroberung Israels zu kämpfen. Diese Ideologie wird theologisch mit Koranzitaten begründet. Sie verneint das Existenzrecht Israels und impliziert die Auflösung dieses Staates und jeder nichtreligiösen palästinensischen Verwaltungsbehörde.
Verhandlungen und Konferenzen lehnt die Charta als für die Anliegen Palästinenser untaugliche „Zeitverschwendung“ und „vergebliche Bemühungen“ ab. Sie seien „nichts anderes als ein Mittel, um Ungläubige als Schlichter in den islamischen Ländern zu bestimmen“. Doch für Palästina gebe es keine andere Lösung als den Dschihad; dabei sei „die Vernachlässigung irgendeines Teils von Palästina gleichbedeutend mit Vernachlässigung des islamischen Glaubens“. „Sogenannte Friedenslösungen und internationale Konferenzen“ stünden „im Widerspruch zu den Prinzipien der islamischen Widerstandsbewegung“ (Artikel 13).

We-are-99-Prozent

26.12.2011, 22:02 Uhr

Stimmt, angeekelt von der brutalen Vorgehensweise der Israelis gegenüber der palstinensischen Urbevölkerung wendet sich die Welt inzwischen von Israel ab.

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Israel richtet Massaker in Palästinenser-Lager Dschenin an




Der offene Krieg Israels gegen das palästinensische Volk hat weltweit eine breite Solidaritätsbewegung herausgefordert - hier eine Demonstration am 13.4.02 in Düsseldorf - Foto: RF

Seit Jahrzehnten sind Hunderttausende Palästinenser zu einem elenden Leben in Flüchtlingslagern verdammt - Flüchtlingskind in Palästina - Foto: RF

Israelische Besatzer verbrennen Ölbäume palästinensischer Bauern - Stück für Stück wird so dem palästinensischen Volk die Lebensgrundlage in den autonomen Gebieten entzogen - Foto: internet

Selbst der israelische Verteidigungsminister Peres musste zugeben, dass das Vorgehen der israelischen Armee im palästinensischen Flüchtlingslager Dschenin »als Massaker angesehen werden könnte«. Es war ein Massaker.

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27.12.2011, 09:35 Uhr

So flohen tausende Araber, nicht vor den Israelis (!), sondern vor den Bomben ihrer Brüder. Als wider Erwarten Israel siegte, waren die Araber draußen jenseits der Grenze.

Nachdem am 14. Mai 1948 der Staat Israel ausgerufen wurde, erklärten die arabischen Staaten mit ihren 160 Millionen Menschen dem gerade geborenen Judenstaat mit seinen nur 650.000 Einwohnern (240 Araber gegen 1 Juden) den Krieg. In der festen Überzeugung, „die Juden ins Meer zu treiben“, forderten die arabischen Kriegsherren die arabischen Bewohner Israels auf, für zwei Wochen ihre Häuser zu verlassen, weil „unsere Bomben nicht zwischen Juden und Araber unterscheiden können!“ So flohen tausende Araber, nicht vor den Israelis (!), sondern vor den Bomben ihrer Brüder. Als wider Erwarten Israel siegte, waren die Araber draußen jenseits der Grenze.
Anstatt dass die Araber ihre Brüder integrierten und ihnen die von Juden verlassenen Immobilien überließen, mussten doch zur gleichen Zeit 680.000 Juden ihre arabischen Länder verlassen und Haus und Hof ohne Entschädigung zurücklassen, pferchte man sie in Flüchtlingslager. Zu dem palästinensischen Volksmythos kam inzwischen noch der islamische Fundamentalismus, der gegen jede Koexistenz mit Israel ist, und „nicht eher ruhen (will), bis jeder Quadratzentimeter palästinensischen Bodens von den israelischen Besatzern befreit und Jerusalem die Hauptstadt des Palästinenserstaates ist“.

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