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20.01.2005

16:15 Uhr

Erste Sicherheitsgespräche

Israel gibt grünes Licht für palästinensischen Grenzschutz

Als erstes Zeichen einer neuen Sicherheitszusammenarbeit haben die Palästinenser mit Israel die Stationierung eigener Polizeikräfte im Grenzgebiet des Gazastreifen vereinbart.

HB TEL AVIV/GAZA. Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas stimmte am Donnerstag nach Medienberichten der Verlegung von palästinensischen Polizisten in die Randgebiete zu, damit sie den Beschuss israelischer Ziele mit palästinensischen Raketen unterbinden können. Der palästinensische Polizeigeneral Abdel Rasak al-Madschaida sagte, die Polizisten würden in den kommenden beiden Tagen ihre Stellungen beziehen.

Repräsentanten Israels und der Palästinenser hatten am Mittwochabend erstmals seit Monaten wieder Sicherheitsgespräche zur Eindämmung der Gewalt im Gazastreifen geführt. Die palästinensische Seite stellte bei dem Treffen am Eres-Kontrollpunkt einen Sicherheitsplan zur Verhinderung von Raketenangriffen auf israelische Ziele aus dem Gazastreifen durch den Einsatz von Hunderten von Polizisten vor, wie israelische Medien berichteten.

Bis spätestens Sonntag soll die 500 bis 700 Mann starke Polizeitruppe mit ihrem Einsatz beginnen, berichtete die israelische Zeitung „Haaretz“ unter Berufung auf palästinensische Sicherheitsbeamte. Israel droht die betreffenden Gebiete im Gazastreifen zu besetzen, falls israelische Ziele von dort aus weiter mit Kassam-Raketen oder Granaten beschossen werden.

Im nördlichen Gazastreifen erschossen israelische Soldaten am Donnerstag einen palästinensischen Jugendlichen, weil sie dessen Spielzeuggewehr für echt hielten. Verteidigungsminister Mofas ordnete die Öffnung des Rafah-Grenzübergangs zwischen Gazastreifen und Ägypten an diesem Freitag an, um tausenden palästinensischen Pilgern die Rückkehr von Mekka zu ermöglichen. Der Übergang soll allerdings nur einseitig für den Verkehr von Ägypten in den Gazastreifen geöffnet werden. Der Grenzposten war Mitte Dezember nach einem Selbstmordanschlag auf einen israelischen Grenzwächter geschlossen worden.

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