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14.05.2012

15:11 Uhr

Erster Besuch

Hollande trifft Merkel schon am Dienstag

Frankreichs neuer Präsident François Hollande kommt zum ersten Treffen mit Bundeskanzlerin Merkel nach Berlin. Große Beschlüsse werden bei diesem „Kennenlernen“ noch nicht erwartet. Wichtiges Thema wird die Euro-Krise.

Bald werden sie das wichtigste Paar in Europas Politik sein. dpa

Bald werden sie das wichtigste Paar in Europas Politik sein.

Berlin, ParisFrankreichs neuer Präsident François Hollande kommt an diesem Dienstag gleich nach der Amtsübernahme zu seinem ersten Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin. Die Begegnung im Kanzleramt soll nach offiziellen Angaben dem „Kennenlernen“ dienen. Im Wahlkampf hatte sich die CDU-Vorsitzende geweigert, den sozialistischen Gegenkandidaten des bisherigen Präsidenten Nicolas Sarkozy zu empfangen. Von Anfang an geht es aber auch um die Suche nach einer gemeinsamen Lösung für die Euro-Krise.

Beide Seiten waren am Montag darum bemüht, die Erwartungen an das Treffen zu dämpfen. Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert betonte, dies sei kein „Gipfel der Entscheidungen, sondern ein erstes Kennenlern-Treffen“. Die Begegnung wurde allerdings seit Hollandes Wahlsieg am vorvergangenen Sonntag von beiden Seiten intensiv vorbereitet. Deutschland und Frankreich sind die wichtigsten Partner innerhalb der Europäischen Union (EU).

Wichtigstes Thema dürfte schon am Dienstagabend die Euro-Krise sein. Merkel lehnte wiederholt jede Änderung am ausgehandelten europäischen Fiskalpakt ab. Die Bundesregierung ist aber zu einem zusätzlichen „Wachstumspakt“ bereit, um die Wirtschaft in Europa anzukurbeln. Hollande hatte im Wahlkampf Neuverhandlungen über den Pakt verlangt. Zuletzt äußerte er sich jedoch zurückhaltender.

Der neue französische Präsident Francois Hollande wird in den nächsten Monaten zeigen müssen, ob er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel mithalten kann. Schon vor der Wahl zeichnete sich ein Kräftemessen um den Fiskalpakt ab. Jetzt wird sich zeigen welche Nation besser aufgestellt ist. dpa

Der neue französische Präsident Francois Hollande wird in den nächsten Monaten zeigen müssen, ob er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel mithalten kann. Schon vor der Wahl zeichnete sich ein Kräftemessen um den Fiskalpakt ab. Jetzt wird sich zeigen welche Nation besser aufgestellt ist.

Merkel will den neuen französischen Partner gegen 18.30 Uhr vor dem Kanzleramt mit militärischen Ehren empfangen. Nach einem ersten Meinungsaustausch gibt es eine gemeinsame Pressekonferenz. Anschließend kommen beide Delegationen noch zu einem Abendessen zusammen. Hollande will aber noch am Abend wieder nach Paris zurückkehren.

Nur wenige Stunden vor der Reise nach Berlin tritt der 57-Jährige im Elysée-Palast offiziell Sarkozys Nachfolge an, den er in der Stichwahl klar geschlagen hatte. Hollande ist nach François Mitterrand erst der zweite sozialistische Präsident in der Geschichte der Fünften Republik. Erwartet wird, dass er am Dienstag auch einen neuen Premierminister ernennt. Als Favorit gilt der Sozialist Jean-Marc Ayrault, ein ausgewiesener Deutschland-Kenner.

Ebenso wie Mitterrand will Hollande am ersten offiziellen Arbeitstag zwei historische Figuren Frankreichs ehren: die Physik- und Chemie-Nobelpreisträgerin Marie Curie (1867-1934) sowie den einstigen Ministerpräsidenten Jules Ferry (1832-1893). Geplant ist auch eine Autofahrt über die Pariser Prachtstraße Champs-Elysées mit offenem Verdeck.

Von

dpa

Kommentare (1)

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14.05.2012, 17:36 Uhr

Um das Märchen der deutsch-französischen Freundschaft weiterhin auftischen zu können wird Frau Merkel sicher Herrn Hollande weit entgegenkommen. Trotz Übernahme von Transferzahlungen und unglaublichen Haftungsrisiken für die angebliche Rettung des Euro und maroder EU-Staaten steht Deutschland gegen die Mehrheit der EU-Staaten auf verlorenem Posten. Warum nicht den EU-Schuldenverein verlassen. Deutschland haftet bei der EZB für 27,5 % der Gesamtschulden, bei Abstimmungen wiegt Deutschlands Stimme nicht mehr als die von Malta.

Die eurokritischen Kleinparteien erhalten bei jeder Wahl eine grandiose Abfuhr vom Wähler.
Fazit: Die Deutschen möchten noch mehr Europa, sie möchten
Eurobonds, sie möchten für Mißwirtschaft anderer Länder bezahlen, sie möchten höhere Steuern und spätere Rente, sie möchten das einfach...

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