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03.12.2015

06:16 Uhr

Erster Einsatz im Anti-Terror-Krieg

Briten bombardieren IS-Stellungen in Syrien

Nach dem Ja der britischen Abgeordneten zu Anti-IS-Luftangriffen in Syrien geht es ganz schnell. Noch in der Nacht zum Donnerstag heben Kampfjets der Royal Air Force zu ersten Schlägen gegen die Dschihadisten ab.

Großbritannien stimmt für Kriegseinsatz

Luftangriff auf Syrien: Vier Tornados heben in Zypern ab

Großbritannien stimmt für Kriegseinsatz: Luftangriff auf Syrien: Vier Tornados heben in Zypern ab

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LondonNur Stunden nach dem Parlamentsvotum für eine Ausweitung der Anti-IS-Luftangriffe auf Syrien hat Großbritanniens Luftwaffe losgeschlagen: Vier Kampfjets der Royal Air Force seien zu Einsätzen über dem Bürgerkriegsland abgehoben, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Details zu dabei getroffenen Zielen würden im Laufe des heutigen Donnerstag noch nachgereicht.

Seit 2014 geht die britische Luftwaffe mit der US-geführten Koalition gegen IS-Stellungen im Irak vor. Schon seit langem setzte sich Premierminister David Cameron für ein Engagement auch im benachbarten Syrien ein, doch sah er im Unterhaus keine Mehrheit hinter sich.

So viel kostet ein Terroranschlag

Die exakten Kosten...

... ... für Anschläge von Terrororganisationen sind schwierig zu bestimmen, wurden jedoch gerade als Folge von 9/11 von den Ermittlungsbehörden taxiert.

500.000 US-Dollar...

... haben demnach die Anschläge vom 11. September gekostet. Es ist die höchste Summe, die soweit bekannt, jemals für einen Terrorangriff ausgegeben wurde. Bereitgestellt wurde das Geld durch Überweisungen.

Die Kosten-Nutzen-Rechnung...

... aus Sicht der Islamisten ist dabei gerade nach 9/11 perfekt aufgegangen. Den 500.000 investierten Dollars stehen direkte Kosten des Sachschadens 15,5 Milliarden US-Dollar gegenüber plus weitere Milliarden Belastungen der Haushalte durch den „Kampf gegen den Terror“ und gesamtwirtschaftliche Kosten, etwa für Fluglinien und Versicherungen.

Die Bombenanschläge auf Bali...

... mit mehr als 200 Todesopfern im Oktober 2002 kosteten die Terroristen deutlich weniger. So wird die Summe, die dafür aufgewendet wurde, mit 50.000 Dollar taxiert.

Die Anschläge von Madrid...

... vom 11. März 2004 auf Nahverkehrszüge, bei denen 192 Menschen starben, werden mit maximal 15.000 Dollar angegeben.

Extrem niedrige Kosten...

... für die Islamisten verursachten die Anschläge auf die U-Bahn in London im Juli 2005 mit mehr als 30 Toten zur Rushhour am 7. Juli 2005. Die vier Bomben, vier Rucksäcke, Handys und Zugtickets kosteten die Terroristen höchstens 2000 Dollar.

Diese Mikrofinanzierung...

... des Terrors macht es so schwierig, die Finanzströme mit den üblichen Kontrollen aufzudecken und zu stoppen. Das zentrale Mittel dieser Organisationen sind die selbstmordbereiten Attentäter, für deren individuellen und kollektiven Deradikalisierung aus Sicht von Experten zu wenig getan wird.

Quelle

German Institute of Global and Area Studies/Konrad-Adenauer-Stiftung/eigene Recherche

Erst 2013 hatte der Regierungschef eine peinliche Niederlage einstecken müssen, als die Abgeordneten einer Militärkampagne gegen Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad eine Absage erteilten. Doch nach den jüngsten Terroranschlägen von Paris, zu denen sich der IS bekannte, drehte sich die Stimmung.

Sowohl Frankreich als auch die USA drangen auf eine britische Beteiligung an der Anti-IS-Koalition. Allerdings machten Kritiker eines Londoner Engagements geltend, dass britische Luftangriffe keinen Unterschied machen würden und vielmehr Bodentruppen nötig seien, um dem IS beizukommen.


Cameron warb während der über zehnstündigen, hochemotional geführten Debatte vor dem Votum im Unterhaus eindringlich für eine britische Beteiligung in Syrien. London dürfe seine Verbündeten nicht im Stich lassen, mahnte er. Im Übrigen stehe Großbritannien schon jetzt auf der IS-Liste der Angriffsziele weit oben. Luftangriffe würden die Möglichkeiten der Terrorgruppe mindern, weitere Blutbäder wie jene in Paris zu planen.

„Arbeiten wir mit unseren Verbündeten zusammen, um diese Bedrohung zu vermindern und zu zerstören und diese Terroristen in ihren Kernländern zu jagen, wo sie die Tötung britischer Bürger planen?“, fragte Cameron die Zweifler. Oder lehnen wir uns zurück und warten darauf, dass sie uns angreifen?“

Kommentare (67)

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Frau mona mariposa

03.12.2015, 08:32 Uhr

Die Briten, die Franzosen, die USA, die Russen,bald auch die Deutschen schmeißen ihre Bomben in Syrien ab. aUf en sie geworfen werden bleibt ihr Geheimnis. eIne gute Gelegenheit, einen Weltkrieg zu provozieren und für die Deutschen, den Terror auch hier zu etablieren, nachdem die potenziellen Täter so freundlich eingeladen wurden.

Account gelöscht!

03.12.2015, 08:34 Uhr

Der Militärschlag ist nur der erste Schritt. Der zweit, viel wichtigere Schritt ist die politische Einigungs- bzw. Stabilisierungspolitik in Syrien und auch dem Irak. Darüber hinaus ist und bleibt der Mittlere- und Naheosten sowie auch Teile Afrikas und Asiens (Pakistan, Afganistan) ein hockexplosives religöses-fanatisches und damit politisches Pulverfass. Europa kann dieses Pulverfass nur versuchen mit Millitärischen Mitteln und politischen Stabiliätsprozessen einzudämmen. Und Europa muss endlich dazu übergehen seine Außengrenzen, seine Länder und damit sein Rechtssystem besser vor diesen Terroreindringlingen zu schützen. Dazu gehört ein Einwanderungsgestz, dass zum Nutzen von Europa dient und nicht zu dessen Schaden. Dazu gehört eine verantwortungsvolle Regierung in Deutschland, die das Asylrecht nicht dazu missbraucht um unkontrollierte illegale Einwanderung zu befördern. Die Deutsche Bundesregierung hat schon längst die Kontrolle über die Einwanderung und den Asylmissbrauch verloren. Eine naive Willkommenspolitik hilft nur den Terror und den Missbrauch unserer Sozialsysteme.

Herr Wolfgang Wüst

03.12.2015, 08:40 Uhr

Ist das nicht toll?! Wir setzen ein was wir haben. Viel ist es ja nicht. Und wir werfen Bomben, die Zehntausende von Euros pro Stück kosten, mitten in den Wüstensand. Wenn das nicht ökonomische Kriegsführung ist.

Und was treffen wir? Einige IS'ler sicher. Aber auch ganz viele Zivilisten, die dann sehr bald beim IS landen. Diese Form der Kriegsführung wird natürlich in Syrien zu einem Rückzug des IS führen. Politiker werden das zum totalen Sieg deklarieren. In Wirklichkeit ist das Geschwür nur in eine andere Region abgewandert und wuchert dort umso intensiver weiter. Der IS ist eine Idee, zugegeben, eine extrem dumme und eine extrem gefährliche. Aber Ideen kann man nicht bombardieren. Da müsste man sich mal zusammensetzen und intelligente Lösungen suchen. Stimmt: Geht ja nicht. Es sind Politiker am Werk.

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