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16.08.2012

11:27 Uhr

Erster Staatsbesuch

Merkel nimmt in Kanada eine Lektion im Sparen

Gerade erst zurück aus den Ferien, ging Kanzlerin Merkel auf Reisen. Kanada ist für Merkel ein Vorbild. Wie das Land die Wirtschaftskrise überwand, sei auch „die richtige Lösung in Europa“. Kanadas Regierung stimmt zu.

Merkel in Kanada - Ein Besuch bei kritischen Freunden

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OttawaBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei ihrem Besuch in Kanada die Haushaltspolitik des Landes gelobt und als Vorbild für Europa bezeichnet. Ein strikter Sparkurs verbunden mit einer Wachstumsstrategie könne auch die Probleme in Europa überwinden, sagte sie am Mittwochabend zu Beginn ihrer zweitägigen Kanada-Reise. Kanada drängt die europäische Union unterdessen zu einem entschlosseneren Handeln in der Euro-Krise.

Den Weg Kanadas - "mit großer Haushaltsdisziplin, sehr großer Konzentration auf Wachstum und die Überwindung der Krise und keinem Leben auf Pump" - halte sie auch für die richtige Lösung in Europa, sagte Merkel am Mittwochabend in Ottawa bei einem Empfang des deutschen Botschafters. Sie werde bei ihren Gesprächen mit dem kanadischen Ministerpräsidenten Stephen Harper auch über den "politischen Willen berichten, die Euro-Krise zu überwinden und über unsere Entschlossenheit in Europa für eine gemeinsame Währung zusammenzustehen", sagte Merkel weiter.

Bereits vor ihrer Ankunft hatte sich Kanadas Finanzminister unzufrieden mit dem europäischen Umgang mit der Schuldenkrise gezeigt. „Es ist nicht genug getan worden. Sie müssen mehr tun“, sagte Jim Flaherty.

Premier Stephen Harper rief die europäischen Staaten auf, die Staatsschuldenkrise entschlossen anzugehen und ihre Banken zu rekapitalisieren. Die Situation sei frustrierend, da bereits seit Jahren klar sei, was getan werden müsse. Weil es jedoch keine gemeinsame Finanzpolitik innerhalb der Europäischen Union gebe, seien die notwendigen Schritte nicht eingeleitet worden.

Harper drängt Deutschland seit langem, eine führende Rolle bei der Lösung der Schuldenkrise einzunehmen. Den Euro-Staaten wirft er vor, selbst nicht genug gegen die Krise zu tun. Kanada hat sich von der Weltfinanzkrise gut erholt und nimmt nach den Wirtschaftsdaten einen Spitzenplatz unter den führenden Industrienationen ein.

Merkel sagte Harper zu, sich auf europäischer Ebene für einen schnellen Abschluss der seit 2009 laufenden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada einzusetzen. Dabei geht es um den Abbau von Handelsschranken, der nach Einschätzung der Kanadier ihrem Land Zigtausende neue Arbeitsplätze bringen könnte.

Die deutsche Seite hatte hier unmittelbar vor der Reise Merkels auf die Bremse getreten: Auf kanadischer Seite seien Nachbesserungen vor allem bei Fragen des geistigen Eigentums, bei öffentlichen Aufträgen und im Dienstleistungsbereich nötig. Geplant ist eine Unterzeichnung des Abkommens bis Ende des Jahres.

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Die Kanzlerin unterstrich, sie wolle sich für eine Vertiefung der Beziehungen beider Länder in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft einsetzen. Gerade auf dem Rohstoffsektor und bei den erneuerbaren Energien „haben wir noch viel Spielraum, unsere Beziehungen zu intensivieren“. Bei den erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz sollen nach dem Willen der Bundesregierung vor allem kleine und mittlere Unternehmen gefördert werden.

Merkel ist zu ihrem ersten bilateralen Besuch im zweitgrößten Staat der Erde. Kanada ist reich an Rohstoffen. Auf der Rangliste der größten Erdgasförderländer liegt es hinter den USA und Russland auf Platz drei. Bei der Erdölförderung liegt Kanada weltweit auf Platz sechs - vor allem wegen riesiger Vorkommen an Ölsanden. Deren Ausbeutung bringt allerdings Umweltprobleme wie etwa Wasserverschmutzung mit sich.

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Am Donnerstagabend wollte die Kanzlerin die Dalhousie Universität in Halifax besuchen, an der es eine enge Kooperation mit deutschen Forschungseinrichtungen gibt. Dort wollte sich Merkel über die Meeres- und Polarforschung informieren.

Kommentare (19)

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Gast

16.08.2012, 02:24 Uhr

'Merkel betonte, sie werde Harper „natürlich auch berichten über unseren politischen Willen, die Eurokrise zu überwinden und unsere Entschlossenheit, (..) in Europa zusammenzustehen für eine gemeinsame Währung“'

Wen meint sie nur mit "uns"?

Rechner

16.08.2012, 03:11 Uhr

O-Ton Merkel
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Sie glaube, „dass der Weg Kanadas - große Haushaltsdisziplin, mit sehr großer Konzentration auf Wachstum und Überwindung der Krise, und nicht auf Pump zu leben, ein Beispiel dafür sein kann, wie (...) die Probleme angegangen werden“
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Wobei sich das mit Kanadas Megatonnen von Holz, Öl, Gas, Kohle, Kupfer, Uran, Gold, Nickel und Zinn natürlich auch verhältnismäßig leicht machen läßt.

Ohweiohweiohwei

16.08.2012, 07:12 Uhr

Politiker werden nicht an ihren Worten sondern an ihren Taten gemessen. Um die Euro Krise zu lösen wird Merkel wieder die Schuldenerweiterungsschirme erhöhen. Mehr nicht! Unser Politiker werden wie Marionetten von Banken gesteuert.

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