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05.05.2011

06:40 Uhr

Erster Wirtschaftsgipfel

EU will Geschäftsbeziehungen mit Asean-Staaten stärken

VonThomas Ludwig

Angesichts der seit Jahren stockenden Welthandelsrunde setzt die Europäische Union verstärkt auf bilaterale Freihandelsabkommen. Chemiebranche fordert die Einbeziehung auch von Japan und den USA.

EU-Handelskommissar Karel de Gucht hofft auf eine tragfähige Partnerschaft mit den Asean-Staaten. Quelle: Reuters

EU-Handelskommissar Karel de Gucht hofft auf eine tragfähige Partnerschaft mit den Asean-Staaten.

Brüssel Die EU und die Asean-Staaten wollen ihre geschäftlichen Beziehungen auf stabilere Füße stellen. Dazu kommen Vertreter der zwei Staatenbünde an diesem Donnerstag in Jakarta erstmals zu einem gemeinsamen Wirtschaftsgipfel zusammen. "Das Treffen ist ein deutliches Signal dafür, dass beiden Regionen ernsthaft daran gelegen ist, die wirtschaftlichen Beziehungen zu vertiefen", sagte EU-Handelskommissar Karel De Gucht. Ziel der Europäer ist es, in der schnell wachsenden Region neue Geschäftschancen zu erschließen und tragfähige Partnerschaften aufzubauen. "Angesichts der wirtschaftlichen Dynamik des Raums bieten sich enorme Chancen für eine engere Zusammenarbeit", betonte De Gucht.

Vor dem Hintergrund der seit zehn Jahren erfolglos verlaufenden Doha-Welthandelsrunde, geht die EU zunehmend dazu über, Freihandelsabkommen mit einzelnen Staaten oder Staatengruppen zu schließen. Eines mit Korea ist inzwischen unter Dach und Fach; es eröffnet dem deutschen Maschinenbau einen Milliardenmarkt. Der Freihandel mit den zentralamerikanischen Ländern Panama, Guatemala, Costa Rica, El Salvador, Honduras und Nicaragua wurde soeben paraphiert. Die Verhandlungen mit Indien befinden sich auf der Schlussgeraden, verlieren aber an Schwung; mit einem Abschluss vor der Sommerpause rechnet in Brüssel niemand mehr. Vor allem in den Sektoren Auto, Maschinenbau und Chemie stellt sich Neu Delhi beim Abbau von Zöllen quer. Auch mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten ist die EU seit vergangenem Jahr wieder im Gespräch.

"Das ist der richtige Weg", sagt der Handelsexperte der CDU-Fraktion im EU-Parlament, Daniel Caspary. Je mehr solcher Abkommen es gebe, umso deutlicher zeige sich, welche Länder echtes Interesse haben und welche mauern. In der Industrie denkt man ähnlich. "Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die WTO sich nicht schnell genug an ein sich veränderndes weltwirtschaftliches Umfeld anpasst. Daher sind bilaterale Freihandelsabkommen eine wichtige Ergänzung", heißt es beispielsweise beim Verband der chemischen Industrie (VCI).

Der zollfreie Zugang zu neuen, wachstumsstarken Märkten ist laut VCI dabei ebenso wichtig, wie eine weitere Liberalisierung des Handels mit den wichtigsten Handelspartnern der EU. Eine Ausweitung des Verhandlungsspektrums auf OECD-Staaten - einschließlich der USA und Japan - sei geboten und sollte ohne Tabus erfolgen.

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