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11.08.2015

07:04 Uhr

Erstes AKW seit Fukushima angefahren

Japan strahlt wieder

Die Katastrophe von Fukushima hat das Land erschüttert – zwei Jahre lang war Japan atomfrei. Doch jetzt fährt die Nummer drei der Weltwirtschaft den ersten Reaktor wieder an. Und das gegen den Widerstand vieler Bürger.

Trotz Widerstand in Bevölkerung

Erstmals seit Fukushima erster Atomreaktor in Betrieb

Trotz Widerstand in Bevölkerung: Erstmals seit Fukushima erster Atomreaktor in Betrieb

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KagoshimaJapan ist zur Atomkraft zurückgekehrt. Erstmals seit der Atomkatastrophe von Fukushima vor gut vier Jahren hat die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt wieder einen Reaktor angefahren. Trotz breiten Widerstands in der Bevölkerung schaltete der Betreiberkonzern Kyushu Electric Power den Block 1 des Atomkraftwerks Sendai in der südwestlichen Provinz Kagoshima am Dienstag wie geplant ein. Das Atomkraftwerk Sendai war das erste AKW, das im vergangenen September die nach der Fukushima-Katastrophe in Japan eingeführten neuen Sicherheitsauflagen erfüllt hatte. Die Regierung spricht von den „strengsten Sicherheitsvorschriften der Welt“.

Block 1 im AKW Sendai soll am Freitag wieder Strom produzieren und Anfang September den kommerziellen Betrieb voll aufnehmen. Bis zuletzt hatten Bürger vor Gericht versucht, dies zu stoppen. Als Konsequenz aus der Katastrophe in Fukushima vom 11. März 2011 standen seit rund zwei Jahren alle 48 Reaktoren in Japan still.

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In dieser Woche geht in Japan der erste Atomreaktor seit der Katastrophe von Fukushima wieder ans Netz. Was Premier Shinzo Abe als Triumph feiert, könnte ein Pyrrhussieg werden. Denn es regt sich erbitterter Widerstand.

Die Betreiberkonzerne decken den Strombedarf ersatzweise mit Wärmekraftwerken, wofür die rohstoffarme Inselnation teures Öl und Gas importieren muss. Die Regierung des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe rechtfertigt das Wiederanfahren von Reaktoren denn auch mit vornehmlich wirtschaftlichen Gründen.

Atomkraftgegner werfen dem Betreiber und den Behörden vor, sie hätten unklar gelassen, wie sie im Falle eines ähnlichen Unfalls wie in Fukushima schnell Zehntausende von Anwohnern in Sicherheit bringen würden. Rund 220 000 Menschen leben innerhalb eines Radius von 30 Kilometern um das AKW. Das AKW Sendai liegt nur 50 Kilometer vom Vulkan Sakurajima entfernt, einem der aktivsten Vulkane des fernöstlichen Landes. Das Inselreich Japan ist zudem eines der am stärksten von Erdbeben gefährdeten Länder der Welt.

Im März 2011 hatten ein Erdbeben der Stärke 9,0 und ein anschließender gewaltiger Tsunami den Nordosten des Landes verwüstet. 18 500 Menschen starben. Im AKW Fukushima kam es zu Kernschmelzen.

Von

dpa

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

11.08.2015, 07:43 Uhr

Nicht Japan strahlt, sondern die Grün-Sozialistische Medien-Politik in Deutschland ist von einer Angsthysterie verstrahlt worden!
Nicht nur Japan setzt auf die Energiezukunft mit der Kernkraft, sondern auch viele europäische Länder. Auch in Südamerika wird die Kernkraft ausgebaut und in Russland und den USA wird so oder so an der Kernkraft und damit an der Zukunft festgehalten. Nur Deutschland verabschiedet sich mit dem Kernkraftausstieg und den Einstieg in die sog. Erneuerbare Energiewelt = Energiewende/EEG in ein neues dunkles Kapitel der staatlichen Planwirtschaft und markt-Gesellschaft-wirtschaftsfeindlichen Politiksystem. Deutschland fährt in eine zukünftige Mangel und Armutsgesellschaft ala DDR ein.

Herr Peter Noack

11.08.2015, 08:03 Uhr

Japan strahlt seit dem 6. August 1945. Japan strahlte nie mehr als seit dem 14. März 2011, als der erste Meiler explodierte. Seither war Atomstrom nicht nötig. Wer wird den jetzt kaufen?

Account gelöscht!

11.08.2015, 08:10 Uhr

@Peter Noack
Warten Sie es halt ab und schauen Sie sich mal im Jahr 2017 die beiden Volkswirtschaften Deutschland und Japan an....dann wissen Sie warum die Kernkraft so wertvoll für eine Industrie-Marktgesellschaft ist und warum die Energiewende und das marktfeindliche EEG Mangel/Schaden und Armut in einer Volkswirtschaft fördert. Danke!

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