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17.11.2016

15:02 Uhr

Erstes Treffen

Abe stellt sich dem Trump-Schock

VonMartin Kölling

Japans Ministerpräsident jettet als erster Regierungschef zum künftigen US-Präsidenten Donald Trump. In der Heimat kämpft derweil die Bank von Japan mit den Nebenwirkungen des Trump-Schocks – mit vielen Milliarden.

Japans Regierungschef auf dem Weg zu Donald Trump. AFP; Files; Francois Guillot

Japans Premierminister Shinzo Abe

Japans Regierungschef auf dem Weg zu Donald Trump.

TokioEr ist noch nicht einmal im Amt, da hat Donald Trump auch gleich sein erstes Gipfeltreffen. Am Donnerstag trifft er Japans Ministerpräsident Shinzo Abe. Denn der hatte noch in der Wahlnacht alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den neuen Führer des Westens gnädig zu stimmen. Erst gratulierte er dem „außerordentlichen Geschäftsmann“ schriftlich. Dann rief Abe bei Trump an und schickte im nächsten Schritt seine Diplomaten los, um Kontakt zum Team des künftigen US-Präsidenten aufzunehmen und ein erstes Tête–à–Tête vorzubereiten. Denn der Schock über Trumps Wahl sei in Japan noch größer als in Europa gewesen, sagt ein diplomatischer Beobachter.

Der Grund: Trump hatte neben China auch den engsten Verbündeten der USA Japan als Währungsmanipulator und „Job-Dieb“ an den Pranger gestellt, an den Grundlagen der Sicherheitsallianz gerüttelt und das transpazifische Freihandelsabkommen abgelehnt, dass für Abe ein Eckstein seiner Wirtschafts- und Außenpolitik war. Doch ein Schritt der Bank von Japan hat womöglich noch ein Thema auf die Tagesordnung gesetzt, das für Stress mit Trump sorgen könnte: die Geldpolitik – oder besser den wachsenden Unterschied zwischen den Zinsen in Japan und den USA.

Japans Notenbank hat am Donnerstag gezeigt, dass sie ihre neue Geldpolitik auch gegen die jüngste Trump-Hausse an den Finanzmärkten verteidigen wird. Sie kündigte an, japanische Staatsanleihen (JGBs) mit ein- bis fünfjähriger Laufzeit zu festen Zinsen zu kaufen. Damit will sie die Zinsen für JGBs drücken, die in Japan wie anderswo auf der Welt seit Trumps Wahlsieg steigen. Denn erst im September hatte die Bank von Japan zusätzlich zu ihrem massiven Kaufprogramm von JGBs ein neues Instrument eingeführt: die Zinskurvenkontrolle.

Zentralbanken und Negativzinsen

Japan

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,0 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,1 Prozent

Schweiz

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): -0,75 Prozent (15.01.2016)

Einlagenzinssatz für Banken: gestaffelt -0,75 Prozent

Dänemark

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,05 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,65 Prozent

Schweden

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): -0,5 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,5 Prozent

Euro-Zone

Satz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Leitzins): 0,0 Prozent

Einlagenzinssatz für Banken: -0,4 Prozent

Sie verabschiedete sich damit de facto von ihrem bisherigen Versprechen, die Geldmenge pro Jahr um 80 Billionen Yen auszudehnen und negative Zinsen zu erzwingen. Stattdessen ist das Ziel ihrer Geldpolitik nun, die Zinsen für zehnjährige JGBs um null Prozent zu halten. Damit will sie erstens garantieren, dass die Zinsen für Anleihen mit kürzerer Laufzeit negativ sind, um die Investitionen von Unternehmen anzukurbeln. Zweitens sollen die Zinsen für langfristige Anleihen positiv bleiben, damit die Banken und vor allem die Lebensversicherer weiterhin etwas Geld mit JGBs verdienen können.

Doch Trumps Sieg stellte diese Politik unerwartet auf die Probe. Die Japaner hatten sich darauf eingestellt, dass ein Sieg Trumps zu einem Höhenflug des Yen und zu einem Crash an der Börse führen würde. Stattdessen wirkt seine Wahl wie ein Segen für die Finanzmärkte. Weil die Märkte nun massive Infrastrukturprogramme in den USA erwarten, stiegen simultan der Dollar, die Aktienkurse, aber eben auch die Anleihezinsen. Am 9. November lag der Zins zehnjähriger JGBs noch bei minus 0,083 Prozent, am Mittwoch dann bei plus 0,031 Prozent. Auch die Anleihen mit kürzerer Laufzeit lugten wieder ins Plus.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

17.11.2016, 15:11 Uhr

Was die Medien immer meinen, was der eine oder andere denkt?!
Trump hat eine klare Haltung. USA first!
Abe hat Trump lieber als Clinton. Weil Trump die Völker dieser Welt in die Freiheit entlässt. Trump schlägt ein neues Kapital in der US Wirtschaftspolitik auf. Weniger Einmischung in die Volkswirtschaften der Welt und Konzentration auf die eigene Nation/Volkswirtschaft. Unter Clinton-Obama Poltiik einer Soros-Finanzmafia hat die USA Politik die gesamten Volkswirtschaften in der Welt in Geiselhaft genommen. Dies wird Trump beenden.

Herr Peter Delli

17.11.2016, 15:30 Uhr

Mir gefällt Trump besser als Clinton aber ich glaube nicht, daß er die FED in den Griff bekommt. Dort sitzt aber die wahre Macht mit ihren Ästen.

Account gelöscht!

17.11.2016, 15:34 Uhr

@Peter Delli
Trump hätte die Wahl nie ohne sein Netzwerk gewonnen. Und das Netzwerk von Trump war nicht nur gut sondern auch entsprechend groß.
Und nach dem Sieg der Präsidentenwahl wird Trump sein Netzwerk noch weiter ausbauen können und damit noch stärker werden.
Nichts macht erfolgreicher als der Erfolg.

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