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31.05.2017

14:20 Uhr

Erstmals erfolgreich

USA wehren bei Test Interkontinentalrakete ab

Das Verteidigungsministerium spricht von einer „unglaublichen Leistung“: Eine Abfangrakete vom Luftwaffenstützpunkt Vandenberg in Kalifornien hat bei einem Test erfolgreich eine Rakete abgewehrt – zum ersten Mal.

Der Abschuss einer Interkontinentalrakete ist mit dem Versuch vergleichbar, eine Gewehrkugel in der Luft mit einer anderen zu treffen, so Experten. Reuters

Luftwaffenstützpunkt Vandenberg

Der Abschuss einer Interkontinentalrakete ist mit dem Versuch vergleichbar, eine Gewehrkugel in der Luft mit einer anderen zu treffen, so Experten.

VandenbergDie USA haben bei einem Manöver nach eigenen Angaben erstmals erfolgreich einen Angriff mit einer Interkontinentalrakete abgewehrt. Das Geschoss startete auf den Marshall-Inseln im Pazifik, flog Tausende Kilometer weit und wurde schließlich südlich des Bundesstaates Alaska zerstört, wie die US-Streitkräfte am Dienstag mitteilten. Die Abfangrakete wurde vom Luftwaffenstützpunkt Vandenberg in Kalifornien aus abgefeuert. Das Verteidigungsministerium in Washington sprach von einer „unglaublichen Leistung“. Die Aktion dürfte auch auf Nordkorea gezielt haben, das wegen seines Atom- und Raketenprogrammes in der Kritik steht und Atomraketen entwickeln will, die das US-Kerngebiet mit 48 Bundesstaaten (ohne Alaska und Hawaii) erreichen können. Das müssten die Raketen etwa 9000 Kilometer zurücklegen.

Der für die Raketenabwehr zuständige Militärvertreter Jim Syring sagte, der Test belege, dass die USA eine funktionierende Abschreckung gegen eine reale Bedrohung hätten. Experten vergleichen den Abschuss einer Interkontinentalrakete wegen der Entfernungen und der Komplexität mit dem Versuch, eine Gewehrkugel in der Luft mit einer anderen zu treffen. Das Verteidigungsministerium in Washington betonte zugleich, die USA hätten mehrere Möglichkeiten, Raketen aus Nordkorea abzuwehren.

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Die US-Streitkräfte haben etwa im verbündeten Südkorea ein Abwehrsystem aufgebaut, das sich gegen Raketen mit kürzerer Reichweite richtet. Davon fühlt sich China bedroht, weil das Radar des Thaad-Systems bis weit in die Volksrepublik reicht. Zuletzt äußerte sich die Führung in Peking befremdet darüber, dass weitere Raketenwerfer nach Südkorea geliefert wurden, ohne dass der neue Präsident in Seoul darüber informiert war.

China ist der einzige große Verbündete der isolierten Führung in Pjöngjang. Die Regierung in Peking hat sich allerdings wegen des Atomprogrammes zunehmend frustriert gezeigt und einen Stopp der Aktivitäten gefordert. Gegen Nordkorea gibt es bereits zahlreiche UN-Sanktionen. US-Präsident Donald Trump hat China wiederholt aufgefordert, mehr Druck auf Nordkorea auszuüben.

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Mit Spannung wird am Freitag eine Rede von US-Verteidigungsminister Jim Mattis auf einer Sicherheitskonferenz in Singapur erwartet. Darin wird er sich Insidern zufolge wahrscheinlich auf die Bedrohung durch Nordkorea konzentrieren und eine engere Zusammenarbeit der asiatischen Staaten fordern. Auch der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe rief am Mittwoch China auf, mehr Druck auszuüben. Dafür wolle man mit der Regierung in Peking zusammenarbeiten.

Von

rtr

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