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29.11.2013

13:47 Uhr

Erstmals seit 2011

Arbeitslosenquote in der Eurozone sinkt

Nach über zweieinhalb Jahren geht die Zahl der Arbeitslosen in der Eurozone ein wenig zurück. Aufatmen kann Europa aber nicht. Griechenland und Spanien müssen weiter kämpfen , viele junge Menschen sind ohne Job.

Die Inflationsrate in den 17 Staaten mit Euro-Währung ist im November voraussichtlich auf 0,9 Prozent gestiegen. dpa

Die Inflationsrate in den 17 Staaten mit Euro-Währung ist im November voraussichtlich auf 0,9 Prozent gestiegen.

Luxemburg/BrüsselKleiner Hoffnungsschimmer auf dem Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone ist erstmals seit Februar 2011 wieder leicht gesunken. In den 17 Ländern mit der Euro-Währung waren im Oktober 12,1 Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter ohne Job. Im September lag die Quote noch bei 12,2 Prozent. Das gab die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg bekannt.

Damit waren im Oktober in der Eurozone knapp 19,3 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit. In der Europäischen Union insgesamt waren 26,65 Millionen Menschen arbeitslos. Wie schon im Vormonat lag die Quote bei 10,9 Prozent.

Besonders stark gesunken ist die Arbeitslosigkeit im Nicht-Euro-Staat Lettland. Lag sie im dritten Quartal 2012 noch bei 14 Prozent, so waren im gleichen Quartal 2013 nur noch 11,9 Prozent der erwerbsfähigen Menschen zwischen 15 und 74 Jahren ohne Job. Daneben verzeichneten Irland und Litauen die höchsten Rückgänge. In Zypern und Griechenland, aber auch in den Niederlanden verschlechterte sich die Lage hingegen.

In Griechenland und Spanien bleibt die Arbeitslosigkeit mit 27,3 beziehungsweise 26,7 Prozent weiter ein Riesenproblem. Gefolgt werden die beiden Mittelmeerländer von Ungarn (17,6 Prozent) und Zypern (17,0 Prozent).

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

Malaysia

Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

Indonesien

Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

Kolumbien

Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

Peru

Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

Tunesien

Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

Vietnam

Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

Über die geringsten Arbeitslosenquoten können sich weiterhin Österreich (4,8 Prozent), Deutschland (5,2 Prozent) und Luxemburg (5,9 Prozent) freuen. Für Deutschland hatte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag für November eine Quote von 6,5 Prozent gemeldet. BA- und EU-Zahlen lassen sich allerdings nicht miteinander vergleichen, weil die Statistiker die Quoten unterschiedlich berechnen.

Der rückläufigen Quote im Euroraum zum Trotz bleibt die Jugendarbeitslosigkeit ein drängendes Problem in Europa. In der Eurozone waren gut 3,58 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren arbeitslos - 15 000 mehr als ein Jahr zuvor. Die Quote kletterte zwischen September und Oktober um 0,1 Punkte auf 24,4 Prozent. In den 28 EU-Staaten hatten knapp 5,66 Millionen junge Menschen keinen Job. Die Quote war mit 23,7 Prozent unverändert gegenüber September.

Vor allem in Griechenland und Spanien leiden junge Menschen unter der schwierigen Situation auf dem Arbeitsmarkt. In Griechenland lag die Jugendarbeitslosenquote im August bei 58,0 Prozent, in Spanien im Oktober bei 57,4 Prozent. Die Zahlen bedeuten allerdings nicht, dass mehr als jeder zweite Jugendliche in diesen Ländern ohne Job war. Die Statistiker rechnen ohne Studenten und Auszubildende, somit verkleinert sich die Bezugsgruppe.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Prophet

29.11.2013, 12:20 Uhr

Das glaube ich auch. Ich denke, wir werden kurz vor der Europawahl Vollbeschäftigung haben.
Irgendwie lassen sich die Arbeitslosen schon statistisch eleminieren.

Brasil

29.11.2013, 12:39 Uhr

Die gestrige Meldung, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland signifikant gestiegen ist, musste nun wohl mit dieser dpa Meldung wieder dementiert werden!
Erstklassiger Journalismus! Pfui Teufel!

Ich_kritisch

29.11.2013, 19:00 Uhr

Deutschland (5,2 Prozent) - Für Deutschland (...) 6,5 Prozent gemeldet.
Aha - also statt EU 5,2$ hatten wir tatsächlich 6,5 % Arbeitslose -

Im Verhältnis gerechnet bedeutet das:
Griechenland 27,3 % EU - tatsächlich 34,125 %
Spanien 26,7 % EU - tatsächlich 33,375 %

somit jeweils mehr als ein Drittel aller Arbeitsfähigen sind in den Ländern arbeitslos.

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