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25.09.2013

18:56 Uhr

Erstmals seit zwei Jahren

Frankreich hat wieder weniger Arbeitslose

Frankreichs Arbeitslosenzahl ist im Vergleich zum Vormonat um 50.000 gesunken. Zuvor war sie 27 Monate in Folge angestiegen und auf ein Rekordhoch geklettert. Arbeitsminister Sapin mahnt dennoch zur Vorsicht.

Arbeitsminister Michel Sapin begrüßte am Mittwochabend den Rückgang der Arbeitslosenzahlen nun zwar als „ermutigend“, mahnte aber zugleich zur Vorsicht. Reuters

Arbeitsminister Michel Sapin begrüßte am Mittwochabend den Rückgang der Arbeitslosenzahlen nun zwar als „ermutigend“, mahnte aber zugleich zur Vorsicht.

ParisErstmals seit mehr als zwei Jahren ist in Frankreich die Arbeitslosigkeit zurückgegangen. Im August sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 50.000 auf 3,23 Millionen, wie das Arbeitsministerium in Paris am Mittwochabend mitteilte. Zuvor war die Zahl der Arbeitslosen im Juli den 27. Monat in Folge gestiegen und hatte den neuen Rekordwert von 3,28 Millionen erreicht.

Allerdings geht der starke Rückgang nicht nur auf eine mögliche Verbesserung der Situation am Arbeitsmarkt zurück. Zwar gab es im August einen Rückgang der Neuanmeldungen bei den Arbeitsämtern um 9,4 Prozent. Tatsächlich gab es laut Arbeitsministerium aber zugleich einen "außergewöhnlichen" Anstieg bei der Streichung von Arbeitslosen von den Listen der Arbeitsämter wegen Nicht-Rückmeldung.

Von den Listen werden jene Arbeitslosen gestrichen, welche die Arbeitsämter nicht wie vorgeschrieben über ihre aktuelle Situation informieren. Das Ministerium betonte, es habe keine Änderung bei den herrschenden Verfahren gegeben, die diese nun verzeichnete starke Zunahme der Streichungen erklärten könnte.

In Frankreich war die Zahl der Arbeitslosen seit Mai 2011 angestiegen. Die sozialistische Regierung von Präsident François Hollande hat es zu einem zentralen Ziel ihrer Politik erklärt, die Arbeitslosenkurve zum Ende des Jahres umzukehren.

Woran Frankreich krankt

Wettbewerbsfähigkeit

In Frankreich sticht die ungünstige Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit hervor. Auch deshalb ist der Weltmarktanteil des Exportsektors des Landes deutlich gesunken; die Leistungsbilanz hat sich seit Beginn der Währungsunion kontinuierlich verschlechtert– von einem Überschuss von 2,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu einem Defizit von zuletzt etwa 2 Prozent. Im Durchschnitt der zurückliegenden drei Jahre hat Frankreich damit das höchste Leistungsbilanzdefizit aller Kernländer aufgewiesen. Im „Global Competitiveness Report 2012-2013“ belegt Frankreich damit nur Rang 21 von insgesamt 144 Ländern. Im Jahr 2010 wurde es mit Rang 15 noch deutlich besser bewertet.

Quelle: Frühjahrsgutachten der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute; Commerzbank

Lohnstückkosten

Die Lohnstückkosten sind seit 1999 um 30 Prozent gestiegen. Die Lage heute: Während eine Arbeitsstunde deutsche Arbeitgeber 30,40 Euro kostet, fallen westlich des Rheins 34,20 Euro an. Typisch für den Niedergang sind die Autobauer. „Hier verdichten sich die Probleme Frankreichs“, sagt Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer. Das Land produziere 40 Prozent weniger Kraftfahrzeuge als 2005, Deutschland dagegen 15 Prozent mehr.

Arbeitslosigkeit

Die wirtschaftliche Entwicklung lässt kaum eine deutliche Reduzierung der Arbeitslosigkeit und der öffentlichen Verschuldung erwarten. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf einem hohen Niveau jenseits von 10 Prozent verharren.

Staatsverschuldung

Noch wird die Schuldentragfähigkeit von den Anlegern nicht in Frage gestellt. Die öffentliche Verschuldung Frankreichs hat sich aber seit der Großen Rezession deutlich erhöht. Zwischen 2008 und 2012 stieg die Schuldenstandsquote um rund 25 Prozentpunkte auf über 90 Prozent. Im Jahr 2012 lag die Defizitquote weiterhin deutlich oberhalb von 3 Prozent, und auch für das Jahr 2013 wird eine diesen Wert überschreitende Quote erwartet. Damit steigt die öffentliche Verschuldung weiter.

Private Verschuldung

Die private Verschuldung ist in Frankreich weniger stark gestiegen und liegt auf einem deutlich geringeren Niveau als z. B. in Irland, Spanien und Portugal. Dennoch ist Frankreich das einzige der ausgewählten Länder, in dem die private Verschuldung auch seit 2009 noch merklich zunimmt.

Verlust von Weltmarktanteilen

Große Probleme bestehen im externen Sektor. Der überdurchschnittlich starke Verlust von Weltmarktanteilen ist in Kombination mit trendmäßig steigenden Leistungsbilanzdefiziten besorgniserregend. Dies dürfte nicht allein auf Veränderungen der preislichen Wettbewerbsfähigkeit zurückzuführen sein; diese hatte sich zwischen 2000 und 2008 permanent verschlechtert, verbesserte sich seitdem aber. Insbesondere Frankreichs Exportwirtschaft ist es nicht gelungen, vom ökonomischen Aufschwung der Schwellenländer zu profitieren, sondern sie hängt nach wie vor von den Märkten im Euroraum ab.

Arbeitsminister Michel Sapin begrüßte am Mittwochabend den Rückgang der Arbeitslosenzahlen nun zwar als „ermutigend“, mahnte aber zugleich zur „Vorsicht“: „Die Zahlen eines Monats machen noch keine Trendwende.“ Eine „dauerhafte“ Trendwende solle bis Jahresende erreicht werden.

Zugleich betonte Sapin, dass bei den unter-25-Jährigen die Zahl der Arbeitslosen bereits den vierten Monat in Folge gesunken sei. Hier sei die Trendwende bereits „Realität“.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Frankreich bis Ende 2014. Laut OECD dürfte die Arbeitslosenquote bis dahin auf 11,2 Prozent wachsen. Im zweiten Quartal dieses Jahres lag die Quote laut der französischen Statistikbehörde Insee bei 10,5 Prozent.

Von

afp

Kommentare (4)

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FDPuntergang

25.09.2013, 19:59 Uhr

na,die regierungsschreihälse bei uns von schwarzgelb,die lautsprecher der absahner hüther und albaalibabaschweitzer,die gewerkschaftsduckmäuser und all die kampfmedialen,die den untergang frankreichs vorausgesagt haben,lagen mit ihren schwarzmalereien daneben.

bin gespannt was jetzt kommt.
frankreich ,reich des bösen oder son quatsch

Rainer_J

25.09.2013, 20:05 Uhr

Dann brauchen wir die Bankenunion nicht mehr, um die maroden südländischen Zockerbanken rauszuhauen!?

Frankreich ist gerettet!!

Frank3

25.09.2013, 21:29 Uhr

Zahlen nennen OHNE URSACHE ZU SUCHEN ??? WAS SOLL DAS ?
Wenn Richtig verstanden habe, IST ÜBERHAUPTNICHT BEWIESEN DAS MEHR IN ARBEIT SIND oder im Ausland suchen und so NICHT ZUM TERMIN ES ZURÜCK KOMMEN GESCHAFFT HABEN .
Ähnlichkeiten mit ÜBER MITTELMEER KOMMEN ? Familie mit SCHULDEN BEI Menschenschlepper hinterlassen und in EU NICHT ANKOMMEN ? So wieder ein Arbeitsuchender weniger und keiner weiss warum . . .
GING NUR UM SCHULDEN MACHEN .

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