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18.05.2015

14:44 Uhr

ERT

Griechischer Staatssender geht wieder auf Sendung

Wahlversprechen erfüllt: Athens Staatssender ERT soll am kommenden Montag wieder auf Sendung gehen. Regierungschef Tsipras hatte dies in seinem Wahlkampf versprochen. Allen Mitarbeiter sollen wieder eingestellt werden.

Proteste vor der Zentrale des griechischen Staatssenders ERT in Athen 2013: Der Sender wird ab kommender Woche wieder auf Sendung gehen. AFP

Proteste gegen die Schließung

Proteste vor der Zentrale des griechischen Staatssenders ERT in Athen 2013: Der Sender wird ab kommender Woche wieder auf Sendung gehen.

AthenKnapp zwei Jahre nach der Schließung des griechischen Staatssenders ERT soll dieser wieder am kommenden Montag (25. Mai) auf Sendung gehen. Das teilte am Montag das Büro des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras nach einem Treffen mit dem Vorstand des Senders mit.

Damit erfüllt Tsipras eines seiner Wahlversprechen. Das entsprechende Gesetz war vom Parlament Ende April gebilligt worden. Die im Januar abgewählte Regierung unter Ex-Premier Antonis Samaras hatte den Sender am 11. Juni 2013 im Hauruckverfahren geschlossen und ihn wenige Monate später durch eine kleineren unter dem Namen NERIT ersetzt.

Damals wurden zur Verschlankung des Staates alle 2600 Mitarbeiter entlassen. International hagelte es Kritik, unter anderem von der Europäischen Rundfunkunion EBU. Die Nachfolge-Anstalt NERIT sendete wieder seit Anfang Mai 2014. Beschäftigt wurden nur noch rund 800 Journalisten und Techniker.

Wann Griechenland die nächsten Milliarden überweisen muss

Die griechische Regierung...

... steht mit dem Rücken zur Wand. In den kommenden drei Monaten müssen erhebliche Summen an die internationalen Geldgeber überwiesen werden. Es ist unklar, ob Athen den Verpflichtungen nachkommen und eine Staatspleite noch abwenden kann. Das sind die wichtigsten Termine…

Im Mai...

… hatte die Regierung in Athen zur Rückzahlung von 750 Millionen Euro an den internationalen Währungsfonds auch auf 650 Millionen von einem eigenen IWF-Konto zurückgegriffen. Unklar ist, wann sie dieses Geld wieder auf das Konto einzahlen muss. In der Regierung war damals von "einigen Wochen" die Rede.

Dem IWF...

… muss Griechenland besonders im Juni viel überweisen. In dem Monat werden insgesamt gut 1,5 Milliarden Euro fällig.

Auf vier Tranchen...

…verteilt sich laut IWF die Summe auf vier Tranchen.

5. Juni

298 Millionen Euro

12. Juni

335,2 Millionen Euro

16. Juni

558,8 Millionen Euro

19. Juni

335,2 Millionen Euro

Im Juli...

… am 13., ist eine weitere Zahlung an den IWF in Höhe von 447 Millionen Euro fällig.

Härtemonat Juli

In dem Monat werden außerdem Zinsen und Tilgung für Staatsanleihen fällig, die im Bestand der Europäischen Zentralbank (EZB) sind. Die Summe beläuft sich auf rund 3,5 Milliarden Euro. Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis hat gefordert, die Rückzahlungstermine dieser Papiere zu verschieben. Die genauen Daten sind bisher nicht bekannt.

Auch im August...

… steht Griechenland vor enormen Herausforderungen, weil weitere 3,2 Milliarden Euro für die EZB fällig werden.

Zinsen

Dem IWF stehen zudem Zinsen in Höhe von rund 165 Millionen Euro zu. Dafür ist jedoch kein Datum festgelegt.

Alle entlassenen Mitarbeiter der ERT, die es wollen, sollen nun wiedereingestellt werden. Der neue Sender wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ohne Turbulenzen mit einer einfachen Änderung des Logos von NERIT auf ERT über die Bühne gehen. Finanziert wird der neue Staatsrundfunk durch eine monatliche Gebühr von drei Euro pro Haushalt.

Von

dpa

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