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02.02.2017

19:43 Uhr

Eskalation in der Ostukraine

Putin schiebt Schuld auf Kiew

Kremlchef Wladimir Putin wirft Kiew vor, die Gefechte in der Ostukraine zu provozieren. Er denke, dass die ukrainische Führung nicht bereit sei, das Minsker Abkommen umzusetzen und deswegen einen Vorwand suche.

Mehrere Tage herrschte in der Industriestadt Awdijiwka in der Ostukraine der Ausnahmezustand. dpa

Ukraine-Konflikt

Mehrere Tage herrschte in der Industriestadt Awdijiwka in der Ostukraine der Ausnahmezustand.

Kiew/BudapestNach den schwersten Kämpfen in der Ostukraine seit Monaten hat der russische Präsident Wladimir Putin Kiew beschuldigt, die Gefechte zu provozieren. „Ich denke, dass die jetzige ukrainische Führung nicht bereit ist, die Minsker Vereinbarungen umzusetzen, und deshalb einen Vorwand sucht“, sagte Putin am Donnerstag bei einem Treffen mit dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban in Budapest.

Die Konfliktparteien hatten sich 2015 im weißrussischen Minsk auf einen Friedensplan geeinigt, der eine Waffenruhe vorsieht. Die Ukraine versuche, sich in der internationalen Gemeinschaft als Opfer darzustellen und so finanzielle Hilfe zu bekommen, sagte Putin. Um von innenpolitischen Problemen abzulenken, befeuere Kiew den Konflikt im Donbass. Es war das erste Mal seit dem Wiederauflammen der Kämpfe, dass sich der Kremlchef dazu äußerte.

Trump und Russland - eine Geschichte mit vielen Unbekannten

Trumps eigene Kontakte

1986 will der Geschäftsmann in New York den damaligen sowjetischen Botschafter Juri Dubinin kennengelernt haben. Daran knüpften sich ein Besuch in Moskau und erste Pläne für ein Hotel, so schildert es Trump in seinem Buch „The Art of the Deal“. Wie oft der Unternehmer seitdem in Russland war, ist nicht bekannt.

Geschäftsbeziehungen

Belegbar ist, dass sich in den 2000er Jahren viele zu Geld gekommene Russen in Trump-Immobilien eingekauft haben. Aufsehen erregte 2008 der Verkauf eines Anwesens in Florida an den russischen Oligarchen Dmitri Rybolowlew für 95 Millionen US-Dollar (knapp 90 Millionen Euro). 2013 fand der von Trump veranstaltete Schönheitswettbewerb Miss Universe in Moskau statt. Trump-Firmen waren auch auf Moskauer „Millionärsmessen“ für Luxusgüter vertreten.

Trumps Umfeld

Trumps erster Wahlkampfmanager Paul Manafort machte PR-Arbeit für den moskautreuen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch, bis dieser 2014 gestürzt wurde. Nach Korruptionsvorwürfen wegen dieses Einsatzes schied Manafort aus Trumps Team aus. Der künftige US-Sicherheitsberater Michael Flynn tritt für bessere Beziehungen zu Moskau ein. Er ließ sich zum Jubiläum des staatlichen Senders RT (Russia Today) einladen und saß dort neben dem Kremlchef.

Putins mögliches Interesse an einem Präsidenten Trump

Die Lesart vieler russischer Experten ist, dass der Kreml eigentlich einen Sieg der demokratischen Bewerberin Hillary Clinton erwartet hatte. Die Ex-US-Außenministerin wäre für Putin ein hartes, erfahrenes, aber berechenbares Gegenüber gewesen. Trump ist dagegen unberechenbar. Aber der Republikaner hat bessere Beziehungen zu Moskau versprochen, die Rede war sogar davon, die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland anzuerkennen. Aus Putins Sicht dürfte der unerfahrene neue US-Präsident als lenkbar erscheinen.

EU-Ratschef Donald Tusk forderte die russische Regierung auf, für einen Ruckzug der prorussischen Separatisten zu sorgen. „Die Kämpfe müssen sofort aufhören, die Waffenruhe muss anerkannt werden“, sagte Tusk in Brüssel. Er rief außerdem dazu auf, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ungehinderten Zugang zur Region zu gewähren.

Die Armeeführung in Kiew warf den von Moskau unterstützen Separatisten vor, die Industriestadt Awdijiwka mit Raketenwerfern und Artillerie angegriffen zu haben. Dabei seien zwei ukrainische Soldaten getötet und 14 weitere verletzt worden. Für die Bewohner von Awdijiwka sind teilweise Strom, Wasser und Heizung ausgefallen. Den Separatisten zufolge wurden bei Attacken der Armee fünf Zivilisten verletzt. Auch bei der südlichen Hafenstadt Mariupol kam es zu Gefechten. Allein seit dem Wochenende gab es mehr als ein Dutzend Tote und zahlreiche Verletzte - so viel wie seit Monaten nicht mehr.

Treffen mit Putin: Orban kritisiert EU-Sanktionen gegen Russland

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Gastgeber Viktor Orban empfängt Wladimir Putin wie einen engen Verbündeten. Beide reiben sich an den EU-Sanktionen gegen Russland. Nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hoffen sie auf deren Aufweichung.

Der OSZE-Sondergesandte Martin Sajdik rief die Konfliktparteien auf, die Waffenruhe einzuhalten. Schweres Kriegsgerät solle bis zum Wochenende von der Front zurückgezogen werden, sagte er nach einer Sitzung der Kontaktgruppe am Mittwochabend. Das Gremium aus Vertretern der OSZE, Russlands und der Ukraine vermittelt in dem Konflikt.

In Kiew demonstrierten Aktivisten an einer Filiale der russischen Bank Sberbank. Vor dem Gebäude errichteten sie eine Absperrung und klebten Plakaten an die Fassade mit der Aufschrift „Achtung! Dies ist eine Bank eines Aggressor-Landes“.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

03.02.2017, 13:14 Uhr

"Sergio Puntila27.01.2017, 09:30 Uhr
Der Chefdemokratenfresser als Oberkommentator des HB sondert in gewohnt langweiliger Manier, klingt schon fast andressiert, was Sie hier tagtäglich vor sich hingeifern, werter Mark Hoffmann"

Ich geifere nicht, ich kommentiere. Ich gebe mir den ganzen Tag große Mühe, jeden, aber auch wirklich jeden Artikel zu kommentieren,
um die Leute von der grün-sozialistischen Murkselregierung zu warnen.

Ja, ich bin ein Fan von Trump und Putin, das sind wenigstens noch zwei echte Kerle mit eigener Meinung, nicht wie unser sprechender Hosenanzug!

Ja, ich bin ein Anhänger der AFD, denn nur diese Partei kann unser Reich noch retten!

Nein, ich bin nicht arbeitslos und habe deshalb soviel Zeit Kommentare zu schreiben, ich bin arbeitssuchend!
Danke

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