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14.06.2014

09:34 Uhr

Eskalation

Militär: 49 Tote bei Flugzeugabschuss in der Ukraine

Bei einem Flugzeugabschuss in der Ostukraine sind einem Armeesprecher zufolge 49 Militärangehörige getötet worden. Pro-russische Separatisten hatten den Abschuss zunächst weder bestätigt noch dementiert.

Die Rebellen in der Ostukraine lehnen den prowestlichen Kurs der Regierung in Kiew ab. Reuters

Die Rebellen in der Ostukraine lehnen den prowestlichen Kurs der Regierung in Kiew ab.

Kiew/ LuganskDie Transportmaschine vom Typ Iljuschin IL-76 sei beim Anflug auf einen Flughafen der Großstadt Lugansk von Aufständischen mit Raketen und Maschinengewehren angegriffen worden, sagte Wladislaw Selesnjow am Samstag der Agentur Interfax zufolge. „Zur Zeit werden die Listen geprüft. Die genauen Daten liefern die Such- und Rettungsmannschaften. Derzeit kann man nach vorläufigen Angaben von 49 Toten sprechen“, sagte Selesnjow.

Das Flugzeug wurde in der Nacht beim Landeanflug attackiert, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. „Terroristen“ hätten die Maschine mit Boden-Luft-Raketen und großkalibrigen Maschinengewehren beschossen. Die militanten Aufständischen hatten den Abschuss zunächst weder bestätigt noch dementiert. An Bord habe die Maschine neben Soldaten auch Nachschubmaterial gehabt. Das Ministerium sprach den Angehörigen der Opfer seine Anteilnahme für den „tragischen und nicht wieder gutzumachenden Verlust“ aus.

Lugansk liegt im Osten der Ukraine in der Nähe zur Grenze zu Russland. In dieser Gegend haben die prorussischen Separatisten Regierungs- und Verwaltungsgebäude besetzt und nach umstrittenen Referenden ihre Unabhängigkeit erklärt. Mindestens 270 Menschen starben nach Angaben des ukrainischen Gesundheitsministeriums bei Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Separatisten.

Der eskalierende Machtkampf in der Ostukraine

Nach dem Sturz...

... der moskautreuen Führung in Kiew und dem Anschluss der Krim an Russland ist der Konflikt um die mehrheitlich russischsprachige Ostukraine eskaliert.

Erste Ausschreitungen...

... gibt es am 6. April. Bei Demonstrationen in der Ostukraine gibt es massive Ausschreitungen. Moskautreue Aktivisten besetzen Verwaltungsgebäude in den Millionenstädten Charkow und Donezk.

Die Besetzer...

... fordern am 7. April erstmalig Referenden über eine Abspaltung der Ostukraine von Kiew und rufen eine souveräne Volksrepublik aus. In weiteren Orten werden Gebäude besetzt.

Ein „Anti-Terror-Einsatz“...

... am 13. April gegen Separatisten in Slawjansk fordert Tote und Verletzte. In Charkow werden bei Zusammenstößen von Gegnern und Anhängern einer Annäherung an Russland Dutzende verletzt.

Barack Obama...

... telefoniert am 14. April mit Kremlchef Wladimir Putin. Der US-Präsident äußert sich darin besorgt darüber, dass Moskau die prorussischen Separatisten unterstütze. Putin bestreitet eine Einmischung.

Ein Friedensplan...

... wird am 18. April bei einem internationalen Treffen in Genf beschlossen. Wichtigster Punkt: Die Separatisten sollen die Waffen niederlegen und besetzte Gebäude räumen.

Mit Panzern und Hubschraubern...

... gehen Regierungstruppen am 24. April bei Slawjansk gegen Separatisten vor. Putin verurteilte den Einsatz der ukrainischen Armee als „sehr ernstes Verbrechen“, das „Folgen“ für die Regierung in Kiew haben werde.

Militärbeobachter der OSZE...

... werden am 25. April von Separatisten in deren Gewalt gebracht, darunter sind vier Deutsche. In Slawjansk beschuldigt der örtliche Separatistenführer Wjatscheslaw Ponomarjow die Gruppe der Spionage.

Zurschaustellung der Geiseln...

...am 27. April. Die OSZE-Geiseln werden von Ponomarjow der Presse vorgeführt. Sie sollen gegen inhaftierte Separatisten ausgetauscht werden.

Neue Sanktionen...

... gegen Moskau verhängen die EU und die USA am 28. April aus Verärgerung über das Vorgehen Russlands gegen Moskau. Am selben Tag wird in Charkow der Bürgermeister durch einen Schuss schwer verletzt. Auf dem Militärflugplatz Kramatorsk beschießen Unbekannte Regierungseinheiten.

Die prorussischen Militanten...

... besetzen 30. April in Lugansk und Gorlowka weitere Gebäude. In Kiew räumt Übergangspräsident Alexander Turtschinow ein, die Kontrolle über Teile des Landes verloren zu haben.

Der Gegenschlag...

... von Kiew erfolgt am 2. Mai. Truppen der ukrainischen Armee, der Nationalgarde und des Innenministeriums gehen in Slawjansk und Kramatorsk massiv gegen die Separatisten vor.

Die Rebellen in der Ostukraine lehnen den prowestlichen Kurs der Regierung in Kiew ab. Sie streben stattdessen eine Eingliederung in die Russische Föderation nach dem Vorbild der ukrainischen Halbinsel Krim an. Die Regierung in Kiew wirft Russland vor, die Aufständischen heimlich zu unterstützen und Waffen über die Grenze zu schmuggeln. Russland hat nach Einschätzung der USA in den vergangenen Tagen zur Unterstützung der Separatisten Panzer, schweres Militärgerät und Raketenabschussvorrichtungen in die Ostukraine geschickt. Das streitet Moskau jedoch ab.


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