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16.02.2017

16:26 Uhr

ESM-Chef Regling

Griechenland kann die Wende schaffen

Der Eurorettungsfonds-Chef Klaus Regling glaubt, dass die Euro-Krise hinter Europa liegt. Auch für Griechenland sieht er Chancen zur Bewältigung der Finanzprobleme – allerdings unter einer Bedingung.

Der Chef des Eurorettungsfonds hält Umbauten in der Währungsunion im begrenzten Rahmen für wünschenswert. AP

Klaus Regling

Der Chef des Eurorettungsfonds hält Umbauten in der Währungsunion im begrenzten Rahmen für wünschenswert.

Berlin/MünchenDer Euro-Rettungsfonds ESM sieht Chancen für Griechenland zur Bewältigung der Krise. „Griechenland ist ein Sonderfall“, sagte ESM-Chef Klaus Regling am Donnerstag laut Redetext bei einer Europa-Konferenz im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz. Nirgends sei das Ausmaß der Probleme und die Schwäche der nationalen Verwaltung so groß wie dort. „Doch auch Griechenland kann die Wende schaffen und das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen, wenn das Land die vereinbarten Reformen entschieden umsetzt“, erklärte Regling. Der ESM ist der bei weitem größte Gläubiger Griechenlands.

Regling wandte sich gegen pessimistische Bewertungen der gegenwärtigen Lage in Europa: „Die Euro-Krise liegt hinter uns.“ Allerdings sei Vertrauen verloren gegangen. „Die Finanzmärkte sehen heute die Europaskepsis als eines der größten aktuellen Risiken, auch wegen der anstehenden Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland.“ Der Euro stehe heute auf einer solideren Basis als vor der Krise und die Euro-Volkswirtschaft sei heute robuster. Das aber sei vielen Menschen nicht bewusst, und das berge Risiken.

Griechenlands Schuldenkrise in Zahlen

2012: Staatsverschuldung

305,1 Milliarden Euro (160% des BIP)

2012: Haushaltsdefizit

16,9 Milliarden Euro (8,8% des BIP)

2013: Staatsverschuldung

320,5 Milliarden Euro (178% des BIP)

2013: Haushaltsdefizit

23,5 Milliarden Euro (13% des BIP)

2014: Staatsverschuldung

319,7 Milliarden Euro (180% des BIP)

2014: Haushaltsdefizit

6,5 Milliarden Euro (3,6% des BIP)

2015: Staatsverschuldung

311,5 Milliarden Euro (177% des BIP)

2015: Haushaltsdefizit

12,8 Milliarden Euro (12,8% des BIP)

Insgesamt sei die Anti-Krisenpolitik in Europa mit dem ESM als Darlehensgeber weithin erfolgreich. Dennoch seien begrenzte weitere Umbauten in der Währungsunion wünschenswert. Als wichtig erachtet Regling einen europäischen Einlagensicherungsfonds zur Vervollständigung der Bankenunion. Vorher müssten aber die Altlasten im Bankenbereich beseitigt werden. "Auch eine begrenzte europäische Fiskalkapazität wäre sinnvoll, um ein noch solideres Fundament unter die Währungsunion zu ziehen", erklärte der ESM-Chef. Ein solcher Geldtopf - eine Art Notfallfonds für befristete, rückzahlbare Hilfen - sei möglich, ohne Schulden zu vergemeinschaften und zusätzliche permanente Geld-Transfers einzuführen. (Reporter: Gernot Heller, redigiert von Ralf Bode.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Herr Bernhard Ramseyer

16.02.2017, 17:14 Uhr


- Griechenland kann die Wende schaffen -

„Doch auch Griechenland kann die Wende schaffen und das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen, wenn das Land die vereinbarten Reformen entschieden umsetzt“, erklärte Regling.

Wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass das Land die Reformen "entschieden" umsetzt? Auch noch entschieden soll die Umsetzung erfolgen, man sollte schon zufrieden sein wenn die Reformen überhaupt umgesetzt werden.

Die Wüste Sahara wird demnächst das größte landwirtschaftliche Nutzgebiet der Welt, wenn es dort regelmäßig regnet.

Account gelöscht!

16.02.2017, 18:48 Uhr

Betonung auf "kann" richtig lustig der Herr EU-Rettungs- Rat

Herr Bernhard Ramseyer

16.02.2017, 19:00 Uhr

Unheimlich intelligente Menschen arbeiten, beim ESM.
Es kann da Einem Angst und Bang werden, Herr Spiegel.

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