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21.09.2011

12:10 Uhr

Essay

Die dritte industrielle Revolution

VonJeremy Rifkin

Grüne Energie im Zusammenspiel mit großer Mobilität und modernen Speichertechniken verändert die industriell geprägte Wirtschaft massiv. Bestseller-Autor Rifkin stellt seine Thesen auf Facebook zur Debatte.

Mart Klein für Handelsblatt

Unsere industrielle Zivilisation steht am Scheideweg. Öl und die anderen fossilen Brennstoffe, auf denen unsere Lebensweise beruht, haben ausgedient, die durch sie entstandenen und vorangetriebenen Technologien sind antiquiert. Die auf fossilen Brennstoffen basierende industrielle Infrastruktur ist altersschwach und baufällig. Als Folge davon steigt die Arbeitslosigkeit überall auf der Welt in gefährliche Höhen. Staaten, Firmen und Verbraucher stehen die Schulden bis zum Hals. Eine Milliarde Menschen hungert - fast ein Siebtel der Weltbevölkerung, ein furchtbarer Rekord.

Schlimmer noch: Am Horizont droht infolge unserer auf fossile Energien gegründeten Industrien eine Klimakatastrophe mit möglicherweise verheerenden Auswirkungen auf unsere Ökosysteme. Befürchtungen von Klimaforschern und Biologen zufolge steht uns womöglich gegen Ende des Jahrhunderts ein Massenaussterben von Tier- und Pflanzenarten ins Haus, das das Überleben unserer eigenen Spezies infrage stellt. Wie zunehmend klar wird, brauchen wir ein neues ökonomisches Narrativ, das uns in eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft zu führen vermag.

Windkrafträder in Norddeutschland. Symbol für saubere Energie. dpa

Windkrafträder in Norddeutschland. Symbol für saubere Energie.

Das Zusammentreffen neuer Kommunikationstechnologien mit neuen Energiesystemen haben die wirtschaftlichen Revolutionen bewirkt. Ein neues Energieregime ermöglicht nicht nur komplexere Wirtschaftsbeziehungen und einen erweiterten kommerziellen Austausch, es begünstigt auch dichtere und offenere soziale Beziehungen. Eine parallele Revolution im Kommunikationsbereich ermöglicht es, das neue Energiesystem zeitlich und räumlich zu organisieren.

Im 19. Jahrhundert bildeten dampfgetriebene Druckmaschinen das Rückgrat einer Kommunikationsinfrastruktur, die zusammen mit der ebenfalls dampfgetriebenen Eisenbahn erstmals umfassende Binnenmärkte erschloss. Dieses Zusammenspiel kennzeichnete die erste industrielle Revolution. Im 20. Jahrhundert wurden die elektronischen Kommunikationsmittel - zunächst das Telefon, später Radio und Fernsehen - die Medien, die das ölsüchtige Automobilzeitalter und den Massenkonsum der zweiten industriellen Revolution zusammenhielten.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

21.09.2011, 11:59 Uhr

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3. industrielle Revolution !!!

Hahahaaaahaaaaa !!!


Diese Revolution wird eine andere werden, eine recht schmerzhafte, teure, lehrreiche und vor allem recht arbeitsintensive. Alle werden nicht die Kurve kriegen.
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Buecherwurm

21.09.2011, 12:15 Uhr

Müsste es sich nicht um die vierte industrielle Revolution handeln? Die dritte industrielle Revolution betraf m.W. die Informationswirtschaft/Mikroelektronik (siehe: Balkhausen 1984).

Account gelöscht!

21.09.2011, 12:17 Uhr

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Die vorhergehenden industriellen Revolutionen waren ein Selbstbetrug.
Und jeder kann sich vorstellen wie eine Heilung von Selbstbetrug erfolgen kann.
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