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25.09.2011

13:28 Uhr

Ethnische Unruhen

Gewalt in Bulgarien eskaliert

Aus anfänglichen Feindseligkeiten wurde binnen Stunden blanke Gewalt: In Bulgarien ist es in einem Dorf zu schweren Konflikten zwischen Roma und Slawisch-Stämmigen gekommen. Auch gewaltbereite Fußballfans mischten mit.

Schwere Ausschreitungen in Bulgarien. dpa

Schwere Ausschreitungen in Bulgarien.

SofiaIn Bulgarien sind bei Zusammenstößen zwischen Roma und slawisch-stämmigen Dorfbewohnern mehrere Häuser eines Roma-Bosses niedergebrannt worden. Die Polizei nahm in der Nacht zum Sonntag in dem südbulgarischen Dorf Katuniza im Raum Plowdiw 127 Menschen fest, teilte das Innenministerium mit. Der Schlägerei schlossen sich auch slawisch-stämmige Fußballfans aus Plowdiw an. Ein 16-jähriger Junge starb dabei an Herzversagen. Fünf Menschen, unter ihnen auch Polizisten, wurden verletzt.

Die Ausschreitungen zwischen den beiden Volksgruppen wurden von einem Verkehrsunfall ausgelöst. Dabei war ein 19-jähriger slawisch-stämmiger Jugendlicher von einem Minibus tödlich überfahren worden, in dem sich Bekannte des örtlichen Roma-Bosses „Zar Kiro“ (König Kiro) befanden. Die Dorfbewohner beschuldigen den wohlhabenden Roma-Boss seit langem, sie zu terrorisieren und dabei unantastbar zu sein.

Aufgebrachte Dorfbewohner setzten nach dem Unfall die Häuser von „Zar Kiro“ in Brand, um seinen Clan aus dem Dorf zu vertreiben. Während der Ausschreitungen sollen seine Angehörigen nach Medienberichten das Dorf verlassen haben.

In dem Balkanland Bulgarien sollen nach Schätzungen rund 500.000 Roma leben. Bei der Volkszählung Anfang 2011 gaben allerdings gut 325.000 der Befragten an, zur Roma-Minderheit zu gehören.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Last_exit_deutschland

25.09.2011, 14:03 Uhr

Na, solche Szenen werden wir in deutschen Großstädten auch bald erleben...
Ich schätze, König Kiro wird mit seinem Hofstaat bald seine Lager in Deutschland aufschlagen und seine Apanage vom deutschen Steuermichel beziehen...
Dank übrigens nochmal an die Niederlande und Finnland, die eine zu schnelle Erweiterung des Schengenraums vorerst verhindert haben.

Bulgarien_ueber_alles

25.09.2011, 18:43 Uhr

Hallo alle zusammen. Ich bin ein Bulgare, aber ich studiere in Deutschland. Ich bin im Moment in meine Heimatland und ich wollte sagen, dass das was hier mitgeteilt wurde ist falsch und entschpricht nicht der Wahrheit.

Der Junge, der gestorben ist (Angel) wurde von den Zigeuner bedroht, dass sie ihn umbringen werden. Er und seine Eltern haben das der Polizei mitgeteilt, aber die haben gar nichts darüber gemacht. Später an dem selben Tag wurde das Junge mit einem Bus überfahren (gefahren von Könnig Kiro's Verwandten) Nicht nur überfahren, es gab keine Bremsespuren und Angel wurde über 15-20 Meter unter dem Auto gerutscht. 2 von seinen Freunden haben versucht ihn zu helfen, aber die wurden danach auch von dem selben Bus überfahren. Eins von denen fühlt seine Beine nicht mehr.

Die Polizei hat schon wieder gar nichts darüber gemacht. Anstatt den Mörder zu suchen, sie haben die Verteidigung der Könnig Kiro's Familie und Häuser organisiert. Das war der Auslöser für die Bulgaren. Zuerst traten verwandten und Freunde der Junge auf der Straße und später kammen noch mehr Menschen aus Plovdiv (der naheliegende Stadt) Nahcdem sie sahen, dass die Polizei schon wieder nichts macht entschlossen sich die Menschen für den Spruch "Auge für Auge". Sie suchten einfach Gerechtlichkeit für Angel.

Burentom

25.09.2011, 19:43 Uhr

Bei solchen Einzelfälle sollte man aber in unserer toleranten und aufgeklärten Zeit nicht so rüde mit unseren EU geschützten Minderheit umgehen dürfen. Hier gerät ja mein EU-Einstellung ins wanken

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