Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.10.2012

16:05 Uhr

Ethnische Unruhen

Zehntausende fliehen vor Gewalt in Birma

Neue schwere Gefechte zwischen Buddhisten und Muslimen haben eine Massenflucht ausgelöst. Die überwiegend muslimischen Flüchtlinge suchen Schutz in völlig überfüllten Hilfslagern. Sie berichten von schrecklichen Szenen.

Im Westen Birmas erhalten muslimische Menschen medizinische Unterstützung. dpa

Im Westen Birmas erhalten muslimische Menschen medizinische Unterstützung.

Sittwe/RangunDie neuen ethnischen Unruhen im Westen Birmas haben die Flüchtlingskatastrophe in der Region drastisch verschärft. Die Gewalt habe in den vergangenen Tagen mehr als 26.000 Menschen zur Flucht veranlasst, sagte der Vertreter der Vereinten Nationen in dem Land, Ashok Nigam, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben aus Kreisen der birmanischen Regierung wurden bei Gefechten in der vergangene Woche mehr als 80 Menschen getötet.

Der UN-Repräsentant berief sich auf Angaben der birmanischen Regierung. Demnach wurden im von der Gewalt betroffenen westlichen Bundesstaat Rakhine bei Kämpfen zwischen Buddhisten und Muslimen in den vergangenen Tagen mehr als 4500 Häuser zerstört. Die meisten der Flüchtlinge seien Muslime. Es sei gut möglich, dass noch wesentlich mehr Menschen als derzeit bekannt auf der Flucht seien.

Nach jüngsten Unruhen: Flüchtlingsdrama in Birma verschärft sich

Nach jüngsten Unruhen

Flüchtlingsdrama in Birma verschärft sich

Tagelange Unruhen, Dutzende Tote, hunderte Häuser zerstört - in Birma wächst die Gewalt gegen die muslimischen Minderheit. Die Flüchtlingslager sind völlig überfüllt. Menschenrechtler nehmen die Regierung ins Visier.

Bei den Gefechten zwischen Buddhisten und Muslimen wurden in Rakhine nach jüngsten Angaben aus Regierungskreisen in den vergangenen Tagen 36 Frauen und 46 Männer getötet. Etwa 130 weitere Menschen seien verletzt worden. Die Flüchtlinge, überwiegend Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya, strömten zu völlig überfüllten Lagern.

Eintreffende Flüchtlinge berichteten von schrecklichen Szenen: "Sie brannten unser Haus nieder. Mein Kind wurde getötet, ebenso mein Mann", sagte die 28-jährige Muslimin Cho Cho zu AFP. Die 40-jährige Mar Nu wartete bislang vergebens auf das Eintreffen ihres Sohnes und ihres Vaters im Lager. Ein Sprecher der Regierung von Rakhine, Win Myaing, sagte, die meisten der Todesopfer hätten bei den Kämpfen Stichwunden erlitten. Die Armee habe in die Menge schießen müssen, nachdem Warnschüsse nichts genützt hätten.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

ron

28.10.2012, 17:30 Uhr

@Andre von welcher Erfahrung schreiben Sie da?
wie man andersgläubige in Konzentrationslager vernichtet?

ich glaub ein haben Sie dem Artikel nicht entnommen, die Muslime sind Opfer und Buddhisten die Täter!
naja wenn man Hass gegen eine Gruppe hat, Sie man eh alles aus einem Blickwinkel.

Nachwuchs

28.10.2012, 19:12 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Nachwuchs

29.10.2012, 14:39 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×