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15.10.2012

19:44 Uhr

EU-Behörden

Google soll Datenschutz-Praktiken ändern

Das Vorgehen von Google sei zwar nicht illegal, doch es sei ein hohes Risiko für die Privatsphäre der Nutzer, so die Datenschützer der EU. Deshalb soll der Internetriese Änderungen vornehmen. Der Zeitpunkt ist ungünstig.

Die Datenschützer der EU bemängeln das Vorgehen des Suchmaschinenbetreibers. dpa

Die Datenschützer der EU bemängeln das Vorgehen des Suchmaschinenbetreibers.

BrüsselGoogle hat mit seiner Verknüpfung von Nutzerdaten erneut die Behörden auf den Plan gerufen. Der Suchmaschinenbetreiber verstößt damit gegen Regeln zum Schutz der Privatsphäre, wie aus einem Schreiben von EU-Datenschützern hervorgeht, der der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorlag. Die Behörden fordern darin den US-Internetkonzern zu Änderungen auf. "Die Sammlung von persönlichen Daten in solch einem großen Umfang stellt hohe Risiken für die Privatsphäre der Nutzer dar", heißt es in dem Dokument, das 24 von 27 EU-Datenschutzbehörden unterzeichnet haben.

Aus diesem Grund solle Google seine Praktiken ändern. Die Behörden stuften die Vorgehensweise jedoch nicht als illegal ein. Sie verlangen von Google aber zudem, seine Nutzer besser über die Verwendung der persönlichen Daten zu informieren. Bei Google war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Frankreichs Datenschützer CNIL hatten im Februar Ermittlungen gegen Google aufgenommen. Die Untersuchung wurde in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Datenschutzbehörden vorangetrieben. Bis Mitte März wurde Google ein Fragen-Katalog zur Beantwortung vorgelegt.

Im Januar hatte Google erklärt, seine Datenschutzpolitik zu vereinfachen. Ab dem 1. März gilt eine neue Regelung, die 60 verschiedene Vorgaben von Google-Angeboten wie YouTube, Gmail und Google+ zusammenfasst. Sie ermöglicht es dem Unternehmen, alle Daten zu verknüpfen, die es von einem Nutzer über die einzelnen Dienste erhält. Google begründete die Neuerung damit, seine Suchergebnisse besser auf die Bedürfnisse des einzelnen Nutzers zuschneiden und Angebote optimieren zu können.

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Der Konzern soll seine dominierende Position auf dem Suchmaschinen-Markt missbrauchen.

Die Rüge kommt für den Konzern zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die US-Aufsicht FTC und die EU-Wettbewerbsbehörde ermitteln bereits gegen das Unternehmen. Dabei geht es um den Verdacht, dass Google seine dominante Stellung auf dem Suchmaschinenmarkt zulasten der Konkurrenz ausnutzt.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

15.10.2012, 22:40 Uhr

Was hat dieser Haufen in Brüssel mit amerikanischen Firmen zu tun? Mit welchem Recht treten diese Figuren derart selbstgefällig auf?

Conny

16.10.2012, 08:20 Uhr

Dieser "Haufen" ist durch Parlamente beauftragt, die Rechte der Bürger in der EU zu wahren. Und das auch, wenn es sich um ausländische Unternehmen handelt. US-amerikanische Behörden tun dies übrigens selbstredend für ihre Bürger auch. Ist ja nicht so, dass EU Unternehmen gegenüber US Bürgern einfach deren Recht ignorieren dürften. Darüber hinaus: mal informieren, was z. B die FTC in den USA zu Google macht.

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