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23.10.2013

03:02 Uhr

EU-Beitritte

Barroso für Aufnahme aller Balkan-Staaten

Nachdem am Dienstag der Beschluss zur Wiederaufnahme der Beitrittsgespräche mit der Türkei gefasst wurde, denkt EU-Kommissionspräsident Barroso bereits über Nachfolger nach.

„Das wird wohl noch einige Zeit dauern“, sagte Barroso zu den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. AFP

„Das wird wohl noch einige Zeit dauern“, sagte Barroso zu den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei.

BerlinEU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat sich für die Aufnahme aller Balkan-Länder in die EU ausgesprochen. „Langfristig werden wir die Balkan-Länder aufnehmen, wenn sie die Voraussetzungen und Kriterien erfüllen“, sagte Barroso der „Bild“-Zeitung. Es dürfe nicht vergessen werden, dass viele der Balkan-Länder noch vor wenigen Jahren Krieg gegeneinander geführt hätten. „Der EU-Betritt gibt ihnen eine Perspektive und ist ein wichtiger Hebel zu Befriedung der Region.“

Auch der Türkei müssten die Türen für einen EU-Beitritt offen stehen, sagte Barroso. Sie sei „ein großes, wirtschaftlich und geopolitisch wichtiges Land“, dessen Reformprozess im EU-Interesse sei. Allerdings sei klar, dass eine Aufnahme nur dann möglich sei, „wenn die Türkei alle Voraussetzungen erfüllt“. „Letzten Endes müssen alle Mitgliedstaaten zustimmen. Das wird wohl noch einige Zeit dauern.“

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Nach der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten in der Türkei waren die Beitrittsverhandlungen mit der EU auf Eis gelegt. Jetzt haben die EU-Außenminister eine Neuaufnahme der Gespräche beschlossen.

Die EU-Staaten hatten am Dienstag erstmals seit drei Jahren für die Eröffnung eines weiteren Kapitels in den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei gestimmt. Die 2005 begonnenen Gespräche verlaufen schleppend, zuletzt hatte es wegen der massiven Polizeigewalt gegen Demonstranten im Sommer Skepsis gegeben, ob die Türkei die EU-Standards erfüllen kann.

Kroatien ist das jüngste EU-Mitglied unter den Balkan-Staaten, das Land wurde am 1. Juli dieses Jahres aufgenommen. Serbien ist seit März 2012 Beitrittskandidat, wartet aber noch auf den Beginn der Verhandlungen. Knackpunkt ist der Konflikt zwischen Serbien und dem Kosovo.

Mit Montenegro wurden Beitrittsverhandlungen begonnen, bis zu einem Beitritt können aber noch Jahre vergehen. Mit Mazedonien, das seit 2005 den Kandidatenstatus hat, wurden wegen des Namensstreits mit Griechenland noch keine Gespräche begonnen. Das Kosovo sowie Bosnien-Herzegowina und Albanien gelten als mögliche Beitrittskandidaten.

Von

afp

Kommentare (8)

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Kofinas

23.10.2013, 07:01 Uhr

Sooooooooooooooooooooviel Naivität auf einmal ist verboten! Baroso sollte in der vorzeitigen Ruhestand entlassen werden - im Balkan, versteht sich! Die EU wird böse enden; leider muss man sagen - für die Menschen tuts mir leid! Die Politiker sind eine Spezies die so weit vom Leben entfernt wursteln, dass sie ihre Handlungsfolgen nie im Leben wahrnehmen müssen!

Account gelöscht!

23.10.2013, 07:09 Uhr

Aber aber, weiß der Autor denn nicht, dass in der Türkei religiöse Minderheiten diskriminiert werden ?
So ist es in der Türkei beispielsweise völlig normal, dass der Moscheenbau staatlich subventioniert wird, Moscheen finanzielle Zuschüsse zu Heiz- und Stromkosten bekommen und sogar Islamische Geistliche Teile ihrer Bezüge vom Staat bekommen.
Die Christen, orthodox oder katholisch, haben dieses Privileg nicht.
Och, moment mal, auch in Deutschland bekommen die Kirchen 18 mrd Euro neben der Kirchensteuer aus allgemeinen Steuermitteln, werden katholische und evangelische Geistliche teilweise aus Steuermitteln bedient. Und Moslems und Juden nicht..

Na gut, vergessen Sie bitte was ich geschrieben habe...

ABER die Türkei gehört schon geographisch nicht zu Europa. Nur 3 Prozent der türkischen Landmasse befinden sich auf dem europäischen Kontinent.
Naja Moment, Zypern gehört zu 100 Prozent zum asiatischen Kontinent. Auch Malta muss zu 100 Prozent dem afrikanischen Kontinent zugerechnet werden.

Na gut, das Geographie - Argument funkt auch nicht...

Dann machen wir eben weiter mit der Pressefreiheit und Demokratie (Ungarn), oder nehmen uns die Menschenrechte im Allgemeinen vor (Ungarn, Rumänien, Bulgarien, insb. Sinti u. Roma) oder die Aufarbeitung eines Genozids (Kroatien, insb. die Weigerung Kriegsverbrechen an den Bosniern aufzuklären.
Und zwar so lange, bis wir schlussendlich einen Grund gefunden haben die Türken nicht in die EU zu lassen. Aber Moment mal, ich glaube mittlerweile wollen sie schon gar nimmer... Gut so !

geht-koan-wos-o

23.10.2013, 07:27 Uhr

"Das wird wohl noch einige Zeit dauern."
Hoffentlich bis zum St.-Nimmerleinstag...
Soviel Naivität und Unbelehrbarkeit wie hier von unseren EU-Bürokraten (scheint mir Einstellungsvoraussetzung zu sein) an den Tag gelegt wird lässt sich wohl nicht passend und einigermaßen sachlich kommentieren.

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