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09.07.2015

18:29 Uhr

EU-Beitrittskandidat

Merkel würdigt Serbiens Anstrengungen

Bundeskanzlerin Angela Merkel lobt den serbischen Premier Aleksandar Vucic für seine „sehr ambitionierte Wirtschaftsagenda“. Für die Menschen sei die zwar hart – zeige aber „deutliche Erfolge“, so die Kanzlerin.

Auf der letzten Station ihrer Balkanreise traf Kanzlerin Angela Merkel auf den serbischen Regierungschef Aleksandar Vucic. AFP

Balkanreise

Auf der letzten Station ihrer Balkanreise traf Kanzlerin Angela Merkel auf den serbischen Regierungschef Aleksandar Vucic.

BelgradBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Anstrengungen des EU-Beitrittskandidaten Serbien gewürdigt und Belgrad dazu ermuntert, mit seiner „sehr ambitionierten Wirtschaftsagenda“ fortzufahren. Diese Agenda mute den Menschen zwar „durchaus auch Härten“ zu, habe aber schon „deutliche Erfolge“ gezeitigt, sagte Merkel am Donnerstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem serbischen Regierungschef Aleksandar Vucic in Belgrad.

Die serbische Regierung bringe auch in der Kosovo-Frage ein „hohes Maß an Kompromissbereitschaft“ auf, fügte Merkel hinzu. Außerdem gebe es eine „völlig neue Qualität der Kontakte zwischen Serbien und Albanien“. Die Bundesregierung wisse das zu würdigen und werde es auch gegenüber der Europäischen Kommission zum Ausdruck bringen. Vucics Initiativen zur Stabilisierung der westlichen Balkanregion würden bei der Eröffnung erster Kapitel im EU-Beitrittsprozess berücksichtigt.

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Vucic sagte, Serbien erwarte auf dem EU-Beitrittsweg viel Hilfe von Deutschland. Seine Regierung habe das Haushaltsdefizit von 6,6 Prozent auf 1,6 Prozent verringern können. Seine Landsleute seien zwar „nicht überglücklich“ gewesen, als ihnen die Renten und Gehälter gekürzt wurden. Doch der Internationale Währungsfonds (IWF) habe Serbiens Anstrengungen anerkannt und nach einer Phase der Konsolidierung werde es mit der Wirtschaft aufwärts gehen. Serbien habe einen anderen Weg gewählt als Griechenland.

Vucic sagte, Merkel komme eine „Schlüsselrolle“ bei der „Stabilisierung“ der Verhältnisse auf dem Balkan zu. Er fügte hinzu, dass es in seinem Kabinett zwei deutsche Berater gebe.

Merkels Balkanbesuch führte sie am Mittwoch nach Albanien. Dritte Station nach Serbien ist Sarajevo in Bosnien-Herzegowina. Hauptthemen der Reise sind die Beziehungen der Länder zu Deutschland, der dominierenden Kraft in der Europäischen Union, sowie Wirtschafts- und Energiefragen.

So steht EU-Kandidat Serbien wirtschaftlich da

Wachstum

Mit zwei Prozent wächst Serbien im zu Ende gehenden Jahr so schnell wie kaum ein anderes europäisches Land. Allerdings dürfte sich der Wert nach einer Prognose der Regierung 2014 halbieren. Ein Grund dafür ist der Sparzwang des Staates. Die hohe Inflation von rund 8,5 Prozent drückt die Kaufkraft, weshalb der private Konsum, der für drei Viertel des Bruttoinlandsproduktes steht, schrumpften dürfte.

Wettbewerbsfähigkeit

Im Standortvergleich des Weltwirtschaftsforums kommt Serbien gerade einmal auf Rang 101 - hinter Ländern wie Nicaragua und Guatemala. Als größte Probleme gelten Korruption, übermäßige Bürokratie, ein schlechter Zugang zu Krediten sowie eine instabile Regierung und eine oft mangelhafte Infrastruktur. Pluspunkte sind günstige Lohnkosten und attraktive Steuersätze. Transparency International listet Serbien in seinem Korruptionswahrnehmungsindex auf Platz 72 und damit hinter Staaten wie Lesotho oder Namibia.

Finanzen

Um die Finanzen des osteuropäischen Landes ist es nicht besonders gut bestellt. Die Neuverschuldung dürfte der Regierung zufolge im kommenden Jahr bei 7,1 Prozent der Wirtschaftskraft liegen und damit die höchste in der Region sein. Die EU-Regeln erlauben eigentlich nur drei Prozent. Der Schuldenberg dürfte auf knapp 66 Prozent des Bruttoinlandsproduktes anwachsen. Hier sieht die EU ein Limit von 60 Prozent vor, das aber auch vom wirtschaftlich robusten Deutschland und vielen anderen Ländern weit übertroffen wird.

Handel mit Deutschland

Deutschland ist der wichtigste Handelspartner des Balkan-Staates. 2012 wurden Waren im Wert von 1,5 Milliarden Euro dorthin geliefert, die Importe lagen bei knapp einer Milliarde Euro. Deutschland bezieht vor allem Elektrotechnik, Maschinen und Nahrungsmittel aus Serbien. Geliefert werden vor allem Fahrzeuge, Maschinen und Chemieprodukte.

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr mathias müller

09.07.2015, 19:36 Uhr

Erst zerschlägt und bombardiert Deutschland EU/Nato Serbien - und nun soll Serbien in die
EU ???????
WIE SOLL DAS GEHEN ?????

Daran glaubt nur ein Herr Vucic, mit seinen zwei D-Beratern. Wie sieht ein Landesverräter aus???

Oder sind das die Herren, die einen Krieg erst möglich machen??
Serbien kaum 100 Jahre Frei, begibt sich wieder unter fremder Verwaltung. Wofür dann die Kriege
Die Türken haben wieder ein Teil vom Balkan.

Frau Merkel betreibt ein riskantes Spiel auf dem Balkan.

Herr Woifi Fischer

10.07.2015, 07:36 Uhr

Merkel würdigt Serbiens Anstrengungen.
In wessen Auftrag reiste die Stadthalterin der USA nach Serbien?
Warum setzt sie nicht ihre ganze Kraft für unser Volk und Land ein?
Sie soll endlich die eigenen Problem im Land lösen, dafür wurde sie von den sogenannten Volksvertretern zur Bundeskanzlerin gewählt.
Sie hat keine Macht, und wird nur durch die USA zu dieser Person gemacht.
Unnötige Reise, die noch mehr Schulden für die BRD-Bevölkerung bringt.
Holt endlich die Bundeswehr aus ex Jugoslawien zurück, die ca. 10 Jahre auf steuerzahlerkosten sich einen schönen Lenz machen, oder tauscht sie gegen US-Truppen aus.


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