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27.07.2012

19:11 Uhr

EU-Forschungskommissarin im Interview

„Deutschlands Forschungsbemühungen haben sich ausgezahlt"

VonThomas Ludwig

ExklusivDeutschland hat es richtig gemacht und auch in der Krise an Innovation und Forschung festgehalten, sagt Forschungskomissarin Máire Geoghegan-Quinn. Jetzt hofft sie auf Unterstützung Schäubles bei den Budgetverhandlungen.

EU-Forschungskommissarin Máire Geoghegan-Quinn hofft auf mehr Gelder für Innovationen und Forschung. Reuters

EU-Forschungskommissarin Máire Geoghegan-Quinn hofft auf mehr Gelder für Innovationen und Forschung.

Handelsblatt: Frau Kommissarin, bis 2020 soll die EU drei Prozent des BIP für Forschung und Entwicklung ausgeben, um im weltweiten Wettbewerb bestehen zu können. Schon mal ist die EU an der Marke gescheitert, schafft sie es diesmal?

Máire Geoghegan-Quinn: Die Staats- und Regierungschefs haben sich zur Forschung als Kern einer wachstumsorientierten Politik bekannt. Es gibt gute Gründe dafür. Die Länder, die in der Krise an Forschung und Innovation festgehalten haben, haben den Sturm am besten durchsegeln können.

Sie meinen Deutschland?

Ja, das ist eines der besten Beispiele dafür, dass es sich auszahlt, den Forschungssektor ernst zu nehmen. Deutschland ist sehr umtriebig. Aus dem laufenden EU-Förderprogramm gehen rund neun Milliarden Euro an dortige Universitäten, Institute und Unternehmen. Das sind 16,3 Prozent des 7. Forschungsrahmenprogramms in Höhe von insgesamt 55,8 Milliarden Euro, ein Spitzenwert, der sich ausgezahlt hat. Deshalb setze ich darauf, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble unsere Pläne für eine engagierte Forschungspolitik in Europa unterstützt.

Im Finanzrahmen 2014 bis 2020 sind 80 Milliarden Euro für das Horizont-2020-Programm geplant. Die Geberstaaten, darunter Deutschland, wollen das von der Kommission vorgeschlagene Gesamtbudget von rund einer Billion Euro aber um 100 Milliarden kürzen. Da wird der Forschungsetat Federn lassen müssen, oder?

Ich sehe in der Tat die Gefahr, dass der traditionelle Kampf um die Mittel für die Agrarpolitik und die Gelder für die Strukturpolitik die Etatverhandlungen bestimmen wird. Horizont-2020 darf dabei aber nicht unter die Räder kommen. Es ist absolut essenziell.

Kommentare (4)

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FFranz

27.07.2012, 21:47 Uhr

Die Grundschullehrerin hat ja unheimlich Ahnung. Und ist so erfolgreich. Man denke nur an Galileo, das läuft doch schon seit 2006 oder wie war das?

randy34

27.07.2012, 23:53 Uhr

Die Ausbildung der Politiker ist ein generelles Problem. Das sieht man immer wieder auch in Dtl.

Man sollte den Ausbildungsprozess der Politiker mehr formalisieren. Technik, Wirtschaftsausbildung und insbesondere fließende Englischkenntnisse (Guido????) als notwendige Bestandteile.

ksballgaeu

28.07.2012, 00:53 Uhr

Ideen-Klau-Forschung ist sehr begehrt,so manche Dozenten sind zu blöd selber zu denken,außerdem äußerst wirtschaftlich.

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