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13.12.2013

14:39 Uhr

EU-Gericht

Verkauf der Genkartoffel „Amflora“ verboten

Das EU-Gericht verbietet den Anbau und Verkauf von BASFs Gentechnik-Kartoffel „Amflora“. Bei der Entscheidung ein Gutachten der EFSA berücksichtigt. Allerdings hat die Kommission die Verfahrenspflichten verletzt.

Die gentechnisch veränderte Kartoffel „Amflora“, aufgenommen vor dem Auspflanzen am 19.04.2010 bei Bütow. Nun hat ein EU-Gericht den Anbau und Vertrieb verboten. dpa

Die gentechnisch veränderte Kartoffel „Amflora“, aufgenommen vor dem Auspflanzen am 19.04.2010 bei Bütow. Nun hat ein EU-Gericht den Anbau und Vertrieb verboten.

LuxemburgDas EU-Gericht verbietet den Anbau und Vertrieb der umstrittenen Gentechnik-Kartoffel „Amflora“. Die Knolle wird allerdings schon seit 2011 in Europa gar nicht mehr angebaut. Hintergrund der Entscheidung sind Verfahrensfehler der EU-Kommission bei der Zulassung als Futtermittel und für die industrielle Verwendung durch den Chemiekonzern BASF, teilte das Gericht am Freitag in Luxemburg mit. Dafür erregt nun die anstehende Anbauzulassung für eine neue Genmaissorte die Gemüter.

Die ungarische Regierung hatte gegen den Beschluss der EU-Kommission zur Zulassung von „Amflora“ geklagt. Greenpeace zeigte sich begeistert von der Entscheidung gegen „die Kartoffel, die keiner wollte“. BASF hält dagegen: „Es wurde keine Entscheidung gefällt hinsichtlich der wissenschaftlichen Bewertung unseres Produktes.“ Sowohl die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als auch andere Gremien hätten immer wieder bestätigt, dass es sich um ein „sicheres Produkt“ handele.

Die EU-Kommission habe bei der Entscheidung ein neueres Gutachten der EFSA zwar berücksichtigt, erklärten die Richter. Die EU-Behörde habe dem zuständigen Ausschuss der EU-Staaten aber keine Gelegenheit zur Stellungnahme zu dem neuen Gutachten der EFSA gegeben. Damit habe die Kommission die Verfahrenspflichten erheblich verletzt. Das EU-Gericht in Luxemburg ist unter anderem für Klagen gegen EU-Organe zuständig oder gegen bestimmte europäische Gesetze. EU-Staaten können dort auch gegen die Kommission klagen.

Nur zwei genetisch veränderte Pflanzen sind in der EU bisher zum Anbau zugelassen: die Maissorte MON 810 und die Kartoffel „Amflora“. Die Kartoffel kann wegen ihres hohen Stärkegehalts etwa in der Klebstoff- oder Garnproduktion genutzt werden.

Anfang 2012 hatte BASF angekündigt, den europäischen Markt für Pflanzenbiotechnologie weitgehend aufzugeben und den Sitz seines Tochterunternehmens aus der Nähe von Ludwigshafen in die USA zu verlegen. In diesem Schritt sah sich der Konzern nun bestätigt. Zur Begründung hatte es geheißen, in weiten Teilen Europas fehle die Akzeptanz.

Dreizehn Jahre lang hatte der Konzern um die Zulassung der Kartoffel gerungen. Doch im Fall von „Amflora“ hatte es immer wieder Proteste gegen den Anbau gegeben, auf einem Feld in Mecklenburg-Vorpommern mussten die Kartoffeln sogar von Polizisten bewacht werden. Zudem hatte etwa das Bundesverfassungsgericht der Gentechnik in der Landwirtschaft enge Grenzen gesetzt. Die Gen-Kartoffel ist allerdings auch anderswo bei BASF nicht mehr gefragt: „BASF Plant Science betreibt keinerlei Forschungs- und Geschäftsaktivitäten zur Amflora mehr - weder in Europa noch außerhalb“, hieß es am Freitag.

Kommentare (3)

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Prophet

13.12.2013, 12:00 Uhr

Also nur ein Formfehler. Na, den kann man ja korrigieren und dann ist die Kartoffel doch auf dem Futtermarkt.

Und ich habe schon gehofft, dass bei dem Gericht der gesunde Menschenverstand Einzug gehalten hat.

Mit der Gentechnik ist etwas losgetreten worden, was sich nie wieder korrigieren lässt und dessen Auswirkungen gänzlich unbekannt sind.

Für mich ist das Grund genug, dieses Lieber-Gott-Spiel der Profitorientierten für immer zu verbieten.

Account gelöscht!

13.12.2013, 12:07 Uhr

@Prophet: jeder Gärtner, sei es privat oder gewerblich verändert Gene in dem er züchtet. Genauso jeder Landwirt. Sie essen seit Anbeginn ihres Lebens genveränderte Nahrungsmittel. Im Mittelalter waren Karotten noch gelb und nicht orange. Sie sind auch "genverändert". Sie bestehen aus den Genen von Vater und Mutter.

Account gelöscht!

13.12.2013, 19:33 Uhr

wenn eine solche Schlagzeile dpa verteilt bei den Staatsmedien wie ard.de zu finden ist,
kann es sich nur um einen fake handeln der Sorte, seht, hab keine Sorge, wir berücksichtigen Bürgerwille & "Gerichte"!

Und genauso werden wir gegen Monsanto der US-Genschleuder (Trinkwasser Privatisierer) bei den, der Öffentlichkeit weitgehend
verheimlichten "Verhandlungen" (Kriegsverbrechern & Kollaborateure) >>Freihandelsabkommen<<
zum Ausverkauf der Bürgerrechte, Ökonomie und Wirtschaftsinteressen Deutschland & Europas dieser EUR-ZONE Diktatur (noch light Modus)
vorgehen.

Weg mit dem Mittelstand, der unkontrollierte Vielfalt
1 Versorgungs-Monopol und 1 Glotze-Monopol reicht für der abge4richteten Blödheit (SinsesZins Knecht) das Atmen zu erinnern!

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