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18.10.2012

10:31 Uhr

EU-Gipfel

Krawalle beim Generalstreik in Griechenland

Am Tag des EU-Gipfels in Brüssel bringt ein Generalstreik das öffentliche Leben zum Stillstand. Zehntausend Bürger protestieren damit friedlich gegen weitere Sparmaßnahmen. Dann werfen Demonstranten die ersten Steine.

24-stündiger Generalstreik

Griechenland ist lahmgelegt

24-stündiger Generalstreik: Griechenland ist lahmgelegt

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AthenIn der griechischen Hauptstadt Athen ist es am Rande einer friedlichen Demonstration von zehntausenden Menschen zu Ausschreitungen gekommen. Etwa 200, zum Teil vermummte Demonstranten schleuderten Brandflaschen und Steine auf die Polizei. Die Beamten setzten Tränengas und Blendgranaten ein, um die Randalierer auseinanderzutreiben. Auf dem Platz vor dem Parlament entstand ein beißender Geruch, wie das Fernsehen berichtete.

In Athen und anderen Städten Griechenlands waren am Donnerstag zehntausende Menschen auf den Straßen, um gegen das neue 13,5-Milliarden-Euro-Sparpaket zu demonstrieren. Im ganzen Land blieben Ministerien, Schulen und zahlreiche Behörden geschlossen. Ärzte behandelten nur Notfälle. Auch der Flug-, Schiffs- und Eisenbahnverkehr war von den Arbeitsniederlegungen betroffen.

Zu dem Ausstand hatten die beiden größten Gewerkschaften des Landes aus Protest gegen den Sparkurs der Regierung zum Ausstand aufgerufen. In Sternmärschen wollten die Demonstranten im Laufe des Tages vor das Parlament ziehen und sich dort zu einer Massenkundgebung versammeln. Die Sicherheitskräfte sperrten den zentralen Syntagma-Platz mit Metallbarrieren ab und zogen ein Aufgebot von rund 4000 Polizisten vor dem Parlament zusammen, wo in der Vergangenheit bereits mehrfach Massenproteste in Gewalt ausgeartet waren.

Griechenland steckt in der tiefsten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg und verhandelt mit den internationalen Gläubigern aus EU, IWF und Europäischer Zentralbank über die Bedingungen für die Auszahlung der nächsten Hilfstranche aus dem 130-Milliarden-Euro-Rettungspaket. Das Land muss dafür mindestens weitere 11,5 Milliarden Euro einsparen, was zusätzliche Einschnitte und Sozialkürzungen für die Bevölkerung bedeutet.

Dagegen machen die Gewerkschaften ADEDY und GSEE mobil, in denen rund mit zwei Millionen Griechen rund die Hälfte der Arbeitnehmerschaft organisiert sind. "Das neue Schmerz-Paket sollte nicht durchgehen", gab die ADEDY als Parole für den Protesttag aus. Die Regierung in Athen hat jedoch kaum eine Wahl. Ohne die ausländische Hilfe dürfte dem Land bereits im November das Geld ausgehen.

Kommentare (12)

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Rentner44

18.10.2012, 10:26 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

18.10.2012, 11:09 Uhr

Jaa, das wird helfen - Hotel Europa ohne Eigenleistung.

Rene

18.10.2012, 11:12 Uhr

Großes Kino. So wird das was mit dem Wirtschaftsaufschwung.
Wenn Griechenland nicht spart, wo soll das Geld denn herkommen? Sich nicht weiter einschränken wollen ist ja verständlich und allzu menschlich, soll die Lösung aber die Transfersubventionierung vom dt. Steuerzahler erfolgen?
Die Gewerkschaften in Griechenland sollten mal eine selbsterzeugte Lösung anbieten, als nur gegenüber Europa die Hand aufzuhalten.

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