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17.06.2013

21:38 Uhr

EU-Handelszone mit USA

Merkels ehrgeiziger Fahrplan zur neuen Handelszone

Durch einen neuen Vertrag sollen die EU und die USA wirtschaftlich näher zusammenrücken. Kanzlerin Merkel will die neue Freihandelszone „in absehbarer Zeit“ abschließen. Doch die Herausforderungen sind enorm.

Kanzlerin Merkel im Resort nahe Enniskillen in Nordirland: „Ein solches Freihandelsabkommen wäre einen Riesenschritt nach vorne.“ AFP

Kanzlerin Merkel im Resort nahe Enniskillen in Nordirland: „Ein solches Freihandelsabkommen wäre einen Riesenschritt nach vorne.“

EnniskillenAm Montag haben die EU und die USA ihre Verhandlungen über ein neues Freihandelsabkommen gestartet – und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will bereits „in absehbarer Zeit“ ein Resultat sehen.

„Das bemisst sich in wenigen Jahren“, sagte Merkel am Rande des G-8-Gipfels in Nordirland. Die Gespräche müssten rasch beginnen, ehrgeizig geführt werden und bald zum Abschluss kommen.

Die Kanzlerin verwies darauf, dass auch andere Weltregionen miteinander in Verhandlungen über vergleichbare Handelsabkommen stünden - beispielsweise auch die USA und der pazifische Raum. Angesichts dessen „sind wir aufgefordert, wirklich schnell zu arbeiten“, betonte Merkel.

„Ein solches Freihandelsabkommen wäre einen Riesenschritt nach vorne“, sagte Merkel. Im Abkommen geht es um den Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen. Unterschiedliche technische Normen, Sicherheitsstandards oder Wettbewerbsvorschriften schränken den Handel jedoch ein und sperren Unternehmen aus Europa und den USA vom jeweils anderen Markt aus.

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Obama zeigte sich zuversichtlich, dass es bald zu einem Abschluss kommen werde. „Wir schaffen neue Arbeitsplätze und neues Wachstum auf beiden Seiten des Atlantiks“, sagte Obama. „Wir handeln jedes Jahr mit ungefähr einer Billion US-Dollar in Waren und Dienstleistungen. Und wir investieren fast vier Billionen Dollar in die jeweils andere Volkswirtschaft.“

Cameron sprach am Rande des G-8-Gipfels in dem Ressort Lough Erne von einem „historischen Abkommen“ zwischen den USA und Europa. Ziel ist die größte Freihandelszone der Welt. Obama sagte, die erste Verhandlungsrunde werde kommenden Monat in Washington stattfinden.

Die Vorverhandlungen im Kreise der EU waren allerdings schwierig. Erst nach einer Marathonsitzung einigten sich die Handelsminister am Freitag auf ein Mandat, das auf besonderen Druck Frankreichs vorsieht, bestimmte Kulturgüter zu schützen. Befürchtet wird nun, dass die USA vergleichbare Forderungen aufstellen und die Verhandlungen verkomplizieren.

Kommentare (6)

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17.06.2013, 22:22 Uhr

Es ist schon erstaunlich, wie Merkel diese Freihandelszone im Sinne der Amerikaner durchpeitscht. Ohne Rücksicht auf Jobverluste in Europa ist sie Handlanger der USA.
Und die EU wird zugunsten der USA verarmen.
Wir werden dann noch mehr als jetzt vom US-Geheimdienst ausspioniert.

Künftig würden nur noch die Interessen der US-Finanzindustrie in Europa zählen. Alle Errungenschaften werden zerstört. Was bleibt ist der genverseuchte und von Monsantovergiftete Fraas der Amerikaner, der sich dann auch hier hemmungslos breitmachen wird.

Wer bis jetzt noch nicht begriffen hat, das Schwarz-Gelb weg mus. Nun sollte es allen klar werden. Die Einschnitte durch die Freihandelszone sind um Größenordnungen schlimmer als die Probleme mit der Eurozone!

Account gelöscht!

17.06.2013, 22:24 Uhr

Sehr gut. Die Vereinigten Staaten von Europa zusammen mit den Vereinigten Staaten von Amerika bringen Mehrwert für Bürger und vor allem für uns Unternehmer.

Also ein win-win für alle. So einfach ist das !

Account gelöscht!

17.06.2013, 23:00 Uhr

Große Freihandelszonen sind eine riesige Monokultur. effizient aber einfältig. Langfristig werden wirtschaftliche Nischen und damit Arbeitplätze, Kultur und Brutstätten der Innovation vernichtet und die großen "Spieler" zu Lasten der kleinen gefördert.

Eine Freihandelszone mit den USA im Bereich von Industriegütern wäre überlegenswert. Allerdings darf sie niemals so ein Demokratiedefizit haben wie die EU oder die Eurozone sondern muss ein AmeRopa der Bürger und des Mittelstandes sein. Landwirtschaft darf niemals Teil der Zone sein, da Landwirtschaft nicht nur eine Frage der Effizienz sondern auch der Kultur und Landschaftspflege ist. Außerdem hat der perverse Genfraß von Monsanto und Co. in Europa nichts zu suchen.

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