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04.03.2012

13:39 Uhr

EU-Kandidat

Vernichtendes Zeugnis für Serbien

Serbien hat zwar seit Kurzem den Status eines EU-Beitrittskandidaten, doch noch einen weiten Weg vor sich. Erneut haben Experten dem Land ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt: Die Korruption zerstöre das Land.

Plakate in Belgrad werben für den EU-Beitritt Serbiens. dpa

Plakate in Belgrad werben für den EU-Beitritt Serbiens.

BelgradDer serbische Wirtschaftsexperte Milorad Filipovic hat dem neuen EU-Beitrittskandidaten Serbien ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. „Serbien ist zu einer parteibeherrschten feudalen Gesellschaft geworden“, sagte der fühere hohe Staatsbeamte und heutige Wirtschaftsprofessor der angesehenen Belgrader Zeitung „Politika“ (Sonntag). „Wir haben den Staat privatisiert und die Wirtschaft verstaatlicht“, begründete Filipovic seinen Standpunkt.

„Die Verbindung zwischen verschiedenen Interessensgruppen, Organisierter Kriminalität und Politikern führt zur systematischen, also endemischen Korruption“, analysierte der Fachmann weiter. „Diese Leute zerstören mit ihrem Wirken das gesamte gesellschaftliche und ökonomische System dieses Landes. Und sie sind überall - von der Justiz über die Polizei, die Staatsanwaltschaft und Ministerien“, sagte er. „Jede Regierungspartei hat ihre Pfründe in Form staatlicher Monopolunternehmen erhalten“, behauptete der Fachmann.

Im vergangenen Monat hatten zwei der prominentesten früheren Politiker eine ganz ähnlich beißende Kritik an den Zuständen in Serbien vorgetragen: Die einstige Mitstreiterin des ermordeten serbischen Regierungschefs Zoran Djindjic, Vesna Pesic, und die auch international bekannte Soziologin Zagorka Golubovic. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten Serbien am Freitag vergangener Woche den Status eines Beitrittskandidaten verliehen.

Von

dpa

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

04.03.2012, 14:08 Uhr

Im ignorieren von fehlenden Beitragsvoraussetzungen oder Hinderungsgründen sind die Spitzenpolitiker in ihrem blinden Eurowahn wirklich spitze.

Beobachter

04.03.2012, 14:10 Uhr

Glauben Sie vielleicht, in Bulgarien ist es besser? Oder in Rumänien an der Ostgrenze zur Ukraine seien die Kommunalbehörden weniger korrupt als in Serbien?
Das politische Europa wird von zwei Seiten zugrunde gerichtet:
Über die Illusion einer gemeinsamen Währung, die trotzdem stabil sein soll, und über die Illusion einer schnellen politischen Einheit, die trotzdem nationalstaatliche Eigenständigkeit bewahren soll -
beide Illusionen werden teuer erkauft und mit nicht vorhandenem Geld bezahlt.
Beide Illusionen sind nicht demokratisch legitimiert und hätten keine Volksabstimmung in Europa passieren können.

Selten ist deutlicher geworden als in diesen Tagen, dass politische Illusionen enden wie der Turmbau zu Babel.

Account gelöscht!

04.03.2012, 15:00 Uhr

„Serbien ist zu einer parteibeherrschten feudalen Gesellschaft geworden“. Ist dies jetzt irgendein Nachteil für einen EU-Beitritt? Diese Aussage gilt wohl doch auch für Deutschland oder nicht? Wie meinte Frau Nahles als sog. "Oppositionspolitikerin" in Bezug auf den "Ehrensold" des zurückgetretenen Bundespräsidenten Wulff? Man solle nicht so "kleinlich" sein?

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