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14.01.2015

01:47 Uhr

EU-Kommissar

Zahl illegaler Einwanderer um 138 Prozent gestiegen

Die jüngsten Flüchtlingsdramen im Mittelmeer sind laut EU-Innenkommissar Avramopoulos ein Zeichen dafür, dass Schleuser „neue Routen und neue Methoden “ finden. 2014 kamen 276.000 illegale Einwanderer 2014 in die EU.

Die Zahl der illegalen Einwanderer, die oft von Schleusern auf Schiffen zusammengepfercht werden, hat dramatisch zugenommen. dpa

Die Zahl der illegalen Einwanderer, die oft von Schleusern auf Schiffen zusammengepfercht werden, hat dramatisch zugenommen.

StraßburgMehr als 276.000 illegale Einwanderer sind im vergangenen Jahr in die Europäische Union gekommen. Dies stelle gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme um 138 Prozent dar, sagte EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos am Dienstag bei einer Parlamentsdebatte in Straßburg über die jüngsten Flüchtlingsdramen im Mittelmeer. Demnach kamen 207.000 der Migranten "illegal über das Mittelmeer". Seit September seien zwölf mit Flüchtlingen beladene Frachter in Europa eingetroffen, was zeige, dass die Schleuser "neue Routen und neue Methoden" finden würden.

Avramopoulos warnte, ohne ein "entschiedenes und koordiniertes Handeln" der EU werde der Zustrom von Migranten angesichts der Konflikte an den Grenzen der EU weiter anhalten. Die EU müsse vor allem das Vorgehen gegen die Schmuggler verstärken, indem es die Sammlung und den Austausch von Informationen verbessere. Angesichts der Verlagerung der Flüchtlingsrouten über die Türkei sei Brüssel im Kontakt mit Ankara, um über Konsequenzen zu sprechen, sagte der Kommissar. Er sprach sich zudem für eine Erhöhung des Kontingents an Flüchtlingen aus Syrien aus.

So kommen die Flüchtlinge nach Europa

Lampedusa

Lampedusa ist ein beliebtes Ziel für Flüchtlingsboote. Die italienische Mittelmeerinsel liegt nahe der nordafrikanischen Küste. Doch es gibt noch andere Routen über die Flüchtlinge nach Europa gelangen.

Quelle: Frontex Annual Risk Analysis 2013

Osteuropäische Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 407

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Ukraine: 330
Afghanistan: 52
Vietnam: 47

Balkan-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 5.634

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Afghanistan: 1.693
Syrien: 1.139
Kosovo: 979

Östliche Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 12.962

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Syrien: 8.241
Afghanistan: 2.488
Somalia: 760

Albanien-Griechenland Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 3.515

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Albanien: 3.466
Mazedonien: 14
Georgien: 13

Apulien und Kalabrien

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 7.751

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Syrien: 3.040
Nigeria: 684
Eritrea: 475

Zentrale Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 56.446

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Eritrea: 17.829

Unbekannt: 9.494
Syrien: 8.588

Westliche Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 3.331

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Mali: 783
Kamerun: 730
Guinea: 294

Westafrikanische Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 146

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Marokko: 30
Mali: 24
Guinea: 16

Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi forderte seinerseits in Straßburg, dass sich die EU dem Konflikt in Libyen widme. Über das nordafrikanische Land reisen die meisten Migranten nach Europa. Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrschen in Libyen Anarchie und Gewalt. Der fast vollständige Zusammenbruch der staatlichen Ordnung erleichtert auch die Aktivität der Schmuggler.

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr Teito Klein

14.01.2015, 09:40 Uhr

Das neue "Geschäftsmodel" der Schleuser
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Sie pferchen die Flüchtlinge in schrottreifen Seelenverkäufer zusammen und nehmen auch deren Tod in Kauf.
Die Flüchtlinge haben für die Reise „ins gelobte Land“ bis zu 8.000 Dollar pro Person gezahlt.
Sie reisen über die Türkei ein. Die Türkei will die Flüchtlinge nicht und sind froh, wenn sie sie los sind.
Die Schleuser verlassen kurz vor der italienischen Küste das Schiff und überlassen die Flüchtlinge sich selbst.
Sie rechnen damit, dass sie gerettet werden. Natürlich von privaten Schiffen, die sind laut Seerecht dazu verpflichtet. So spart Italien Geld.

Herr Richard Wagner

14.01.2015, 10:33 Uhr

Wir haben sicher über eine Million Soldaten in Europa, Panzer, Torpedoboote, Kriegsschiffe. Vielleicht sollten wir die einfach mal zur Sicherung der Grenzen einsetzen dann wäre ganz schnell Schluss mit dem Asyltourismus. Visa kann man sich in den Botschaften holen, wer dazu berechtigt ist. Wer meint er müsse mit einem Invasionsschiff EU Küsten entern, der sollte in Zukunft nicht mehr mit warmen Decken begrüßt werden sondern so wie man Invasoren nun mal begrüßt - mit Torpedos.

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