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02.09.2014

15:53 Uhr

EU-Kommissare gesucht

Juncker führt erste Bewerbungsgespräche

Am 1. November soll die Juncker-Kommission ihre Arbeit aufnehmen. Nun hat der künftige EU-Kommissionspräsident die ersten Bewerbungsgespräche geführt. Aus Belgien liegt allerdings noch kein Vorschlag auf dem Tisch.

Stimmt der EU-Ministerrat zu, will Jean-Claude Juncker frühestens Mitte nächster Woche Ressortverteilung bekanntgeben. AFP

Stimmt der EU-Ministerrat zu, will Jean-Claude Juncker frühestens Mitte nächster Woche Ressortverteilung bekanntgeben.

Brüssel Der künftige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat hinter verschlossenen Türen Gespräche mit designierten Kommissaren begonnen. Zu Namen und Reihenfolge der Interviews nahm seine Sprecherin am Dienstag in Brüssel keine Stellung. Laut niederländischen Medien war der niederländische Außenminister Frans Timmermans einer der ersten auf Junckers Interview-Liste. Timmermans ist Sozialdemokrat und einer der populärsten Politiker der Niederlande.

Nach Abschluss der Gespräche wird Juncker eine Liste mit den Namen der zukünftigen Kommissare den EU-Staaten vorlegen. Stimmt der EU-Ministerrat zu, will Juncker frühestens Mitte nächster Woche Ressortverteilung bekanntgeben.

Skandale in der EU-Kommission

März 1999

Ein von „fünf Weisen“ ausgearbeiteter „Bericht über Betrug, Missmanagement und Vetternwirtschaft“ besiegelt das Schicksal der Santer-Kommission. In dem Papier werden fast die Hälfte der 20 Kommissare mit Korruptionsvorwürfen in Verbindung gebracht. Am 16. März treten Santer und sein gesamtes Kollegium zurück.

1999

Mehrere Mitglieder der von dem Luxemburger Jacques Santer geführten EU-Kommission müssen sich einem Misstrauensvotum im Europäischen Parlament wegen möglicher Betrugsaffären stellen. Interne Ermittlungen richten sich auch gegen die deutsche Kommissarin Monika Wulf-Mathies und die Französin Edith Cresson.

März 1999

Ein von „fünf Weisen“ ausgearbeiteter „Bericht über Betrug, Missmanagement und Vetternwirtschaft“ besiegelt das Schicksal der Santer-Kommission. In dem Papier werden fast die Hälfte der 20 Kommissare mit Korruptionsvorwürfen in Verbindung gebracht. Am 16. März treten Santer und sein gesamtes Kollegium zurück.

Juli 2003

Der für Personal und Verwaltung zuständige Kommissar Neil Kinnock entlässt den Direktor des EU-Statistikamts Eurostat. Gegen drei Eurostat-Beamte werden Disziplinarverfahren wegen Doppelabrechnungen und undurchsichtiger Auftragsvergaben eingeleitet. Staatsanwälte und die EU-Betrugsbekämpfungsbehörde Olaf ermitteln.

Februar 2010

Die designierte EU-Kommissarin Rumjana Schelewa aus Bulgarien stößt wegen dubioser Geschäfte auf massiven Widerstand bei den Abgeordneten des Europaparlaments. Schelewa gibt auf. Bulgarien schickt als Ersatzkandidatin Kristalina Georgiewa, die bis heute in der EU-Kommission für internationale Zusammenarbeit und Katastrophenhilfe zuständig ist.

16. Oktober 2012

Nach Betrugsvorwürfen tritt EU-Gesundheitskommissar John Dalli mit sofortiger Wirkung zurück. Die EU-Anti-Betrugsbehörde Olaf hatte gegen Dalli ermittelt. Die Vorwürfe drehten sich um eine mögliche Einflussnahme der Industrie auf die geplante EU-Tabakgesetzgebung, für die Dalli als Gesundheits- und Verbraucherschutzkommissar zuständig ist. Der 64-Jährige weist alle Anschuldigungen zurück.

Belgien habe nach wie vor keinen Kommissar vorgeschlagen, so die Sprecherin. In dem Land hat sich nach den vergangenen Wahlen noch keine neue Regierung gebildet. Jedes Mitgliedsland entsendet einen Kommissar in das Brüsseler Spitzengremium.

Die Juncker-Kommission wird am 1. November ihre Arbeit aufnehmen. Vorher muss das Europaparlament dem gesamten Kollegium noch zustimmen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Manfred Zimmer

03.09.2014, 08:25 Uhr

Kann der Mann das?

Was sind seine Auswahlkriterien?
Müssen die Bewerber lügen, ohne das es ausfällt?

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