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31.03.2014

14:14 Uhr

EU-Kommission

Der Aufschwung bringt keine neuen Jobs

Die Wirtschaft in Europa berappelt sich wieder. Doch bei vielen Bürgern kommt die Erholung noch nicht an. Insbesondere in Südeuropa sind viele Menschen in finanziellen Nöten.

Eine EU-Fahne weht im Wind: Die Wirtschaftskrise hat den Weg in eine dauerhafte Beschäftigung erschwert. dpa

Eine EU-Fahne weht im Wind: Die Wirtschaftskrise hat den Weg in eine dauerhafte Beschäftigung erschwert.

BrüsselDer sachte wirtschaftliche Aufschwung hat in Europa bisher keine neuen Arbeitsplätze geschaffen. Das geht aus dem jüngsten Vierteljahresbericht zur Beschäftigung und sozialen Lage hervor, den die EU-Kommission am Montag in Brüssel vorstellte. „Es gibt ein Risiko, dass die gegenwärtige schwache Erholung die Lage vieler einkommensschwacher Gruppen nicht verbessern wird“, sagte EU-Sozialkommissar Laszlo Andor.

Nach Angaben der EU-Kommission machen 10 Prozent der Erwachsenen in einkommensschwachen Haushalten Schulden, um laufende Ausgaben zu decken. 15 Prozent greifen auf Erspartes zurück.

Den Menschen in Deutschland geht es finanziell relativ gut. Die Haushalte hatten hierzulande - ebenso wie in Schweden - im dritten Quartal 2013 sogar wieder mehr Geld zur Verfügung als zuvor. In Griechenland, Portugal, Slowenien und Spanien sank das verfügbare Haushaltseinkommen hingegen. Weniger als fünf Prozent der deutschen Haushalte war in finanziellen Nöten. In vielen südeuropäischen Staaten liegt ihr Anteil hingegen bei über 25 Prozent.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Die Wirtschaftskrise hat zudem den Weg in eine dauerhafte Beschäftigung erschwert. Befristete Jobs dienen laut EU-Kommission immer seltener als Trittbrett. Ein Viertel aller Europäer war im Jahr 2012 von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht - das entspricht 124 Millionen Menschen.

Von

dpa

Kommentare (8)

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31.03.2014, 15:20 Uhr

Wenn sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt nicht deutlich verbessert, wird es unausweichlich zu Unruhen kommen. Dann wird nicht das nur das Projekt EU sondern auch der gesamte neoliberale Irrweg auf den Prüfstand gestellt.
Die Reichen insbesondere in den USA werden insbesondere auch durch die Gelder der EU immer reicher, gleichzeitig verarmen die Menschen in Südeuropa - das kann nicht gutgehen.

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31.03.2014, 15:34 Uhr

Die zunehmende Ernte der EU-Arbeitslosigkeit haben wir dem Maastricher Vertragsbruch (ESM) zu verdanken.
Dieser Vertragsbruch wirkt wie ein Dünger für die Zunahme der Arbeitslosenzahlen im EURO-Raum.
Ein weiter Dünger wird von der deutschen grünsozialistischen Regierung im schwarzen Merkel-Diktatur Gewandt per EEG/Energiewende über Deutschland und die EU weiter ausgebracht.
ESM und EEG sind die Treibsätze für die Zunahme der Arbeitslosigkeit in der GRÜNEN Ideologie EU-Deutschland Welt.

Account gelöscht!

31.03.2014, 15:47 Uhr

Das mit dem grünsozialistisch halte ich für Unfug. Die Linke ist in Deutschland nicht an der Macht, alle anderen vertreten nur die Interessen der Reichen.
Vielmehr ist Deutschland zu übermächtig, die Dumpinglöhne hier verbunden mit einer extrem profitorientierten Wirtschaft nimmt den Südländern die Luft.
Es geht bei uns nur noch um die Befriedigung der Geldgier einer kleinen reichen Klientel. Es gilt in diesem Bereich besonders: Geiz ist geil.
Schlußendlich wird diese Strategie scheitern. Es bleibt den Südländern nichts anderes übrig, als unsere durch Dumpinglöhne erreichte Produktivität zu übertreffen, dann ist Deutschland im Zugzwang: Wieder sinkende Löhne.
Es ist nicht zu leugnen, dass wir bei dem heutigen Fortschritt nicht mehr soviele Arbeitskräfte brauchen. Die Arbeit muß gerechter verteilt werden, und da ist die Vermögensverteilung in Deutschland das größte Problem!
Ständiges Wachstum ist illusorischer Unfug.

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