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12.03.2012

13:15 Uhr

EU-Kommission ist alarmiert

Indien verweigert Airlines Überflugrechte

VonThomas Ludwig

In zwei Fällen sind europäische Fluglinien mit ihren Überfluganträgen bei Indien abgeblitzt. Dabei wird es vielleicht nicht bleiben. Die EU-Kommission sieht einen möglichen Zusammenhang mit dem Emissionsstreit.

Indien hat kurzfristig zwei Airline-Anträge zum Überfliegen des Landes abgelehnt. dpa

Indien hat kurzfristig zwei Airline-Anträge zum Überfliegen des Landes abgelehnt.

BrüsselNachdem Indien europäischen Airlines in zwei Fällen jüngst die Überflugrechte verweigert hat, blicken die Charterfluggesellschaften sorgenvoll in die Zukunft. Am 15. März läuft die Frist ab, innerhalb derer die indischen Luftfahrtbehörden die Anträge auf Start- und Landerechte für die Sommersaison genehmigen. Dabei könnte es zu Problemen kommen. Das verlautete aus Kreisen von EU-Diplomaten. Hintergrund ist der Streit über die Einbeziehung internationaler Airlines in den europäischen Emissionshandel.

Indien hatte angekündigt, Verkehrsrechtsabkommen neu verhandeln und den Zugang europäischer Fluggesellschaften zum indischen Markt einschränken zu wollen. Nun gibt es erste Hinweise darauf, dass die indische Administration an der Formulierung konkreter Vergeltungsmaßnahmen arbeitet.

EU-Diplomaten in Brüssel zufolge, haben die indischen Luftfahrtbehörden in den zurückliegenden Wochen kurzfristig zwei Airline-Anträge zum Überfliegen des Landes abgelehnt. Dieses Vorgehen sei „sehr ungewöhnlich“, heißt aus der EU-Kommission. Ob die Vorfälle im Zusammenhang mit dem Emissionsstreit stehen, sei zwar offen. „Auszuschließen ist das aber nicht“, sagte ein Diplomat.

Die Kommission hat die Mitgliedstaaten nun zu erhöhter Sensibilität aufgefordert. Sie sollen jedes auffällige Vorkommnis nach Brüssel melden. So will die Behörde feststellen, ob sich hinter einer Politik der Nadelstiche ein Muster der Vergeltung erkennen lässt.

Die EU hatte den Emissionshandel mit Beginn dieses Jahres auf den Luftverkehr ausgeweitet. Demnach erhalten Fluggesellschaften vorerst zwar gut 80 Prozent der Zertifikate für den Ausstoß von Kohlendioxid umsonst. Für den Mehrverbrauch müssen sie aber zusätzliche Verschmutzungsrechte kaufen. Dagegen wehren sich rund zwei Dutzend Länder. Dazu gehören die USA, China, Indien, Brasilien und Russland. Die Kritik: Weil Brüssel auch jene Abschnitte der Langstreckenflüge zur Berechnung heranziehe, der außerhalb des EU-Territoriums liegt, widerspreche das Gesetz internationalen Regeln. Der Europäische Gerichtshof hat das Vorgehensweise jedoch als rechtmäßig gebilligt. Erste Zahlungen werden 2013 fällig, wenn klar ist, wie viele Flugkilometer die Airlines in diesem Jahr absolviert haben werden.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

12.03.2012, 14:04 Uhr

Die Haltung der Länder welche ich gegen die EU-Abzocke stellen ist vernünftig und vorbehaltlos zu begrüßen. Vor allen sollten die Überflugrechte von Politikermaschinen gestrichen werden.

Account gelöscht!

12.03.2012, 14:14 Uhr

Indien sollte neben den Überflug auch die Landerechte Europäischer Airlines verweigern .
Natürlich wird dann auch China ,USA und und und . Wenn die ersten 10000 entlassen sind ,wird man sich das nochmal überlegen .

Alfred

12.03.2012, 14:49 Uhr

Das ist kein guter Vorschlag. Dann fliegen sie halt einen Umweg, zahlt ja doch der Steuerzahler!
Bei Linienflügen könnten die Bonusmeilen zum CO2-Kon- tingent-Kauf berücksichtigt werden.
Wann wird ein Dampfplauder-Kontingent für Europäische Politiker eingeführt? Die Summen könnten zum Ankauf
griechischer Anleihen eingesetzt werden. In spätestens
5 Jahren wäre Griechenland schuldenfrei!
Eine nochmalige Enteignung der privaten Investoren, wie
sie z.Zt. erfolgt, wäre nicht nötig. Ein einmaliger,
unverschämter Vorgang!

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