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16.02.2012

13:31 Uhr

EU-Kommission

Länder sollen Rentenalter erhöhen

Die EU-Kommission liefert Vorschläge, um die Rentensysteme zukunftsfähig zu machen. Dass Rentenalter soll an die Lebenserwartung gekoppelt und die Arbeitsmärkte für Ältere angepasst werden.

Die EU-Länder sollen ihre Rentensysteme fit machen. dpa

Die EU-Länder sollen ihre Rentensysteme fit machen.

BrüsselAngesichts steigender Lebenserwartung der Europäer schlägt die EU-Kommission vor, in der EU das Renteneintrittsalter anzuheben. Entsprechende Vorschläge macht die Brüsseler Behörde in einem sogenannten Weißbuch, das der für Beschäftigung zuständige Kommissar László Andor am Donnerstag offiziell vorstellt. Renten sind den Kommissionsunterlagen zufolge die Haupteinkommensquelle für rund ein Viertel der EU-Bevölkerung, ohne ein stabiles Rentensystem drohe Millionen Menschen Altersarmut.

Als Herausforderungen für die europäischen Rentensysteme nennt Andor die steigende Lebenserwartung, geringere Geburtenzahlen und somit eine schrumpfende erwerbstätige Bevölkerung. Während im Jahr 2008 noch vier Erwerbsfähige (15 bis 64 Jahre) auf einen EU-Bürger im Alter von mindestens 65 Jahren kamen, wird dieses Verhältnis bis 2060 auf zwei zu eins sinken.

Die Kommission ruft die EU-Staaten daher auf, das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung ihrer Bevölkerung zu koppeln, die Möglichkeiten zur Frühpensionierung einzuschränken und das bisher im Durchschnitt kürzere Arbeitsleben von Frauen an das der Männer anzugleichen. Die EU-Kommission kann den Mitgliedstaaten in der Renten-Politik allerdings keine Reformen vorschreiben, sondern nur Vorschläge unterbreiten.

Besonders in Zeiten leerer Kassen setzten die Rentenzahlungen nationale Haushalte unter Druck, heißt es in den Unterlagen der Kommission. Die Rentenzahlungen machen demnach derzeit im Durchschnitt zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus, dieser Anteil werde bis zum Jahr 2060 auf 12,5 Prozent steigen, erwartet die Kommission.

Dabei gibt es den Angaben zufolge jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedsländern, obwohl die EU-Länder „ähnlichen demographischen Herausforderungen“ gegenüberstehen. Demnach machen die Rentenzahlungen in Irland sechs Prozent des BIP aus, in Italien jedoch 15 Prozent.

Andor ruft die Sozialpartner in den EU-Ländern auf, die Arbeitsmärkte für ältere Erwerbstätige anzupassen. Auch Gelder aus dem EU-Sozialfonds sollen demnach eingesetzt werden, um ältere Menschen ins Arbeitsleben einzubinden.

Von

afp

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

16.02.2012, 15:47 Uhr

Dennoch wird es auch in den kommenden Jahren gewisse Branchen geben, in denen Bewerbungen als bestens qualifizierte mit 50 plus sinnlos bleiben werden (z. B. die gehobene Hotelbranche).

boxerhandschuh

16.02.2012, 21:33 Uhr

Das Renteneintrittsalter längerfristig zu erhöhen, ist ein brauchbarer Vorschlag. Allerdings in der EU nur dann, wenn nicht Deutschland wieder den Vorreiter abgeben muss, der vor allem von den Warmwasserländern dann im Stich gelassen wird. Deren Mentalität ist seit Jahrhunderten anders. Bevor D zustimmt, sollten erst die Mittelmeerländer klare gesetzliche Regelungen vorlegen, natürlich ohne Tricks. D ist sowieso jetzt schon Vorreiter mit 67 Jahren.

Mazi

16.02.2012, 23:16 Uhr

Kein schlechter Vorschlag das Renteneintrittsalter an der Lebenserwartung auszurichten. Ein anderer Vorlag wäre das Renteneintrittsalter an der Lebensarbeitszeit, gekoppelt mit einem Faktor der Arbeitsbelastung. Dann sollte es passen.

Typisches Beispiel könnte der Handwerker sein, der bis zum 65. Lebensjahr auf 50 Beitragsjahre zurück schaut. Bei gleichen "Beitragsjahren" könnten Politiker bis zum 80. Lebensjahr arbeiten, was bei sozialer Ausgewogenheit als Renteneintrittsalter ohnehin angenommen werden kann. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dies nicht aus der Luft gegriffen ist und angemessen erscheint.

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