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13.11.2012

15:03 Uhr

EU-Kommission

Mehrheit für Frauenquote steht

Firmen sollen Frauen bei gleicher Qualifikation den Vorrang geben, wenn ihre Aufsichtsräte nicht zu 40 Prozent weiblich besetzt sind. Für diesen Vorschlag soll Viviane Reding nun eine Mehrheit in der EU-Kommission haben.

Einmal ist EU-Justizkommissarin Viviane Reding mit der Quote schon gescheitert. AFP

Einmal ist EU-Justizkommissarin Viviane Reding mit der Quote schon gescheitert.

BrüsselUnd die Frauenquote kommt doch: EU-Justizkommissarin Viviane Reding hat sich laut Diplomaten am Dienstag ausreichend Rückendeckung ihrer Kollegen gesichert, um am (morgigen) Mittwoch einen Richtlinienvorschlag für die Quote auf den Tisch zu legen. Der sehe vor, dass bis 2020 alle Aufsichtsratsposten in den großen Unternehmen Europas zu 40 Prozent mit Frauen besetzt werden. "Der Deal steht", sagte ein Diplomat der Nachrichtenagentur dapd. Die notwendige Mehrheit im Kreis der 27 Kommissar sei dafür.

Erst vor drei Wochen war Reding mit ihrem Vorstoß noch im Kollegium abgeblitzt. Redings Vorschlag sieht vor, dass Firmen Frauen bei gleicher Qualifikation den Vorrang geben, wenn ihre Aufsichtsräte nicht zu 40 Prozent weiblich besetzt sind. Halten sich die Unternehmen bis 2020 nicht daran, sollten die Mitgliedsstaaten Geldbußen verhängen oder die Besetzungen für ungültig erklären, hieß es aus Kommissionskreisen. Für Vorstandsposten werde zunächst aber keine Quote aus Brüssel vorgeschrieben.

Ende Oktober stand das Thema schon einmal auf der Tagesordnung der EU-Kommission, wurde aber vertagt. Reding selbst gab sich damals kämpferisch. „Seit hundert Jahren kämpfen wir, was machen ein oder zwei Wochen da für einen Unterschied?“, sagte sie. Entscheidend sei, dass ein gutes Gesetz herauskomme.

Von

dapd

Kommentare (7)

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Thomas-Melber-Stuttgart

13.11.2012, 15:29 Uhr

Vielleicht sollte man Frau Reding darauf hinweisen, daß Aufsichtsräte gewählt werden.

APO-Man

13.11.2012, 15:42 Uhr

Warum traut sich anscheinend keiner, sei es Mann oder Frau, gegen diese Quote vorzugehen.
Konsequent wäre es doch nur, eine Quote in allen Lebensbereichen einzuführen. Fifty/Fifty in allen Lebenslagen: in der Politik, in den Schulen, im Automobilwerk, bei der Bundeswehr, bei den Zahnarzthelfern und Krankenpflegern und schließlich und letztendlich in den Partnerschaften. Ist es nicht auch diskriminierend wenn ein Mann einen anderen liebt und keine Frau? (Vorsicht! Ironie!)
Wahrscheinlich sagt keiner etwas gegen diese Quote, weil es sich hierbei nur um ein Minder-, Minder-, Minderheitenproblem handelt. Frauen, die beabsichtigen, einen DAX-Konzern mit zu leiten. (Es mag dahingestellt sein, was diese Frauen antreibt. Wahrscheinlich die gleichen Motive wie Männer: Gestaltungswille, Geltungsdrang, Macht, Geld. Gerade letztes Argument würde ich nicht gelten lassen. Denn Geld kann nicht der Ansporn sein. Denn wer, ob Mann , ob Frau, sich für die Vorstandsweihen qualifiziert hat, verdient in der Regel schon mehr, als er zum Glücklichsein benötigt. Denn dafür sind pro Jahr nur 68.000 EUR nötig, wie amerikanische Wissenschaftler feststellten.

Rene

13.11.2012, 16:12 Uhr

Ich möchte eine Quote für Ossis. Die werden in (west-)deutschen Vorständen und Geschäftsführungen nicht gemäß ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung berücksichtigt.

Im Übringen auch nicht beim Verteilen der olympischen Schwimm-Goldmedaillen. Da brauche wir auch endlich die Deutschlandquote.

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