Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.03.2017

16:08 Uhr

EU-Kommission

Millionenstrafe für Luftfracht-Kartell

Die EU-Kommission hat den Strafbescheid für Preisabsprachen bei der Luftfracht erneuert. Betroffenen Fluggesellschaften werden vorgeworfen, jahrelang Zuschläge für Frachtflüge untereinander abgesprochen zu haben.

Die Strafen für Wettbewerbsbehinderungen werden von der EU-Kommission neu beschlossen. dpa

Kartellvorwürfe bei Luftfracht

Die Strafen für Wettbewerbsbehinderungen werden von der EU-Kommission neu beschlossen.

BrüsselNächste Runde im Streit über Preisabsprachen bei Luftfracht: Nach einer Niederlage vor Gericht vor gut einem Jahr hat die EU-Kommission in einem neuen Beschluss rund 776 Millionen Euro Geldbuße gegen elf Airlines erlassen. Das EU-Gericht habe die vorher erlassene Strafe in ähnlicher Größenordnung nur aus Verfahrensmängeln und nicht aus inhaltlichen Gründen gekippt, sagte ein Kommissionssprecher am Freitag.

Das Verfahren kam bereits 2005 auf Grundlage von Informationen der Lufthansa in Gang, der Straffreiheit gewährt wurde. Im November 2010 erließ die Kommission gegen elf andere Luftfracht-Unternehmen wegen Beteiligung an einem Kartell zunächst Geldbußen von insgesamt gut 799 Millionen Euro. Alle betroffenen Unternehmen bis auf die australische Qantas klagten gegen die Strafen und erreichten im November 2015 vor dem EU-Gericht, dass sie vorerst nicht zahlen mussten.

Kartellverfahren: EU will Beschwerde gegen Gazprom fallen lassen

Kartellverfahren

EU will Beschwerde gegen Gazprom fallen lassen

Der russische Staatskonzern Gazprom hat erhebliche Marktmacht in Osteuropa. Das Gasunternehmen lenkt ein und macht nun Zugeständnisse und kann so milliardenschwere Bußgelder abwenden – wenn die Betroffenen mitspielen.

Den Fluggesellschaften wird in dem Verfahren vorgeworfen, von 1999 bis 2006 die Kerosin- und Sicherheitszuschläge für Frachtflüge abgesprochen zu haben. Dies soll zulasten von DB Schenker gegangen sein, der Frachttochter der Deutschen Bahn.

„Millionen von Unternehmen hängen von Luftfracht-Dienstleistungen ab“, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. „Die Zusammenarbeit in einem Kartell anstelle eines Wettbewerbs zum Angebot besserer Dienstleistungen für Kunden kann die Kommission nicht hinnehmen.“ Die Summe der Geldbußen liegt diesmal etwas niedriger, weil der Umsatz als Maßstab bei einem Unternehmen - Martinair - 2016 niedriger war als 2009.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×